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Die Slowakei gehört mit ihren rund 49.000 Quadratkilometern wahrlich nicht zu den größten Ländern, ist aber in der Automobilindustrie kein unbeschriebenes Blatt. Der schöne Flecken in Osteuropa, der an Österreich, Polen, Rumänien, die Ukraine und Ungarn grenzt, ist vor allem stark in der Automobilproduktion. So ist Volkswagen Slovakia mit über 8.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Slowakei vor Slovnaft, einem Ölkonzern mit etwa 4.500 Angestellten. Beide Unternehmen sind in der Hauptstadt Bratislava ansässig, die übrigens über ein reichhaltiges kulturelles Angebot verfügt. Doch die Slowakei hat mehr zu bieten als nur ihre Hauptstadt. Auch die zweitgrößte Stadt namens Košice mit über 230.000 Einwohnern bietet so manche Schmankerl – neben einer Mischung aus klassischer und moderner Architektur gibt es zahlreiche Museen und Galerien. Unter denen ist das Ostslowakische Museum sicherlich besonders hervorzuheben mit einer halben Million Exponaten. Ein großer Arbeitgeber in der Stadt ist der nationale Ableger des Weltkonzerns U.S. Steel.

Die Slowakei ist insbesondere vom südlichen Deutschland aus gut mit dem Auto zu erreichen – Bratislava liegt gerade einmal 488 Kilometer entfernt von München. Košice ist genauso einfach zu erreichen – hier sind es 480 Kilometer. Das Land hat auch so manche kleinere Städte mit durchaus bedeutender Industrie. Darunter fällt beispielsweise Žilina (Sillein) mit rund 80.000 Einwohnern, wo der Kia-Hyundai-Konzern eine Produktion unterhält.

Nicht nur für Städtetrips ist die Slowakei interessant. Dank der Hohen Tatra kommen auch Wintersportler auf ihre Kosten. Dieser Teil des Karpatengebirges ist der höchste mit fast 2.700 Metern. Der Blick von der Stadt Poprad aus auf die Bergkette ist faszinierend. Insgesamt bietet die Slowakei über 30 Skigebiete.

Generell ist die Slowakei für Deutschland ein wichtiger Handelspartner. Philipp Haußmann, Vorstandsmitglied des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft e. V., hat in einem Interview einmal gesagt, dass die Slowakei noch vor Brasilien, Indien und Südkorea zu den 20 bedeutendsten Ländern gehöre, zu denen die Bundesrepublik wirtschaftliche Beziehungen unterhält. Zum Steueraufkommen der 300 größten Unternehmen der Slowakei tragen deutsche Unternehmen zu einem Viertel bei.

Eduard Heger, Ministerpräsident der Slowakei, konnte vor nicht allzu langer Zeit verkünden, dass Volvo nächstes Jahr mit dem Bau eines neuen Werks beginnt, in dem Elektroautos gefertigt werden. Dann sollen am Standort Košice 7.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Strafen und Pflichten
Wer in der Slowakei mit dem Auto fährt, muss sich wie in jedem anderen Land natürlich auch an Regeln halten. Innerorts beträgt das Tempolimit 50 km/h, auf Landstraßen gilt Tempo 90, und Autobahnen dürfen mit maximal 130 km/h befahren werden. Bei den Bußgeldern ist das osteuropäische Land noch moderat, verlangt ab 35 Euro für eine Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h. Fährt man 50 km/h zu schnell, können schon 350 Euro fällig werden. Rotlichtverstöße werden mit 100 Euro geahndet, ebenso wie das Telefonieren mit dem Handy als Fahrer während der Fahrt. Betrunken mit dem Auto unterwegs sein sollte man in der Slowakei nicht – jedenfalls nicht als Fahrer. Es gilt 0,0 Promille, und wer sich nicht daran hält, begeht eine Straftat, die mit einem Freiheitsentzug bis zu einem Jahr geahndet werden kann.

Die Slowakei und die Elektroautos
Elektroautos sind in der Slowakei noch eher selten. Anfang dieses Jahrzehnts waren auf den slowakischen Straßen nicht einmal 3.000 Elektroautos unterwegs. Halbherzige Förderprogramme sind sicherlich ein Grund für die schleppende Elektrifizierung. Das Verkehrsministerium erwartet die Zulassung von 140.000 elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bis zum Jahr 2030. Entlang der slowakischen Autobahnen sollen in den nächsten Jahren 220 Gleichstrom-Lader entstehen, damit kann man arbeiten. Das Wirtschaftsministerium plant, bis zum Jahr 2026 immerhin 3.000 Ladesäulen im Land zu installieren, und möchte dafür 50 Millionen Euro bereitstellen.

Autobahngebühren in der Slowakei
Das Befahren des über 500 Kilometer langen slowakischen Autobahnnetzes ist übrigens nicht kostenlos. Eine Zehn-Tages-Vignette kostet zehn Euro – eine Monatsvignette belastet das Portemonnaie mit 14 Euro. Eine Jahresvignette ist mit 50 Euro dagegen verhältnismäßig günstig.