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Eines kann man Renault nicht vorwerfen: optisch langweilige Autos zu bauen. Der neue Megane E-Tech sieht so ein bisschen aus wie ein Concept. Schmale, schlitzförmige Scheinwerfer mit LEDTechnologie flankieren ein großes Markenlogo. Dafür gibt es keinen klassischen Kühlergrill mehr, aber umso zackigere Tagfahrleuchten. Mit einer Höhe von 1,51 Metern riecht das jüngste ETech-Mitglied fast ein bisschen nach Crossover. Wie auch immer – SUV ist der Fronttriebler nicht, aber er gefällt mit seinen schwarzglänzenden Radlauf-Verkleidungen, die ihn eher eleganter als burschikoser erscheinen lassen. Den ollen Trick, die Türgriffe für die Fondtüren in der C-Säule zu integrieren, greift selbst anno 2022 noch und macht den Megane trotz höherer Dachlinie mehr coupéhaft. Auch die Griffe der vorderen Türen versteckt der Franzose übrigens, indem sie einfach eingezogen werden, um dann bündig mit der Tür selbst abzuschließen. Außerdem fängt der Renault Blicke mit seinem in schwarzer Kontrastfarbe lackierten Dach – er ist Designerstück durch und durch.

Und was hat er unter der Haube? Natürlich ist der Antrieb rein elektrisch und ziemlich kräftig. Der Kunde hat die Wahl zwischen 131 und 218 PS. Allerdings endet die Qual der Wahl noch nicht bei der Leistung: Der Kunde darf zwischen 40 sowie 60 kWh-Akku entscheiden und gar die Option wählen, den Megane E-Tech ohne Gleichstrom-Ladeanschluss zu ordern. Das senkt zwar den Einstiegspreis, allerdings sollten Kunden von dieser Möglichkeit nur Gebrauch machen, wenn sie ganz sicher sind, keine langen Strecken zurückzulegen. Eine Akkuladung (Maximalreichweite) benötigt hier nämlich über zehn Stunden. Mit dem Schnellladeanschluss braucht der 40 kWh-Akku circa 38 Minuten, um auf 80 Prozent zu kommen, die 60 kWh-Batterie nimmt dafür 42 Minuten in Anspruch und liefert Strom für bis zu 470 Kilometer. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Reichweite abhängig von der Außentemperatur schwanken kann.

Für den Testwagen wählte Flottenmanagement die stärkere Version mit 218 Pferdchen. Und damit ist der Renault zackig unterwegs, übt moderaten Druck auf die Rücken der Passagiere aus. In Zahlen bedeutet das 7,4 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h – das ist dezent sportlich. Damit gehört man definitiv zu den schnelleren Verkehrsteilnehmern, und weil es keinen Zeitverlust durch Schaltvorgänge gibt, macht der E-Tech schon einen sehr souveränen Eindruck. Mit der neuen Baureihe hat Renault auch ein neues Infotainment eingeführt. So viel Display gab es noch in keinem Mitglied der Markenfamilie – Kombiinstrument und Monitor in der Mittelkonsole bilden ein riesiges Element. Angenehmerweise spart der Megane aber nicht an physischen Tasten, was die Bedienung für die Klimasteuerung erleichtert. Das Navigationssystem läuft über Google Maps und ist bezüglich Berechnungstempo sowie Kartenaktualität wirklich Spitzenklasse. Reden wir über Geld. Mindestens netto 39.160 Euro erfordert die starke Version des Megane E-Tech – allerdings gewähren Hersteller und Staat ja 9.000 Euro Förderung. Elektromobilität kann sich durchaus lohnen.