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Manch ein Dienstwagenfahrer wird vor der Frage stehen: BMW Vierer mit Verbrenner oder E-Motor? Der i4 ist eines der wenigen Modelle, bei dem die User tatsächlich zwischen batterieelektrisch, Benzin oder Diesel wählen können. Die Tatsache, dass die elektrische Version deutlich günstiger ist, dürfte die Interessenten grübeln lassen. Bei der Versteuerung privater Fahrten gilt eine Viertelung der Bemessungsgrundlage, demnach sind also 0,25 Prozent vom Bruttolistenpreis zu entrichten. Flottenmanagement hat vorsorglich die 49.748 Euro (netto) teure Basisversion getestet – um zu interessanten Ergebnissen zu kommen.

Kein Sound oder Dieselsound? In diesem Fall ist auch kein Sound völlig okay. Es braucht nur wenige Meter im i4, bis die Mundwinkel nach oben zeigen. Ansatzlos und ohne Zugkraftunterbrechung powert die Strom-Unit den 2,1-Tonner auf Tempo. Schon nach 5,7 Sekunden steht der Tachometer auf Landstraßentempo, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 190 km/h abgeregelt. Doch der Fahrspaß lässt sich nicht alleine in den Zahlen ablesen. Die BMW-Ingenieure haben ihrem Elektroauto jegliches synthetische Fahrgefühl wegtrainiert. Knackige Lenkung, patent angebundene Dämpfer – ein guter Mix aus Komfort und fahraktivem Einschlag. So macht der i4 Laune, strapaziert die Rückenmuskulatur nicht zu arg und giert trotzdem nach zügig gefahrenen Landstraßen. Kehren nimmt der Bayer durchaus flott und bleibt lange neutral dank des niedrigen Schwerpunkts (der Akku befindet sich im Boden). Das hohe Gewicht merkt man ihm nicht an.

Um Neueinsteigern die Angst vor der Energiezufuhr zu nehmen, sei ein kleiner Exkurs erlaubt: Wenn es richtig gut läuft, lädt der i4 in einer runden Viertelstunde etwa 200 Kilometer nach an der Gleichstromsäule. Das ist zwar noch nicht Verbrenner-Niveau, aber damit kann man gut leben. Bei geladener Batterie sind 500 Kilometer absolut realistisch. Und auf das Schnellladenetzwerk in Deutschland kann man sich ohnehin verlassen – in der Regel findet man alle 40 bis 60 Kilometer eine Säule.

In puncto Platzangebot ist der i4 über alle Zweifel erhaben – ein schöner Tourer von 4,78 Metern Länge erfüllt alle Kriterien, um den Passagieren lange Strecken so angenehm wie möglich zu machen.

Für innenarchitektonische Spots haben die Gestalter außerdem gesorgt, das „curved“ Display macht schon ziemlich an. Schnieke Sportsessel runden den noblen Einschlag ab. Auf dem gestochen scharfen Display läuft das Navigationssystem obligatorischerweise – alternativ kann der User Apple CarPlay oder Android Auto nutzen. Doch der Monitor ist eine Welt für sich. Um sein großes 14,9-Zoll-Format auszuspielen, muss man sich ein bisschen mit dem „Kachel“-System beschäftigen – der Nutzer kann nämlich verschiedene Oberflächen nebeneinanderlegen, um die geballte Information auf einem Blick zu erhalten.

Auch wenn der i4 bereits als Basisversion die wichtigsten Dinge serienmäßig an Bord hat, hält die Liste für Extras so einige Verlockungen bereit. Wie wäre es mit einem Head-up-Display? Kostenpunkt: 966 Euro netto. Der netto 546 Euro teure aktive Tempomat ist definitiv eine Investition wert, zumal er nicht nur Komfort, sondern auch mehr Sicherheit spendet. Für Technikfans ist das 1.428 Euro (netto) kostende Laserlicht ein Muss – es erhöht die Sicherheit vor allem auf nächtlichen Landstraßen erheblich.