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Benzin oder Diesel? Diese Frage lässt sich nur ganz individuell klären. Okay, bei einem reinen Nutzwert-Fahrzeug dürfte es wohl eher darum gehen, die Kosten gering und die Praktikabilität hoch zu halten. Für diesen Test hat Flottenmanagement den Benziner gewählt. Der macht zumindest wirtschaftlich Sinn, wenn man keine allzu langen Strecken abspult angesichts massiv gestiegener Dieselkraftstoffpreise. Und wie schlägt sich der 1,3 Liter große Vierzylinder? Es gibt 102 PS, und damit wirkt der Transporter hinreichend quirlig. Warum das so ist, wird bei einem Blick auf das Leergewicht schnell klar – es müssen nur etwas mehr als 1,4 Tonnen bewegt werden. Dann ist die Getriebeübersetzung auch noch recht kurz, und so bleibt das Gefühl des Leistungsmangels aus. Darüber hinaus ist der Kangoo Rapid natürlich knapper gedämmt als die Personenwagen-Version – was den Eindruck properer Fahrdynamik verstärkt. Und trotzdem ist das Fahrwerk konstruiert, um die gröbsten Fahrbahnschnitzer gekonnt auszumerzen.

Beim Hochdachkombi wandert der Blick erst einmal in den Laderaum. Trennwand, Vergitterung und Verzurrösen – alles da. Letztere erfordern aber 50 Euro netto Aufpreis. Mindestens 3.300 Liter passen in das hintere Abteil – unter Ausnutzung des Führerhauses sind es sogar 3.900. Und als besonderen Kniff gibt es die auf Wunsch eine deutlich breitere Türöffnung ohne B-Säule (Open Sesame) zum Mehrpreis von 1.000 Euro netto. Auf diese Weise wird der Zugang zu etwaigen Einbauten wie Regalsysteme oder dergleichen erheblich vereinfacht.

Der Vereinfachung dient auch jede Menge Technik – so sorgt beispielsweise eine während der Fahrt dauerhaft aktive Kamera für einen Rückspiegelersatz, da die Flügeltüren verblecht sind. Und die liefert ein derart scharfes Bild, dass man an der Ampel dem Hintermann locker ins Auto schauen kann.

Typisch für die Hochdachkombis ist, dass ihre Grundvarianten preislich erschwinglich sind mit – so auch der Kangoo Rapid mit 19.580 Euro netto. Allerdings gibt es so viele verlockende Optionspakete, bei denen man nicht widerstehen kann. Gut, Transporter werden häufig nicht von den Nutzern bestellt, was den Sachverhalt wiederum ändert. Aber man müsste schon ein herzloser Arbeitgeber sein, um seinen schuftenden Mitarbeitern keine Klimaanlage zu können, die mit netto 1.500 Euro abzugelten ist. Dann gibt es aber auch eine Smartphone-Integration on top, mit deren Hilfe sich die individuelle Handyoberfläche auf den Monitor des Fahrzeugs spiegeln lässt – heute kaum noch wegzudenken. Für rückengeschundene Fahrer empfiehlt sich übrigens das netto 400 Euro kostende Komfort-Paket mit verstellbarer Lendenwirbelstütze sowie Sitzheizung. Und wem die Sicherheit der Passagiere am Herzen liegt, bestelle das 1.850 Euro netto teure Sicherheitspaket Plus mit autonomer Notbremsung samt Fußgängererkennung. Darüber hinaus sind in diesem Package auch Spurhaltewarner, Totwinkelassistent plus Tempomat enthalten. Eine integrierte Navigation lässt sich Selbstreden ebenfalls ordern – schlägt mit 1.000 Euro netto zu Buche. Das Budget lässt sich außerdem mit vielfältigen Verkleidungen strapazieren, die aber je nach Einsatzzweck gute Dienste leisten. So muss das bei einem Lieferwagen ja auch sein.