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Heißblütig ist ein gutes Stichwort – alle CupraModelle sollen knackig und sportlich sein. Ausdruck dessen ist aber kein durchdringendes Rot mehr, sondern ein nicht weniger leidenschaftlicher, allerdings etwas vornehmerer Kupferton. Und noch etwas haben sich die Verantwortlichen der Marke Cupra vorgenommen: Sie möchten in Zukunft vor allem elektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen. Der Born ist nun das erste vollelektrische Produkt, und dass das Adjektiv „leidenschaftlich“ im Kontext mit ihm durchaus nicht fehlplatziert ist, dürften seine Leistungsdaten eindrucksvoll beweisen. Wir haben es mit einem 204 PS-Fahrzeug zu tun, dessen Synchronmaschine (permanenterregt) auch noch 310 Newtonmeter Drehmoment quasi ab der ersten Umdrehung abgibt. Nur muss man sich daran gewöhnen, dass die Leidenschaft lautlos ist. Also, einsteigen, dann ist der Cupra Born schon abfahrbereit, sofern man den Schlüssel mitführt. Startknopf drücken ist schon überholt.

Fahrstufe „D“ ist intuitiv eingelegt per gut erreichbarem Drehschalter am Lenkrad, und der Born rollt los. Gleitet das Fahrpedal näher Richtung Bodenblech, wird der Vortrieb schon druckvoller. Wer es wissen möchte, erlebt den Spanier binnen 7,3 Sekunden auf Landstraßentempo stürmen. Doch es ist nicht die schiere Zahl, die bei einem Elektroauto immer wieder aufs Neue fasziniert. Es ist vielmehr die ansatzlose Beschleunigung, die einen in ihren Bann zieht. Natürlich, es gibt keine Gänge zu wechseln – und das Wechselgetriebe ist schließlich Hauptverursacher von Zugkraftunterbrechungen. Also nix runterschalten vor dem Ansetzen zum Überholen, einfach volle Last geben, und der Born witscht nach vorn. Und zum quirligen Naturell passt der Heckantrieb. Kurve anpeilen, zackig einlenken und kurz bevor die Straße wieder gerade wird: volle Kraft voraus. Der Cupra zuckt kurz mit dem Hinterteil und stürmt weiter. Antriebseinflüsse im Lenkrad? Dank Heckantrieb natürlich nicht. Ausflüge auf die Landstraße zelebriert der Kompakte, und manch ein Fahrer wird sie auch zelebrieren. Der Fahrspaß ist mit der Elektromobilität jedenfalls längst nicht gestorben, wie der geräumige Allrounder zeigt.

Geräumig ist er vor allem dadurch, dass weniger Technik unter dem Blech verstaut werden muss. Ein paar Fakten zum Born gefällig? In Verbindung mit dem 204 PS-Modell ist der 58 kWh-Akku gesetzt. Der ist fit genug, um den Born unter realistischen Bedingungen 418 Kilometer weit zu transportieren. Die Ladedauer von fünf auf 80 Prozent State of Charge beziffert der Hersteller mit einer guten halben Stunde – diese Zeit muss man bei längeren Reisen einpreisen. Einpreisen sollten BornInteressenten auch die Förderung von insgesamt 9.000 Euro bezogen auf den Anschaffungspreis und die Tatsache, dass die pauschale Versteuerung privater Fahrten (im Einsatz als Dienstwagen) auf der Bemessungsgrundlage von nur einem viertel statt einem Prozent erfolgt. Cupra ruft netto 31.277 Euro für den Born in der 204 PS-Stufe ab. Die Serienausstattung kann sich mit autonomem Bremssystem, LED-Scheinwerfern, schlüssellosem Schließsystem, Smartphone-Integration und Tempomat sehen lassen. Für das Navi verlangt Cupra 1.160 Euro (netto) extra.