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WAS IST EIGENTLICH MIT STEINSCHLAG IN DER WINDSCHUTZSCHEIBE?

Steinschlag in der Windschutzscheibe ist leider keine selten auftretende Angelegenheit und in der Tat führen Glasschäden die Liste der Kaskofälle insgesamt an. Er ist eigentlich nur durch einen (lauten) Knall wahrzunehmen und sehen kann man häufig direkt nichts, es sei denn, der Schaden ist erheblich. Man kann den Knall lediglich grob einem Bereich der Windschutzscheibe zuordnen.

Um hier letztendlich auf der sicheren Seite zu sein, sind auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit ein Halt und eine Begutachtung des eingetretenen Schadens anzuraten. Denn bei einer Kontrolle würde dann von der Polizei auf § 40 („Scheiben, Scheibenwischer, ...“) der StraßenverkehrsZulassungs-Ordnung (StVZO) verwiesen, der in Absatz (1) (allerdings recht allgemein) aussagt: „Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein.“ Im schlimmsten Falle drohen ein Bußgeld und auch Punkte in Flensburg aufgrund des etwaigen mangelhaften Betriebszustands des Fahrzeugs.

Wann ist dieser aber gegeben? Wichtig ist dabei erst mal die Frage, ob die Beschädigung im Sichtfeld des Fahrers liegt. Dieses definiert der Gesetzgeber recht genau. Denn damit ist ein senkrechter Streifen gemeint, dessen Breite 29 Zentimeter misst (14,5 Zentimeter nach links und rechts vom Lenkradmittelpunkt) und der in der Höhe durch die abgedeckte Fläche des Scheibenwischers begrenzt wird. Denn in dem Bereich darf eine Scheibe mit Schaden nicht mal mehr repariert werden, sie muss also komplett ausgetauscht werden.

Des Weiteren muss der Einschlag mindestens zehn Zentimeter vom Rand entfernt sein und zudem sollte der Einschlagkrater nicht größer als fünf Millimeter sein. Dabei sollte die gesamte (durch Risse) betroffene Fläche nicht größer als eine Zwei-Euro-Münze sein. Repariert werden können sogar radiale Risse bis fünf Zentimeter. Wichtig ist für eine mögliche Reparatur auch, dass nur die Außenscheibe beschädigt ist, nicht aber die Zwischenfolie und die Innenscheibe. Helfen kann man sich kurzfristig mit einem wasserundurchlässigen Klebeband, auch um Verunreinigungen zu verhindern. Besteht Unsicherheit in Bezug auf eine mögliche Weiterfahrt, so gibt es mobile Services, die man bestellen kann. Man sollte auf jeden Fall Schäden kontrollieren lassen, da die Windschutzscheibe zur Versteifung der Karosserie beiträgt.

Der Schaden wird üblicherweise von der Kaskoversicherung übernommen, ein Scheibenaustausch kann durchaus teuer werden. In seltenen Fällen gelingt es sogar, den Schaden durch die Haftpflichtversicherung des (den Stein hochschleudernden) Vordermanns beheben zu lassen. Dabei ist die Beweislage, beispielsweise durch eine Begleitperson als Zeugen oder eine Dashcam, natürlich äußerst schwierig.

 

WAS VERSTEHT MAN EIGENTLICH GENAU UNTER GEFÄHRDUNG UND SCHÄDIGUNG IM VERKEHR?

In der Straßenverkehrsordnung werden eine Reihe recht unscharfer Begriffe benutzt. Beispiele dafür sind „Vorsicht“, „Rücksicht“, „mäßige Geschwindigkeit“ oder „ausreichender Abstand“. Diese sind rechtlich nicht als starr anzusehen, sondern situationsangepasst gemäß dem Hauptparagrafen 1 der StVO auszulegen. Dort steht in Absatz (1): „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Und in Absatz (2) folgt: „Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Was ist damit also genau gemeint? Fangen wir mit der Gefährdung an. Sie ist gleichbedeutend mit der Herbeiführung einer kritischen Verkehrslage und einer direkt damit verbundenen stark beeinträchtigenden konkreten Gefahr für die Sicherheit, sodass nur noch dem Zufall überlassen wird, ob für (fremdes) Leben, Gesundheit oder Sachwerte ein Schaden eintritt. Wichtig ist hierbei in der Tat das konkrete Vorliegen, eine abstrakte oder latente Gefahr reicht dabei nicht aus. Man stelle sich hier beispielsweise das Fahren entgegen der Fahrtrichtung vor. Vereitelt ein Dritter den möglichen Schaden, so ändert das nichts an der Gefährdung. Nur wenn der Verursacher selbst, beispielsweise durch Bremsen oder Ausweichen, die Lage bereinigt, ist die Gefährdung aufgehoben. Wichtig ist auch festzuhalten, dass die Gefahr für eine fremde Person oder Sache entsteht, also nicht für den Täter selbst oder sein Fahrzeug. Mitfahrer sind durch § 1 geschützt, solange sie den Fahrer nicht zur Herbeiführung der Gefahrenlage anstiften oder ihn unterstützen.

Eine häufige Situation ist die Gefährdung von Fußgängern, die sich dann durch gegen das bedrohende Fahrzeug gerichtete Aktionen wie das Schlagen auf Scheiben oder die Karosserie oder Tritte vor die Reifen bemerkbar machen. Dabei wird oft das Mittel der Flucht gewählt. Sollte dann aber dem Bedroher etwas passieren, ist er das natürlich selbst Schuld und kann den Bedrohten nicht dafür verantwortlich machen.

Ist die Gefährdung nicht mehr abzuwehren, so kommt es zu fremden Körperoder Sachschäden. Ein Sachschaden muss die Substanz einer Sache betreffen oder die Brauchbarkeit für den jeweiligen Zweck einschränken. Das Ganze muss aber wirtschaftlich messbar sein, sprich in der Höhe von mindestens 25 bis 50 Euro liegen. Kleinere Lackschäden gehören demzufolge nicht dazu, da sie für weniger Geld (Lackstift) zu beseitigen sind. Wenn Tiere zu Schaden kommen, müssen die kompletten Behandlungskosten getragen werden (auch wenn diese höher als der Wert des Tieres sind).

Schwieriger wird es bei Körperschäden, die jedwede körperliche oder psychische Verletzung umfassen, wobei ein bloßer Schreck nicht ausreicht. Dazu gehören allerdings krankhafte Schockzustände oder posttraumatische Störungen der Belastbarkeit. Interessanterweise gehört auch Brechreiz nach Anspucken dazu. Körperschäden werden üblicherweise als Straftat mit den entsprechenden Folgen gewertet.