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Seit der Einführung des WLTP-Verfahrens im Jahr 2018 sehe ich die Automobilbranche von einer Krise in die nächste stolpern und damit stolpert die Branche der Autovermieter gleich mit. WLTP 1, dann WLTP 2, Corona-Lockdown, Chipkrise, Aluminiumkrise, fehlende Kabelbäume – und was kommt nun? Seit Jahren fragen sich eigentlich alle, wer an den ständigen Krisen Schuld hat. Immerzu geht es darum, wer was zu verantworten hat, wer der Verursacher aller Probleme ist und ob man nicht deutlich besser hätte reagieren können.

Doch unabhängig davon – und entschuldigen Sie die Ausdrucksweise –, welche Sau als Nächstes durchs Dorf getrieben wird, sollte in meinen Augen ein generelles Umdenken stattfinden.

Fakt ist doch, dass wir uns seit vielen Jahren in einer Art Dauerkrise befinden. Mal sind viel zu viele Fahrzeuge da, welche dann noch schnell über die Zulassungsmaschine „Autovermietung“ vertrieben werden müssen, dann wird wieder der „Autovermietkanal“ ganz gesperrt. Derzeit haben wir zu wenige Fahrzeuge und daran wird sich nicht kurzund wahrscheinlich auch nicht mittelfristig etwas ändern. Durch den entstehenden Lieferengpass steigen die Mietwagenpreise an und somit erhöhen sich bei unseren Kunden unweigerlich auch die Kosten für die Ersatzmobilität. Aber dieser Zustand resultiert auch aus den Fehlern in der Vergangenheit, denn der „Autovermietkanal“ wurde viel zu lange als praktischer, aber teurer Zulassungskanal benutzt und somit wurden die Dumpingpreise auf dem Autovermietmarkt letztendlich von den Automobilherstellern bezahlt. Über alle Klagen und über alles Selbstmitleid hinweg vergessen wir, was wirklich wichtig ist und wer die eigentlichen Leidtragenden der gesamten Situation sind: unsere Kunden, und zwar die der Automobilindustrie und die der Autovermieter zugleich. All die Fehler einer zweifelhaften Zulassungspolitik – gestern zu viele Autos, heute zu wenige und morgen ...? – fallen auf sie zurück.

Es ist nicht nur die Partnerschaft zwischen der Branche der Vermieter und den Produzenten gestört. Viel wichtiger ist, dass die Symbiose zwischen beiden Branchen zu den Kunden gestört ist. Darauf sollten wir uns besinnen und all unsere Kraft darauf ausrichten, dieses Missverhältnis zu beseitigen.

Ich appelliere an alle Verantwortlichen: Die Mobilitätsbranche hat einen sehr wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft und diese Branche jetzt nicht oder kaum noch zu beliefern, trifft unsere gemeinsamen Kunden. Richten wir den Blick lieber in die Zukunft und lassen Sie uns gemeinsam eine neue Form der Symbiose finden, die positiv für unsere Kunden ist!