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Die Welt der Räder und Reifen wird immer komplexer, was dazu führt, dass dieser Themenbereich für Laien kaum noch zu überschauen ist: Fahrzeugspezifische Pneus, sich verändernde gesetzliche Regelungen im In- und Ausland oder auch die Fülle an Technologien, die in Rädern und Reifen mittlerweile zum Einsatz kommen, sind nur einige Beispiele aus diesem Komplex. Perspektivisch wird das Themenumfeld Räder und Reifen auch in den nächsten Jahren an Komplexität zunehmen: So kommen im Bereich der Elektromobilität vor allem reibungsarme Reifen zum Einsatz, an die jedoch die gleichen Sicherheitsanforderungen gestellt werden wie für Pneus an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Dies erfordert in vielen Fällen neue Ansätze bei den Reifenmischungen, aber auch in puncto Laufflächendesign. Nicht zu vergessen ist dabei auch der ökologische Aspekt: Denn ein Reifen an einem Elektrofahrzeug sollte möglichst auch „grün“ sein. Daher sind Nachhaltigkeitsbestrebungen auch in der Produktion und bei der Produktentwicklung von Pneus seit einigen Jahren an der Tagesordnung. In den Bereichen des autonomen Fahrens und beim Carsharing stehen hingegen vor allem die Haltbarkeit der Reifen, aber auch die datentechnische Vernetzung zwischen Fahrzeug und Pneu im Fokus. Doch nicht nur Reifen werden stetig weiterentwickelt, sondern auch Stahlräder sowie unansehnliche Radkappen gehören weitestgehend der Vergangenheit an und werden durch aufwendig gestaltete Aluminiumfelgen ersetzt, die im Einklang mit dem Fahrzeugdesign stehen. „In der Regel identifiziert sich der User-Chooser mit seinem Fahrzeug und somit auch mit seinem Arbeitgeber. Die positive Außenwirkung des Fahrzeuges ist ihm oftmals wichtig. Er zeigt Status, Erfolg und heute vielleicht auch Umweltbewusstsein. Somit ist der Firmenwagen oftmals auch eine Visitenkarte des Unternehmens. Diese positive Wirkung ist mit dem Winterkomplettrad dann dahin: Limitierung in der Zollgröße und auf wenige Designs, meist einfache Fünf-Speichen-Räder, lassen das Premiumfahrzeug in den Wintermonaten schrecklich aussehen. Mit dem richtigen Räderanbieter können Unternehmen wie auch User-Chooser jederzeit von Top-Designs in attraktiven Radgrößen profitieren. Dies schafft Zufriedenheit und Motivation bei überschaubarem Mitteleinsatz“, erklärt Thomas Mögelin, Geschäftsführer der Wheelworld GmbH.

Doch wann sollten Reifen gewechselt werden? Reifen haben eine Lebenserwartung, die sich auf etwa zehn Jahre beläuft; dies gilt aber vor allem für nicht oder nur wenig benutzte Pneus. Je länger und umso häufiger die Reifen genutzt werden, desto stärker fällt der Alterungsprozess aufgrund der chemischen wie physikalischen Prozesse ins Gewicht. Bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 44.000 Kilometern pro Jahr sollten Sommerreifen nicht länger als 3,5 Jahre und Winterreifen maximal 7 Jahre verwendet werden (unter der Voraussetzung, dass sie nur in der Wintersaison gefahren werden). Ganzjahresreifen erreichen bei einem Vielfahrer-Auto oft schon nach rund 35.000 Kilometern ihren Zenit, während Autofahrer bei einer geringeren Laufleistung bis zu 50.000 Kilometer auf Allwetterreifen zurücklegen können. Das bedeutet bei Vielfahrern, die viel Zeit auf Autobahnen verbringen, schon einen Reifenwechsel nach circa zwei Jahren. Für den Fuhrparkverantwortlichen heißt das, sich mit der Beschaffung von Rädern und Reifen auseinanderzusetzen, um die benötigte Menge effizient zu planen und kostengünstig zu ordern. Hierfür sollte er sich zunächst einen Überblick über den Bedarf seiner Flotte verschaffen, um auf dieser Grundlage in die Verhandlungen mit Anbietern oder Dienstleistern einsteigen zu können.

Nach einer genauen Bedarfsermittlung sollte sich der Fuhrparkleiter zusätzlich Gedanken machen, welche Reifenarten – saisonale Reifen oder Ganzjahresreifen – und welche Felgen – Alu- oder Stahlfelge – für den Einsatzzweck der Fahrzeuge infrage kommen. Zur Klärung dieser Fragen helfen unter anderem erhobene Daten aus Fuhrparkmanagementsystemen oder auch von Dienstleistern. Gleichwohl kann auch der Händler hier schon wichtige Informationen liefern, wie Andreas Kuhl, Key-Account-Manager bei der EFR Einkaufsgesellschaft Freier Reifenfachhändler mbH & Co. KG, zu berichten weiß: „Bei der heutigen Komplexität im Reifensektor, angefangen von der Markenvielfalt bis zu Reifendruckkontrollsystemen (RDKS), ist eine ausführliche Beratung durch einen Reifenexperten wichtiger denn je. Am Anfang steht eine gründliche Analyse des Fuhrparks, um den Bedarf und die Anforderungen zum Beispiel des Einsatzgebietes genau zu ermitteln. Nur durch diese Kenntnisse ist eine exakte Produktempfehlung möglich und vermeidet Fehlinvestitionen und Folgekosten. Auch die Pflege im laufenden Betrieb durch den Reifenexperten spart dem Fuhrparkbetreiber Geld. Durch eine regelmäßige Pflege der Reifen, wie beispielsweise exakte Luftdruckeinstellung, Begutachtung des Abriebbildes oder der Tausch zwischen Vorder- und Hinterachsbereifung wird das Potenzial der Reifen optimal ausgenutzt und trägt somit zur Kostenreduzierung bei.“

Vor allem die Entlastung des Flottenverantwortlichen steht für die Anbieter im Fokus, wie die Ausführungen von Georg Thoma, Leiter Flotte Deutschland/Österreich bei der A.T.U Auto-Teile-Unger GmbH & Co. KG, zeigen: „Durch das Räder- und Reifenmanagement entlasten wir den Fuhrparkmanager mit Zeitmanagement, Prozesserleichterung und Kostenoptimierung. Zusätzlichen Service ermöglichen wir durch fachgerechte Reifeneinlagerung, Reifen- und Felgenreparatur, wenn gewünscht bieten wir auch Räderwäsche und eine Übersicht der eingelagerten Räder. A.T.U zeichnet sich dabei durch folgende Vorteile aus: bundesweit eine große Auswahl an 14 verschiedenen Reifenmarken, Felgen aller namhaften Hersteller sowie fachliche und kompetente Vor-Ort-Beratung. Mit Hilfe des 3D-Felgen- und Reifen-Konfigurators können Fahrzeugnutzer schnell und einfach visuell ihre Kompletträder zusammenstellen.“

Gerade die zusätzlichen Services, wie eben eine Reparatur, die Einlagerung und auch solche aus dem Fuhrparkmanagementbereich, gehören heute in das Leistungsportfolio der Anbieter: „Der Reifenservice ist naturgemäß das Kerngeschäft des Reifenfachhandels. Daher sind auch die prozessualen Vorteile zum Beispiel bei der Umrüstung von großer Bedeutung. Ein professionelles Prozessmanagement, so wie es bei den meisten unserer Servicestandorte Standard ist, reduziert die Wartezeiten auf Umrüsttermine als auch die beim eigentlichen Reifenwechsel im Vergleich zum Fahrzeughandel deutlich“, erläutert Jochen Clahsen, Leiter der 4Fleet Group. So mancher Anbieter wandelt sich aufgrund der Nähe zu den Geschäftskunden sogar in eine Art Fuhrparkmanagementberater: „Zusätzlich bietet das professionelle Räder- und Reifenmanagement durch die 4Fleet Group den Kunden neben der zentralen Fakturierung und Online-Autorisierung auch fuhrparkspezifische Analysen und professionelle Beratung zur Ausschöpfung von Kostensenkungspotenzialen. Die Kunden profitieren zusätzlich von maßgeschneiderten Serviceprogrammen und hochwertigen Marken- Produkten zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen“, wie der Leiter der 4Fleet Group weiter ausführt.

Sebastian Becker, Leiter Großverbrauchergeschäft Vergölst & FleetPartner, stellt sogar einen Wandel in den Kundenanforderungen fest: „Wir haben bereits in den vergangenen Jahren intensiv in die Digitalisierung und Vernetzung investiert. So erleichtern wir beispielsweise den Zugriff auf unsere Leistungen für den Fahrer (Terminvereinbarung, Netzwerkdarstellung und Leistungsportfolio) und bieten dem Fuhrparkverantwortlichen mehr Transparenz in unseren Prozessen und in ihren Daten. Darüber hinaus erweitern wir die technischen Anbindungsmöglichkeiten für unsere Netzwerkpartner zur Vereinfachung und Erleichterung im Abwicklungsprozess. Die Nachfrage steigt – und das im Speziellen für komplexe Autoserviceleistungen für Flotten.“ Insbesondere während der COVID-19-Pandemie gewann auch die Digitalisierung im Bereich Räder und Reifen an Bedeutung: „Unser B2B-Umsatz ist 2020 deutlich gewachsen. Der Trend zu einfach zu bedienenden Onlinetools steht klar im Fokus. Marktgerechte Preise und zuverlässige Geschäftspartner, die auch im Saisongeschäft ihre Zusagen einhalten, werden sich mittel-, aber auch langfristig durchsetzen“, gibt Michael Lopez, Vertriebsleiter bei der reifencom GmbH, zu verstehen. Die Digitalisierung ist für den Flottenbereich eben auch wegen des einfachen Zugriffs und der Fülle an Informationen von steigender Bedeutung: „Wir haben in den vergangenen Jahren sämtliche Leistungen wie den aktuellen Status, Profiltiefe, Verschleißvorgaben oder Service-Erinnerungen rund um den Reifenservice digitalisiert. Auf Basis unserer Erfahrung investieren wir kontinuierlich in die weitere Digitalisierung, um Abläufe – dort, wo es Sinn macht – noch transparenter und effizienter zu gestalten“, erklärt Carsten Fischer, Bereichsleiter Verkauf bei der Euromaster GmbH.

Nicht zuletzt ist es aber der Service, der für den Flottenkunden das entscheidende Kriterium bei der Wahl des passenden Partners im Bereich Räder und Reifen sein sollte: „Die Hauptgründe sind sicherlich neben einem hervorragenden Service vor Ort die kundenspezifische Beratung sowie ein hohes Maß an Prozessoptimierung bei der gesamten Abwicklung“, erläutert Wolfgang Weigand, Bereichsleiter Vertrieb der Servicequadrat GmbH & Co. KG. Insbesondere die Beratung durch einen kompetenten Partner ist aus Sicht von Jochen Freier, Geschäftsführer der tyremotive GmbH, unerlässlich: „Rad und Reifen sind gerade durch die Produktvielfalt ein sehr komplexes Thema, und gerade mit RDKS ist dieses Thema eine schwierige Aufgabe, die durch Profis gelöst werden sollte.“ Auch nach der Pandemie wird das Thema Service weiter an Bedeutung zunehmen: „Wir haben als Teil einer systemrelevanten Branche mit unseren Kunden versucht, unsere Serviceleistungen stärker in den Fokus zu stellen, um individuelle Lösungen mit unseren Kunden zu erreichen. Was die Zukunft angeht: Für viele Flottenkunden wird auch zukünftig die Mobilität ein elementares Thema sein. Das Thema E-Mobilität wird in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt sein. Wir sind bereits heute in der Lage, den Service an E-Fahrzeugen zu erbringen“, gibt Arnd Metzler, Key Account Flotte Consumer bei der First Stop Reifen Auto Service GmbH, zusammenfassend zu verstehen.