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Das waren noch Zeiten im Jahr 1995, als das erste Navigationssystem in den Markt ging. Staunende Beifahrer waren wie von den Socken: „Woher weiß denn das Auto bitte, auf welcher Straße wir uns gerade befinden, und kann auch noch deren Namen nennen?“ Na klar, GPS macht es möglich – per Satellit getrackt und geführt. Und früher waren die Bildschirme meist noch monochrom – Piktogramme mussten reichen, um den Fahrer ans Ziel zu bringen. Aber die nötige Präzision brachten die Systeme durchaus mit, man fand an seinen Bestimmungsort – bedeutend schneller sogar, als mit Karte in einer fremden Stadt zu hantieren. Und heute? 3-D-Karten, Sonderziele, rasant rechnende Chipmonster, die in Windeseile die richtige Route darstellen. Zur Not geht es sogar mit jedem Smartphone, man braucht nicht einmal zwingend das fest eingebaute System. Oder vielleicht doch? Dazu später mehr. Fakt ist: Die elektronischen Routenprofis mag niemand mehr missen, der häufig in fremden Gebieten unterwegs ist, und sie werden immer leistungsfähiger. 

Musste man früher noch mühsam jeden einzelnen Buchstaben über das Drehrad oder den Drehdrück-Steller eingeben, kann man Stadt und Straßennamen heute einfach per Sprache kommunizieren, klappt genial. Oder: Man tippt seine Lieblingskneipe einfach auf dem Touchscreen ein – die umfangreiche Datenbank findet sie ganz bestimmt – auf diese Weise entfällt das lästige Suchen der Adresse. Moderne Systeme rufen den Content allerdings online ab, unterstützt von Google. Oder von Here, einem Geodaten-Dienst, der zu jeweils einem Drittel Audi, BMW und Mercedes gehört. Heute können die Navis viel mehr als früher – hochauflösende Stadtkarten, die ganze Gebäudelandschaften abbilden, sind nicht nur etwas für den Erwachsenen-Spieltrieb, sondern helfen tatsächlich bei der Orientierung im urbanen Gewusel. So weit, so gut – doch worauf muss der Fuhrparkmanager achten bei der Ausstattung der Dienstwagen? Smartphone-Integrationen mit Apple CarPlay oder Android Auto leisten rein funktional betrachtet natürlich tolle Dienste und sind günstig.

Bei onlinebasierten Diensten tauchen die Probleme auf, wenn man in Gegenden ohne oder mit schlechtem Mobilfunknetz unterwegs ist – solche Landstriche soll es ja geben. Damit kämpft man bei integrierten Anlagen nicht, die ihre Daten von der Festplatte beziehen. Doch integrierte Systeme variieren durchaus in ihrer Rechenleistung. Hier sollte sich der Fuhrparkleiter vorher bestens informieren oder verschiedene Geräte durchaus im Selbstversuch intensiv testen. Eine Funktion, die in letzter Zeit immer besser geworden ist, ist die automatische Stauumfahrung. Mittels Schwarmprinzip detektiert das System zähfließende Verkehrsströme (über anonymisierte Handyprofile, die sich bewegen oder eben nicht). Früher, als das Umfahren von Stau noch weniger präzise funktionierte, galt der Grundsatz „lieber auf der Autobahn bleiben“. Doch inzwischen lohnt sich das Benutzen einer alternativen Route durchaus und bewahrt vor dem Stillstand, was der Firma in Summe hilft, denn Zeit, die der Außendienstmitarbeiter verliert, ist schließlich Geld.

Beim Thema phonetische Bedienung sollte der Fuhrparkmanager auch wissen: Auf die Sprachbediensysteme aktueller Hersteller kann man sich durchaus verlassen und sie sollten genutzt werden. Was viele Autofahrer nicht ahnen: Das Bedienen der Gerätschaften vonseiten des Fahrers ist tatsächlich untersagt und unterliegt einer Sanktion mit Punkterelevanz – auch wenn der Nachweis extrem schwierig zu führen ist.