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Mal eben schnell nach Österreich – wie verlockend das klingt. Je nach Wohnort in der Bundesrepublik überhaupt kein Problem – auf ein Wiener Schnitzel oder einen Marillenknödel. Österreich bietet nicht nur tolle Sehenswürdigkeiten wie die Festung Hohensalzburg oder das Schloss Schönbrunn, sondern ebenso vielfältige kulinarische Genüsse, ist bekannt für viele leckere Mehlspeisen und feine Weine. Doch auch Österreichs Landschaft lockt – lädt ein zum Wandern oder Skifahren im Gebirge oder zum Entspannen an einem der unzähligen Seen.

Es gibt jedoch auch rege wirtschaftliche Beziehungen, die für gewerblichen Grenzverkehr sorgen. Wer kennt nicht die weltberühmten Firmen Swarovski oder Red Bull. Auch der Mineralölkonzern OMV hat seinen Ursprung – in Österreich. Daneben tummeln sich zahlreiche weniger bekannte Weltmarktführer, zu denen Firmen wie der Flaschenabfüller Alpla, die Austria Metall AG oder die Plansee Group gehören. Da gibt es manche Gründe auch für Dienstwagenfahrer, nach Österreich zu fahren – sei es nun beruflich oder privat.

Aktuelle Einreisebestimmungen liefert natürlich das Auswärtige Amt – vor allem in der Corona- Pandemie eine verlässliche Größe. Jetzt in den sich schnell ändernden Zeiten angesichts wieder steigender Inzidenzen ist eine valide Informationsquelle von großer Bedeutung.

Strafen und Pflichten 
Vor der Einreise mit dem Dienstwagen nach Österreich empfiehlt es sich, einen Blick in den Bußgeldkatalog zu werfen. Wer mit einem Weinchen intus seine Fahrt fortsetzen möchte, sollte achtgeben. Bis 0,5 Promille sind erlaubt, aber schon das Überschreiten bis 0,79 Promille kann bis zu 3.700 Euro Bußgeld nach sich ziehen. Dabei sind andere Verstöße gar nicht mal so teuer. Allerdings ist auch in Österreich das zu schnelle Fahren deutlich teurer geworden – so kosten 30 km/h Übertretung jetzt 170 statt 50 Euro – das ist gepfeffert, sind aber noch keine schweizerischen Verhältnisse. Wiederholtes Rasen mit deutlich mehr als 50 km/h Übertretung kann sogar mit bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Das Benutzen des Mobiltelefons am Steuer ist, wenn einem die Polizei nicht gerade grobe Gefährdung nachweisen kann, mit 50 Euro noch halbwegs günstig abgegolten. Bei einem einfachen Rotlichtverstoß winken 70 Euro Bußgeld.

Wer vermutet, das später nach Hause geschickte Knöllchen einfach ignorieren zu können, hat sich geirrt. Bußgelder ab einer Höhe von 25 Euro werden durchaus vollstreckt. Ein weiteres Bußgeld wird übrigens auch verhängt, wenn der Halter den Fahrer nicht benennt.

Der Flottenmarkt 
Österreichs Automarkt ist stark geprägt von Firmenzulassungen – fast 70 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf Firmen. Grundsätzlich gilt: Die beliebtesten Fahrzeuge in Österreich sind auch für uns Deutsche bekannte Marken und Modelle. Škoda Octavia, Volkswagen Golf, Škoda Fabia, Fiat 500 und Volkswagen Polo stehen ganz hoch im Kurs.

Wer in Österreich ein Auto kauft, muss mit der stark vom CO2-Ausstoß variierenden NoVA (Normverbrauchsabgabe) rechnen. Der Höchststeuersatz beträgt 32 Prozent, die noch einmal auf den Fahrzeugpreis kommen – auf diese Weise möchte Österreich eine ökologische Lenkungswirkung erzielen. So kann ein verbrauchsintensives Auto schnell mal 20.000 Euro oder mehr zusätzlich kosten im Vergleich zu den deutschen Autopreisen. Bei Elektrofahrzeugen entfällt die NoVA hingegen gänzlich.

Eine Frage des Standortes 
Entscheidet sich ein grenznaher Dienstwagenfahrer eines deutschen Unternehmens, seinen Wohnsitz dauerhaft nach Österreich zu verlegen, muss er aufpassen. Handelt es sich beispielsweise um einen NoVA-pflichtigen Wagen, der aber – logischerweise – in Deutschland zugelassen ist auf die Firma des Arbeitnehmers, kann die NoVA dennoch fällig werden, wenn das Auto dauerhaft in Österreich eingesetzt wird. Denn der permanente Standort des betreffenden Fahrzeugs ist maßgeblich. Hier kann dann nicht nur die teure NoVA zuschlagen, sondern auch der österreichische Staat mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro.

Problematisch kann es auch für Außendienstler deutscher Unternehmen werden, deren Einsatzgebiet überwiegend in Österreich liegt. Dann nämlich können die österreichischen Behörden verlangen, das Fahrzeug im vornehmlichen Einsatzgebiet zuzulassen. Doch die Firma kann das womöglich überhaupt nicht, wenn diese gar keine Niederlassung dort unterhält.