PDF DOWNLOAD

1950, also vor exakt 70 Jahren, lief der erste Transporter (T1) in Wolfsburg vom Band und legte damit den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der T-Baureihe, welche von Fans häufig als „Bulli“ bezeichnet wird. Der Käufer des ersten T1 war damals ein Gewerbetreibender aus Hildesheim. Bis heute, mittlerweile sind wir beim T6.1 angekommen, erfreut sich die Baureihe größter Beliebtheit, und das sowohl bei gewerblichen als auch bei privaten Kunden. Im nächsten Jahr wird Volkswagen den mit Spannung erwarteten T7 präsentieren. 

In diesem Jahr wurde bereits der kleine Bruder des Transporters, der Caddy, neu aufgelegt. Dank des Modularen Querbaukastens (MQB), auf dem auch der VW Golf 8 beruht, ist der neue Caddy in allen Bereichen näher an einem Pkw als an einem Nutzfahrzeug, ohne dabei seine Praktikabilität zu verlieren. Das Konzept hat wohl auch Ford gut gefallen und so kooperiert das Unternehmen mit dem norddeutschen Autobauer bei der Produktion des Caddy beziehungsweise des Ford Transit Connect. Die Zusammenarbeit geht sogar noch einen Schritt weiter, denn der Amarok, das Pick-up- Modell von Volkswagen, bekommt 2022 auf der Plattform des Ford Rangers einen Nachfolger und wird wohl im gleichen Werk in Südafrika gebaut werden. Weitere gemeinsame Entwicklungen der beiden Automobilkonzerne in Sachen autonomes Fahren, Elektromobilität und der Produktion von Nutzfahrzeugen sind ebenfalls geplant.

Der Bulli freilich bleibt einzigartig. Wobei er in Zukunft Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommt. Der T6 ist ein umfangreiches Facelift des seit 2003 gebauten T5, der aktuelle T6.1 wiederum ein Facelift des T6. Diese letzte Version wird vermutlich auch nach dem Erscheinen des T7 weiter auf dem Markt bleiben. Der Grund dafür liegt in der bereits angesprochenen MQB-Plattform, auf der nun auch der neuen Transporter beruhen soll. Für den harten Nutzfahrzeug-Alltag ist diese wohl nicht ausgelegt, was die Weiterführung des T6.1 in der Cargo-Variante nötig macht. Hinzu kommen ab 2022 noch der rein elektrische ID.Buzz und dessen Nutzfahrzeug-Variante, sodass in der „Bulli-Klasse“ bei Volkswagen Nutzfahrzeuge dann drei Fahrzeuge an den Start gehen. 

Etwas größer als der Caddy und die T-Modelle ist der Crafter, der seit diesem Sommer auch als e- Crafter vom Band läuft. Im Werk Września in Polen wird das erste rein elektrische Nutzfahrzeug von Volkswagen produziert. Übrigens beruht die Produktion auf erneuerbaren Energien. Der Caddy und der T6.1 sind zwar mittlerweile auch in einer Stromer-Variante zu haben, allerdings werden die Fahrzeuge von Fahrzeugveredler Abt auf den umweltfreundlichen Antrieb umgerüstet. Das Volkswagen- Trio aus Caddy, Transporter und Crafter geht also geradewegs ins elektrische Zeitalter.

 

 

KURZINTERVIEW

AXEL CZORA 
Leiter Vertrieb Großkunden Deutschland Volkswagen Nutzfahrzeuge

Flottenmanagement: Welche Innovationen hält der neue Caddy für den Gewerbekunden bereit? 

Axel Czora: Traditionell schließt der Caddy in unserem Portfolio seit 40 Jahren extrem erfolgreich die Angebotslücke unterhalb unseres Bulli: kleiner und günstiger. Die neue Generation steht auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), wie er auch im Golf 8 eingesetzt wird. Mit dem MQB der aktuellsten Entwicklungsstufe halten zahlreiche neue Technologien ihren Einzug in die Caddy- Baureihe: Innovative Assistenzsysteme wie der „Travel Assist“ und ein neuer Abbiegeassistent erhöhen die Sicherheit und den Komfort; vernetzte Infotainment- und digitalisierte Bediensysteme machen den Caddy zum Smartphone auf Rädern und das neue Twindosing wandelt die Stickoxidemissionen der sparsamen Turbodiesel in Wasser und harmlosen Stickstoff um. Interessant für Dienstleistungs-, Handel- und Gewerbekunden: Der Caddy Cargo hat 3,1 Kubikmeter Laderaum, beim Caddy Cargo Maxi sind es 3,7 Kubikmeter. In den Cargo mit normalem Radstand passen bis zu zwei Paletten quer zwischen die Radkästen, beim Cargo Maxi geht sogar eine quer durch die neue größere Schiebetür mit über 84 Zentimetern Breite, ein Benchmark im Segment, und eine weitere wahlweise quer oder längs durch die Heckflügeltüren hinein. 

Flottenmanagement: Welche Strategie verfolgt Volkswagen Nutzfahrzeuge in Sachen alternative Antriebe?

Axel Czora: Mit dem Blick auf den Klimaschutz brauchen wir einen schnellen Umstieg auf alternative Antriebe. Elektromobilität spielt dabei eine zentrale Rolle, vor allem für Pkw. Im innerstädtischen Lieferverkehr mit geringer täglicher Fahrleistung sind batterieelektrische Antriebe auch für leichte Nutzfahrzeuge die ökologisch und wirtschaftlich beste Wahl. Wir haben 2019 den T6.1 gelauncht und soeben den Caddy 5, die sowohl mit konventionellen, modernen Verbrennern angeboten werden als auch zum e-Abt T6.1 umgerüstet werden können oder bald als Caddy 5 mit CNG oder als Plug-in-Hybrid bestellbar sind. Der e-Crafter ist schon als KEP-Fahrzeug im Einsatz. 2022 wird dann noch der vollelektrische ID. Buzz gelauncht. Unsere Flottenkunden können dann aus einem guten Mix der Antriebe aus Verbrenner, CNG, Hybrid bis rein elektrisch für jeden Einsatzzweck die richtige Lösung wählen. 

Flottenmanagement: Welche Neuheiten werden in den nächsten zwölf Monaten gelauncht? 

Axel Czora: Neben dem nun anlaufenden Marktstart des neuen Caddy und seiner zahlreichen sowie vielfältigen Varianten, die wir in den nächsten Monaten bringen, können Sie sich auf den neuen T7 freuen. Die Architektur des komplett neu entwickelten Fahrzeugs macht es möglich, einerseits modernste, effiziente Otto- und Dieselmotoren anzubieten, ihn aber auch als Plug-in-Hybrid zu elektrifizieren.