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Rund 90 Fahrzeuge pro Tag wurden 2019 laut Bundeskriminalamt (BKA) gestohlen; darunter auch Kleintransporter aller Hersteller. Diese Angaben sind in dem jüngst vom BKA veröffentlichten Bundeslagebild „Kfz-Kriminalität“ zu finden. Die Zahl der gestohlenen Kleintransporter ist nach wie vor auf einem hohen Niveau. Fahrzeuge werden ausgeschlachtet oder als Ersatzteilträger weiterveräußert. Eine hohe Stückzahl von Fahrzeugen wird ins Ausland gebracht. Das wirft die Frage auf, ob in den Zielstaaten eventuell Transportkapazitäten gebraucht werden. Fest steht: Der wirtschaftliche Schaden ist für einen Unternehmer meist deutlich größer als der eigentlich versicherte Schaden. Montageaufträge oder Lieferungen können nicht termingerecht ausgeführt werden. Dazu kommen Lieferfristen für Neufahrzeuge und deren Ausstattungsvarianten sowie gegebenenfalls Spezialeinbauten. Zusätzlich muss das entwendete Werkzeug neu angeschafft werden. Teilweise handelt es sich um teures Spezialwerkzeug. 

Dabei muss es nicht immer die Totalentwendung sein. Neben dem Diebstahl von kompletten Fahrzeugen greifen die Diebe auch gern bei den hochwertigen Maschinen im Laderaum zu. Auch stehen Fahrzeuganbauteile, insbesondere die Partikelfilter der Abgasanlagen, hoch im Kurs bei den Tätern.

Wir als Flottenversicherer kennen die Problematik und unterstützen unsere Kunden, um derartige Risiken zu minimieren. Unsere langjährigen Schadenerfahrungen zeigen deutlich, dass herstellereigene Wegfahrsperren durch die professionellen Tätergruppen im einstelligen Minutenbereich außer Betrieb genommen werden. Durch Blitzeinbrüche werden hochwertige Maschinen aus dem Laderaum entwendet. Alles, was sich auf den Auktionsplattformen schnell veräußern lässt, ist beliebt und wird mitgenommen. 

Daher empfehlen wir, Fahrzeuge mit zusätzlichen herstellerunabhängigen Wegfahrsperren und Alarmanlagen auszustatten und Maschinen oder Material in den Laderäumen mit Radarsensoren zu sichern. Um Blitzeinbrüche zu vermeiden, ist es notwendig, Maschinen im Laderaum nochmals mit einer mechanischen Sicherung zu versehen. So können zum Beispiel Transportkoffer mit Maschinen mit einem zusätzlichen Drahtseil gegen Wegnahme gesichert werden.

Ziel dieser Sicherungsmaßnahmen ist es, den Tatzeitraum so zu verlängern, dass entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Neben der akustischen und visuellen Alarmierung ist eine Alarmweiterschaltung zu veranlassen, beispielsweise zum Mobilfunktelefon des Fahrers. 

Und bitte beachten Sie: Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit sollten Transportfahrzeuge nicht mit laufendem Motor vor den Häusern stehen gelassen werden, solange der Fahrer damit beschäftigt ist, Pakete zu verteilen. Andernfalls freut sich jemand anders über einen ganzen Transporter voller Weihnachtsgeschenke!