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Das hätte man vor wenigen Jahren mal jemandem erzählen müssen – ein kompakter Jeep mit 240 PS. Und dann auch noch aus 1,3 Litern Hubraum. Verrückte Welt. Naja, ganz so ist es ja nicht, schließlich bildet der Benziner unter der Motorhaube nur die halbe Wahrheit ab. Denn obwohl der Vierzylinder-Turbo mit 180 PS recht proper ausfällt, muss erst die 60 PS starke E-Maschine ihren Output in die Waagschale werfen, um auf diesen Sehnsuchtswert zu kommen. Und genau der lockt hinter das Steuer. Ist die gut 11 kWh große Traktionsbatterie leer, fährt der stärkste Compass hybridisch – ganz leer wird der Akku nie, der Stromvorrat reicht immer zum Boosten. Bei geladenem Stromspeicher sind etwa 40 Kilometer rein elektrische Reichweite nach WLTPNorm drin. Übrigens nutzen die Ingenieure das Antriebssystem gleichzeitig als Allradlösung – so treibt die elektrische Maschine die Hinterräder an, während der Benziner seine Kraft per Sechsgang-Automatik auf die Vorderräder überträgt. Wie fährt der Power-Compass denn nun? Bei hybriden Antriebssystemen ist immer spannend, welche Maschine gerade aktiv ist und wie geschmeidig sich die Übergänge gestalten. Das Jeep-System hat den Vorteil, dass die Hinterachse völlig unabhängig angesteuert werden kann; ist der Verbrenner am Werk, bürgt der Automat für sanftes Gebaren samt Übersetzungswechsel. Und der Start an der Ampel vollzieht sich stets kräftig, weil die Elektromaschine gleich vom Start weg mit 250 Nm Drehmoment an den Pneus reißt. Im Alltag gibt dieser Compass den souveränen Cruiser, verwöhnt mit ansatzlosem Vortrieb und legt auf Befehl des rechten Pedals auch mal einen heißen Sprint hin. Dann geht es mit vereinten Kräften beider Aggregate innerhalb von 7,3 Sekunden auf 100 km/h – damit können sogar sportwagenverwöhnte Kunden leben. Im Gegenzug kommt der kommode Allrounder mit äußerst kleinen Portionen fossilen Brennstoffs zurecht, sofern man häufig von der Möglichkeit Gebrauch macht, ihn mit Ökostrom aufzuladen. Zumindest aber lässt sich mit ihm häufig lokal emissionsfrei unterwegs sein, denn die Ladeinfrastruktur ist mittlerweile recht gut ausgebaut hierzulande mit weit über 20.000 öffentlichen Ladepunkten.

Um Ladepunkte aufzuspüren, dient das serienmäßige Navigationssystem. Generell ist der Compass in puncto Infotainment gut gerüstet, bietet neben dem großen Touchscreen in der Mittelkonsole auch noch eine üppige TFT-Fläche im Kombiinstrument, um viele Informationen an den Fahrer zu leiten. Dennoch gibt es darüber hinaus mechanische Anzeigenadeln – hier ist der Jeep klassisch unterwegs. Mit einem Netto-Einstiegstarif von 39.159 Euro ist der kräftige Compass so eingepreist, dass den Kunden eine Gesamtförderung von 6.750 Euro winkt. Über mangelnde Ausstattung können sich Compass-Kunden ebenfalls nicht beklagen. Elektrische Heckklappe, Parkpiepser, schlüsselloses Schließsystem, Sitzheizung und Tempomat werden frei Haus geliefert. Und bitte unbedingt zum aktiven Tempomat greifen, der Komfort und Sicherheit bringt – mit 210 Euro netto geht er als Schnäppchen durch.