PDF DOWNLOAD

Mit dem Polestar 2 möchte die neu gegründete schwedische Marke die Straße erobern, das steht außer Frage. Unkonventionell, stylisch und rein elektrisch soll das funktionieren. So rollt der Mittelklässler als Crossover im betont feschen Kleid an. Was ist das eigentlich nun für eine Karosserieform? Ein Schuss Limousine, gepaart mit einem Hauch von SUV plus ein Spritzer Kombi ergibt ein ziemlich cooles Gesamtbild. Ein futuristisch anmutendes LED-Leuchtband am Hinterteil des Fließhecks rundet den Eindruck ab. Die Besonderheit dieses Autos merkt man auch daran, dass die Passanten aufmerksam und meist anerkennend schauen, wenn der Schwede vorbeisurrt, und das, obwohl man ihn ob seines reinen Elektroantriebes ja kaum hört. Dabei steckt jede Menge Power unter dem Blech, denn der Launch des „2“ erfolgt in der 408 PS starken Variante mit jeweils einer per separatem Motor angetriebenen Vorder- sowie Hinterachse. Also erst einmal einsteigen und zurechtfinden. Es gibt keinen Startknopf, wer den elektronischen Schlüssel in der Tasche hat, kann einfach die Fahrstufe einlegen und durchstarten.

Dass der Power-Stromer loslegt, wie es ein waschechter Sportler tun würde, verwundert angesichts der Leistung und des Drehmoments von 660 Nm quasi aus dem Stand kaum. Aber wenn man die Spurtfähigkeit dann ganz real noch einmal auf die Probe stellt, zeigen selbst die Mundwinkel eines hartgesottenen Autotesters nach oben, und das sogar eine ganze Weile lang. Doch der Polestar 2 macht noch mit einem anderen Themengebiet neugierig. Er ist nämlich eines der wenigen derzeit auf dem Markt erhältlichen Fahrzeuge, bei denen eine Vielzahl von Funktionen über ein Computer- Betriebssystem gesteuert wird. Die in diesem Fall auf Android basierende Oberfläche erlaubt es, viele Features schneller zu bedienen, allen voran das Navigationssystem. Ziel in der oberen Zeile rasch per Touchscreen eingeben, und in Bruchteilen von Sekunden kann es schon losgehen. Um die ganze Fülle des Polestar 2 erfassen zu können, geht natürlich ein bisschen Zeit ins Land, doch die wichtigsten Funktionen entdeckt man schnell. Dazu freilich gehört auch das Einstellen der gewünschten Rekuperationsstärke.

Wohlfühlfaktor stellt sich übrigens schnell ein, das liegt nicht zuletzt daran, dass es in dem Batteriefahrzeug dank cleverem Package luftig zugeht. Lange Strecken spult der Skandinavier locker ab, und spätestens jetzt wird sich der eine oder andere Leser fragen, wie denn das zu bewerkstelligen sei. Mit einem 78 kWh-Akku überhaupt kein Thema, der ja nicht nur viel Energie speichert, sondern sich mit hoher Ladeleistung auch noch schnell befüllen lässt. Das Werk nennt 470 Kilometer als praxisnahe WLTP-Reichweite und eine Ladezeit von zehn auf 80 Prozent binnen 30 Minuten, was in der Kombination für eine gute praktische Nutzung sorgt. Völlig neu ist das Vertriebsprinzip von Polestar – Fahrzeuge des Labels werden ausschließlich digital bestellt über die Markenwebsite. Der Startpreis für den Polestar 2 beträgt netto 46.155 Euro, wobei von dieser Summe ja noch die staatliche Förderung von mindestens 5.000 Euro abgezogen werden muss. Über Sonderausstattung muss man sich übrigens keine Gedanken mehr machen, denn bezüglich Assistenz und Konnektivität bleiben wirklich keine Wünsche offen.