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Um die Verhältnisse gleich klarzustellen: Auch der Ford Kuga rollt künftig in einer Plug-in-Hybrid- Version an den Start, aber dazu wird es zu einem späteren Zeitpunkt mehr Informationen geben. Flottenmanagement fühlt zunächst einmal dem klassischen Diesel auf den Zahn – eine andere Version ist in diesen frühen Tagen auch nicht verfügbar. Unter der Haube steckt also ein zwei Liter großer Selbstzünder – er leistet 150 PS. Aber ganz ohne E-Maschine läuft es beim klassischen Diesel auch nicht ab, denn es boostet ein 16 PS und 50 Nm Drehmoment potenter Flüstermotor, der per Riemen auf die Kurbelwelle zugreift. Heißt in der Praxis: Rein elektrisch geht es hier nicht vorwärts, aber die kleine Zusatzmaschine hat ganz schön Kraft, um genau in dem Moment reinzupowern, wenn der Turbo mangels Abgas noch nicht fit ist – variable Turbinengeometrie hin oder her. 

Witzigerweise rollt der Tester als Variante mit konventionellem Schaltgetriebe an, das dürfte den Traditionalisten gefallen. Tradition und Moderne quasi – denn die Schnittstelle ist hier der Riemenstarter. So ploppt der Vierzylinder an der Ampel an und aus, was immer wieder faszinierend ist alleine vom Geräusch. Lediglich beim Erststart wird der Selbstzünder konventionell per Ritzel angeworfen, ein bisschen Tradition also auch hier. Aber nun los, auch Flottenmanagement ist neugierig, wie der Mildhybrid fährt und – ob er wohl reicht. Klares Ja, denn mehr Leistung braucht man nicht. Das Drehmoment-Pack (370 Nm ab zweitausend Touren) zieht sauber durch, im großen Gang die Serpentinen hochpesen macht der Kuga richtig gut. Doch wie ist es nun um das Anfahren bestellt? Zur Erinnerung, da zerren zusätzliche 50 Nm an der Kurbelwelle. Also, die Elektrokraft spürt der Fahrer zwar nicht direkt, aber eine Anfahrschwäche eben auch nicht – perfekt abgestimmt, könnte man sagen. Mit dem exakten Schaltgetriebe erhält der Ford übrigens einen sportlichen Touch, der ihm gut zu Gesicht steht. Schließlich ist bekannt, dass die Kölner Ingenieure auch in Sachen Fahrwerk einen richtig guten Job machen, und so bereitet das SUV auch über Land mächtig Gaudi.

Bleiben Assistenz und Infotainment. Letzteres, das sei kurz erwähnt, wird mit einem Head-up-Display perfektioniert – ansonsten ist alles am Start von Kombiinstrument ohne mechanische Anzeigen bis zum großen Touchscreen. So richtig aufgedreht hat Ford indes beim assistierten Fahren. Adaptiver Tempomat? Na klar! Es gibt jetzt on top eine Staufunktion, mit deren Hilfe auch für einige Zeit die Querführung übernommen wird, dann lenkt das Fahrzeug also selbst. Klar, wer den vollen Assistenten-Umfang nutzen möchte, muss freilich zum Automaten greifen. Interessante neue Features wie Ausweichassistent und Falschfahrer-Warnfunktion dürften allerdings manchen Unfall verhindern – in Verbindung mit sämtlichen Antrieben. Nun aber Butter bei die Fische, wie viel Kostet der Kuga mit dem Diesel-Mildhybriden? Ab netto 27.605 Euro wird man fündig – serienmäßig sind Bluetooth-Freisprechanlage, Navigationssystem und Parkpiepser. Wer das üppig bestückte Assistenzpaket zu netto 1.176 Euro erwerben möchte, muss zu höheren Ausstattungslinien greifen. Adaptive LEDScheinwerfer sind übrigens ebenso lieferbar.