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Mitarbeitermotivation und -mobilität sind heute zwei wichtige Aspekte bei der Gewinnung und Erhaltung von qualifizierten Fachkräften. Unternehmen außerhalb von Großstädten ebenso wie Firmen in Großstädten mit Pendlerströmen stehen vor der Herausforderung, Mitarbeiter mit attraktiven Zugaben in ihren Betrieb zu locken. Wo früher gleich mit dem Dienstwagen gewinkt wurde, müssen nun Alternativen her, denn nicht immer ist das Fahrzeug das passende Verkehrsmittel noch das Objekt der Begierde. Was seit einigen Jahren bereits als Dienstleistungsprodukt diverser Leasing- und Fuhrparkmanagementanbieter auf dem Markt ist und bislang aber nur mäßigen Erfolg in Flotten hatte, greifen nun Technologie-Start-ups auf und wollen es mittels Apps oder Prepaid-Kartenkonzepten einfacher und praktikabler machen. Auch die Gesetzesänderung, dank der Arbeitgeberleistungen wie Zuschüsse zum Jobticket nicht mehr mit dem Arbeitslohn versteuert werden müssen, erleichtert den Zugang zum Markt.

Die innovativen Unternehmen sehen sich dabei als Problemlöser, denn dass ein Bedarf an Alternativen zum Dienstwagen da ist, haben sie im eigenen Umfeld oftmals erfahren. Vor knapp zwei Jahren hat MOBIKO angefangen, sich mit der Mobilität von Unternehmen zu befassen, und festgestellt, dass das betriebliche Mobilitätsangebot für Mitarbeiter extrem überholt und starr ist: Führungskräfte und Außendienstmitarbeiter erhalten oft einen persönlichen Dienstwagen, ein weiterer Teil der Beschäftigten bekommt manchmal ein Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr und oftmals wird dem Mitarbeiter gar nichts angeboten. Grund genug, diese Lücke mit einem ganzheitlich durchdachten Produkt zu füllen. Auch movever hat diese Gemengelage als Ansporn genommen, eine effiziente und intelligente Managementsoftware für Unternehmen zu entwickeln, die diese verwenden können, um ein Mobilitätsbudget anzubieten. Dieses kann dann flexibel für sämtliche Mobilitätsarten, ob ÖPNV, Taxi, Carsharing, Mikromobilität und vieles mehr, eingesetzt werden. Bei MOBIKO gibt es nicht einmal Landesgrenzen, die eingehalten werden müssen.

Das digitale Mobilitätsbudget von moovel, einem Joint Venture der BMW Group und der Daimler AG, ermöglicht seit Mai mehr als 3.000 Mitarbeitern der Daimler Financial Services, auf dem täglichen Weg von und zu der Arbeit oder privat auf das eigene Auto zu verzichten. Derzeit steht eine Umstrukturierung sowie die Umbenennung in REACH NOW an. Auch die Ausgründung des Berliner Verkehrskonzerns Transdev, das Unternehmen Everride, das sich auf Mobilitätsbudgets für Arbeitnehmer fokussiert, soll in die Umstrukturierung einbezogen sein. Testnutzer beziehungsweise Unternehmen für einen Testbetrieb sucht derzeit das Konzept Moovster, das ebenfalls auf die digitale Lösung setzt und das Mobilitätsbudget über eine App zur Verfügung stellt.

Allen Anbietern gemein ist, dass sie eine digitale Plattform anbieten, über die Arbeitgeber individuell die Leistungen und Budgets freigeben können, die sie ihren Mitarbeitern zukommen lassen wollen. Darüber haben alle Beteiligten Zugriff auf ihre Aktivitäten und können diese verwalten, sprich Belege hochladen, Daten exportieren et cetera. Die Erstattung der Mobilitätsausgaben erfolgt dann mit der kommenden Gehaltsabrechnung. Auch steuerlichen Fragen haben sich die Entwickler angenommen und diese rechtskonform in die Anwendung gebracht. Franziska Mayr, Co-Founder und Head of Marketing and Communications bei der MOBIKO GmbH, erklärt: „Anstatt die eingereichten Mobilitätsbelege einfach nur pauschal zu versteuern, kommt an dieser Stelle die Künstliche Intelligenz der Anwendung zum Tragen: Mit dem eigens entwickelten Steueralgorithmus und den dazu vorliegenden Mobilitätsdaten wird eine wirtschaftlich optimierte und steuerkonforme Besteuerung aller Ausgaben sichergestellt.“ Und auch Daniel Dietze, Co-Founder und Geschäftsführer bei der movever GmbH, verkündet, dass in Kürze eine automatisierte steuerliche Bewertung des Mobilitätsbudgets integriert wird. Teilweise können die Apps mit dem jeweiligen Unternehmenslogo gebrandet werden, beispielsweise ist die movever-Software als White- Label-Lösung konzipiert.

Ähnliche Absichten verfolgen die Anbieter belmoto mobility und XXImo mit ihren mobility cards, die als Prepaid-Karten funktionieren und mit Guthaben geladen werden können. Die Verwaltung erfolgt nach ähnlichen Vorgaben per App oder Software, Guthaben und Mobilitätsoptionen lassen sich individuell einstellen.

Ziel dieses neuartigen Angebots, ob per App oder Karte, soll es sein, Mitarbeiter mit einem Zuschuss zu der Mobilität, die sie benötigen, zu incentivieren und gleichzeitig einen Beitrag zu nachhaltiger Fortbewegung zu leisten. Anreize im Sinne von Gamification bietet die Lösung von Moovster. Sie möchte damit zusätzlich noch zu besonders flexiblem und nachhaltigem Mobilitätsverhalten anregen und stellt über das Sammeln von Münzen besondere Belohnungen in Aussicht. Sicherlich mit Blick auf die Generationen Y und Z, denen als Digital Natives eine Affinität für spielerische Motivation nachgesagt wird.

Und wo sehen sich die Start-ups in drei Jahren? „Aufbauend auf das heutige Gerüst von movever haben wir schon jetzt eine klare Vision, welche sinnvollen Funktionen und Ergänzungen wir implementieren werden. Immer mit dem Ziel, die Nutzererfahrung zu verbessern, betrachtet movever die Unternehmensmobilität ganzheitlich und bindet die private und urbane Mobilität mit ein. Ein grundsätzlich nachhaltiger Ansatz mit Nutzer- Gamification rundet das Profil ab“, blickt Daniel Dietze von movever in die Zukunft. Nachhaltigkeit haben auch die Entwickler von MOBIKO fest im Blick: „Perspektivisch wird sich MOBIKO über den initialen Use Case hinaus weiterentwickeln, unserer Mobilitäts-DNA wollen wir aber treu bleiben. Neue Märkte, weitere Anwendungsmöglichkeiten – beispielsweise auch geschäftliche Mobilität. Vor allem wollen wir aber einen stärkeren Fokus auf nachhaltiges Fortbewegen legen. Unser Start-up hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen eine Lösung zu bieten, ökologische sowie ökonomische Verantwortung mit den Werten und Bedürfnissen jedes Mitarbeiters in Einklang zu bringen. Wir glauben daran, dass ökologisches Umdenken nur dann schnell genug passiert, wenn wir ökologisches Verhalten an ökonomische Anreize knüpfen“, so Franziska Mayr. Und so erhält auch der betriebliche Mobilitätswandel im urbanen Raum eine digitale Infrastruktur, die diesen gut unterstützen kann.