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Die Automobilhersteller haben verstanden, dass Elektromobilität eben nicht nur bedeutet, ein (teil-)elektrisches Fahrzeug anzubieten, sondern die E-Mobilität ein Gesamtangebot aus Fahrzeug, Infrastruktur und Dienstleistung beinhaltet. Für die Infrastruktur halten die Hersteller eine Vielzahl von Produkten bereit: So bietet Mercedes-Benz beispielsweise die Mercedes-Benz Wallbox Home an. Die Lösung für das Laden zu Hause soll bis zu drei Mal schnelleres Laden als an einer Haushaltssteckdose ermöglichen. Dies ist insbesondere dann von Relevanz, wenn batterieelektrische Fahrzeuge mit großen Batterien geladen werden sollen. Der Mercedes-Benz EQC 400 verfügt beispielsweise über eine Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 80 kWh. Eine Haushaltssteckdose bietet jedoch nur einen Einphasenwechselstrom, wodurch überhaupt nur eine Ladeleistung von maximal 3,7 kW realisiert werden kann. Eine Wallbox ist hingegen in der Lage, mit einer Ladeleistung von maximal 12,8 kW (bei 2 Phasen, 400 V Spannung und 16 A Stromstärke) zu laden. Je nach Automobilhersteller werden neben einer Basis-Wallbox weitere Wallbox-Typen angeboten. Zum Start des neuen ID.3 bringt Volkswagen zum Beispiel gleich drei Wallboxen auf den Markt: Die Basisversion ID. Charger mit fest angeschlossenem Typ-2-Ladekabel und einer Ladeleistung von bis zu 11 kW, den ID. Charger Connect, der sich im Gegensatz zur Basisversion per LAN oder W-LAN mit dem Heimnetzwerk verbinden lässt, sowie den ID. Charger Pro, welcher neben den digitalen Funktionen der Connect-Variante auch ein serienmäßiges LTE-Modul und einen integrierten Stromzähler bietet. Welche Wallbox vor Ort realisiert werden kann, sollte von einem qualifizierten Elektriker überprüft werden. BMW bietet beispielsweise einen eigenen Wallbox-Installationsservice an, über den neben der Prüfung der Stromanbindung auch die Lieferung, Installation, Inbetriebnahme sowie die Einweisung abgewickelt werden.

Das Thema Elektromobilität haben aber auch die Stromanbieter für sich entdeckt: So bietet nahezu jeder große Energieversorger ein E-Mobilitätsangebot für den Privatkunden an, samt Installationsservice, Hardware und Abrechnungsservice. Zum Beispiel umfasst das Angebot „EnBW mobility+ Wallbox“ neben den zuvor angesprochenen Leistungen auch gleich den passenden Ökostrom-Tarif. Aber auch für Gewerbekunden werden neben Ökostrom verschiedenste Stromtankstellen für drinnen wie draußen, für Fahrräder und Autos, als frei stehende Säule oder als Wandladestation angeboten. Über InCharge vermarktet Vattenfall beispielsweise sein Elektromobilitätsportfolio, das bereits beim Gebäudebau ansetzt. Hier fließen die technische Expertise bei der Planung sowie eine Beratung mit ein. E.ON wirbt hingegen damit, dass über einen der größten Energieversorger hierzulande sogar komplette E-Mobilitätslösungen für Kommunen entwickelt werden, vom kommunalen Elektromobilitätskonzept bis zu intelligenten Abrechnungssystemen. Bereits seit einigen Jahren ist innogy im Rahmen der innogy eMobility Solutions GmbH Partner vieler Elektromobilitätskonzepte: So werden hierüber beispielsweise Ladelösungen wie die eStation smart multi QC45 speziell für Tankstellen entwickelt. Die Ladestation, die an eine Tanksäule erinnert, ermöglicht ein schnelles Laden von Gleich- und Wechselstrom an nur einer Ladesäule. Das Portfolio der WAYDO GmbH beinhaltet die Angebote für Gewerbekunden und Kommunen der EWE AG im Bereich Elektromobilität. Neben der Installation und dem Betrieb von Ladeinfrastrukturen umfasst das Leistungsangebot von WAYDO beispielsweise auch die Fahrtenanalyse, um herauszufinden, ob und wie Elektromobilität in einem Unternehmen wirtschaftlich einsetzbar ist.

Neben den Fahrzeugherstellern und Energieversorgern hat sich aber auch eine Reihe neuer Player am Markt der Elektromobilität gut positioniert. Beispielsweise bietet die eeMobility GmbH aus München ein Komplettangebot für das Laden zu Hause, das von der Wallbox über Ökostrom bis zum Service inklusive App alle Elemente beinhaltet, um den Betrieb einer eigenen Ladestation so einfach wie nur möglich zu gestalten. Die Lösungen der wallbe GmbH setzen bereits bei der Beratung an – egal ob Projektberatung, Strategieberatung, Technologieberatung oder Vorträge und Workshops. wallbe möchte dabei auch ihren Kunden ein Umdenken beibringen, denn die Möglichkeiten der Elektromobilität machen jedes Parken zu einer Lademöglichkeit. Alle Aufgaben zur Verwaltung von Ladeinfrastrukturen soll die Software be.ENERGISED von has·to·be übernehmen und damit zusammen mit den E-Mobilitätsservices des österreichischen Unternehmens für den laufenden Betrieb eine Komplettlösung für die Elektromobilität jeder Größenordnung generieren. ChargeHere befasst sich hingegen vor allem mit der Ladetechnik: Der zur EnBW gehörende Anbieter verfolgt bei seinem Ladesystem einen anderen Ansatz als viele Marktbegleiter und setzt auf eine zentrale ChargeBase, welche die gesamte Technik beinhaltet, die sonst in Wallboxen verbaut ist. An den Parkplätzen selbst werden in den TwinChargern nur noch zwei Spiralladekabel bereitgestellt. Es wird somit weniger Ladetechnik verbaut, als es Ladepunkte gibt. Auch ChargeX möchte über das Konzept von Aqueduct die benötigte Ladetechnik reduzieren: Im Vergleich zu ChargeHere kommt hier aber ein Startmodul zum Einsatz, das über eine Zuleitung am Verteilerkasten angeschlossen ist und an dem sich einfach nach dem Plug-and-play-Prinzip mittels Verbindungskabel Erweiterungsmodule anschließen lassen.

Nicht zuletzt dürfen bei Themen wie Ladeinfrastruktur auch etablierte Dienstleistungsunternehmen nicht fehlen: Unter AlphaElectric fasst Alphabet sein Portfolio für ganzheitliche E-Mobilitätslösungen zusammen. Dies beginnt bereits beim Finanzleasing und bei der Auswahl von Elektrofahrzeugen und reicht über das umfassende Angebot an Ladelösungen und Energiemanagement bis zu individuellen Serviceleistungen. Die BayWa AG setzt hingegen auf ein modulares System, das sich an den Prioritäten der Kunden orientiert. Abgestimmt auf die individuellen Anforderungen der Kunden wurden sogenannte BayWa eMobil Module entwickelt, die ein flexibles Handeln im Rahmen der oft komplexen Elektromobilität ermöglichen sollen. Das reichhaltige Angebot von Ladelösungen bei der The Mobility House GmbH umfasst neben einer Vielzahl von Ladestationen und den Serviceangeboten für Installation, Wartung sowie Abrechnung auch Lösungsansätze für die Nutzung von Photovoltaikanlagen. Unter die Dienstleister hat sich auch die Webasto Gruppe gemischt: Der weltbekannte Automobilzulieferer will mit Webasto Charging eine zukunftssichere Basis schaffen, um die Chancen und Vorteile der Elektromobilität in Unternehmen zu nutzen. Beginnend mit der Analyse der Infrastruktur sowie der Planung des Ladebedarfs der Flotte über die Installation der Ladestationen bis zur Inbetriebnahme und Steuerung der Ladeinfrastruktur – Webasto möchte nicht nur bei Heizungen und Kühlungen das Maß aller Dinge sein.