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Wenn wir in der letzten Folge des großen Flottenmanagement- Kostenvergleichs noch davon sprechen konnten, dass die Fahrzeuge dieses Segments zu den Volumenstärksten zählen, ist dies bei den Oberklasse-Limousinen nicht der Fall. Vielmehr sind die 32.392 Neuzulassungen laut KBA in der Oberklasse für das Jahr 2018 beispielsweise nur ein Siebtel der Neuzulassungen (211.512), die allein der VW Golf im letzten Jahr auf sich vereinen konnte. Allerdings sind uns die Modelle, um die es hier geht, sehr bekannt und stets präsent, wenn Politikerinnen und Politiker damit chauf ert werden oder ihnen Stars und Sternchen bei gesellschaftlichen Ereignissen entsteigen. Sprich: Oberklasse-Modelle sind äußerst repräsentativ und wahre Aushängeschilder ihrer Hersteller. Auch gesellten sich zur klassischen Stufenheck-Limousine mittlerweile das Coupé sowie das Gran Coupé, welche einmal mehr Ausdruck individuellen Geschmacks auf hohem Niveau sind.

Die Oberklasse bildet die Speerspitze deutscher Ingenieurskunst in Bezug auf die neuesten Technologien, Komfortausstattungen und Designtrends. Gerade wenn es um das autonome Fahren geht, können in vielen Oberklassemodellen schon sämtliche marktreifen Technologien verbaut werden, teils sind sie bereits serienmäßig an Bord, teils können sie gegen Aufpreis bestellt werden. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch bei der Bewertung der Ausstattung: Obwohl wir im Vergleich zu anderen Segmenten den Umfang der dienstwagenrelevanten Ausstattung stark erhöht haben, gab es hier keine Negativbewertung aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit. In puncto Komfort lässt sich eine Oberklasse nicht nur für längere Reisen, teils auch in einer Langversion, in eine bequeme Lounge umfunktionieren – Stichwort Medien- und Soundausstattung, Sitzkomfort mit Massagefeatures, Klimatisierung und Belüftung. Auch zum Arbeiten können sämtliche Accessoires zur mobilen und diskreten Kommunikation bereitgestellt werden.

In den zwei Teilen des Kostenvergleichs treten sieben Modelle bei den Dieselvarianten und sechs bei den Hybriden mit Benzinmotor gegeneinander an. Selbst diese Fülle an Modellen bildet noch nicht den vollen Umfang des Oberklasse- Segments ab, denn aufgrund der fehlenden Kalkulierbarkeit über den frei zugänglichen Kalkulator von SIXT Leasing fehlten im Vergleich zu der KBA-Au istung die Modelle von Bentley, Cadillac, Maserati und Rolls Royce. Auch das Tesla Model S wurde bei diesem Vergleich außen vor gelassen, da es bislang das einzige rein elektrische Fahrzeug ist. Mit dem Porsche Taycan, dessen Bestellbücher nun geöffnet wurden, könnte es abseits der Rekordjagd der beiden Hersteller auf dem Nürburgring auch im nächsten Kostenvergleich der Oberklasse ein Duell der beiden geben.

Bevor wir uns jedoch in die Analyse der Ergebnisse begeben, noch ein paar Worte zum neuen Kostenvergleich: Kurz vor der 100. Episode unseres Vergleichs hatten wir noch einmal Hand angelegt, um die Struktur zu verbessern und etwas nachvollziehbarer zu gestalten. Nachdem wir die technischen Daten näher beleuchtet haben, widmen wir uns den  ottenrelevanten Details und schließen den Vergleich mit den Kosten ab. Die Kosten sind hierbei ein wichtiges Stichwort: Denn in der Leasingrate ist nun auch das Sorglos- Paket Wartung und Verschleiß inkludiert, was dem Full- Service-Gedanken zuträglich ist.

Doch zurück zum eigentlichen Kostenvergleich: Obwohl das Segment hinsichtlich seines Volumens fast keine Bedeutung zu haben scheint, hat es eine enorme Relevanz für die betriebliche Mobilität. Immerhin entfallen 85,7 Prozent der Neuzulassungen für 2018 bei der KBA-Kategorie „Oberklasse“ auf gewerbliche Halter. Damit übertrifft die Oberklasse selbst die sehr starken 80,1 Prozent der oberen Mittelklasse und könnte fast als rein gewerbliches Fahrzeugsegment bewertet werden. Das liegt nicht zuletzt auch an den vielen Facetten der Oberklasse: Egal ob Allradler, spritsparende oder sogar Hochleistungsmotoren mit bis zu 761 PS, Hybrid- beziehungsweise Elektroantrieb sowie Automatikgetriebe – der Kunde kann hier aus dem Vollen schöpfen. Wir haben uns in puncto Antrieb an einer Leistung von etwa 210 kW (286 PS) bei den Dieselvarianten und 290 kW (394 PS) bei den Benzin-Hybriden orientiert. Daneben  el unsere Vorgabe hinsichtlich des Getriebes auf das Automatikgetriebe.

Oberklasse-Limousinen mit Dieselmotor
Mit den rund 210 kW erreicht eine so motorisierte Oberklasse-Limousine in unter sechs Sekunden die Marke von 100 Stundenkilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 250 Kilometern pro Stunde (Anmerkung der Redaktion: In den meisten Fällen auf 250 km/h elektronisch abgeregelt). Bei den Werksangaben zum kombinierten Verbrauch liegen die ausgewählten Modelle im Bereich von 5,4 bis 6,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer, was im Durchschnitt einen Verbrauch von 5,7 Liter pro 100 Kilometer ergibt. Den ersten Platz in der Sonderwertung „Kraftstoffverbrauch“ holen sich der Audi A7 Sportback 50 TDI und der Volvo S90 D5 mit jeweils 5,4 Liter Diesel auf dieser Distanz. Das Podium in diesem Bereich komplettiert der BMW 740d mit nur 0,2 Litern mehr bei der kombinierten Verbrauchsangabe.

Ein großvolumiger Tank mit einem Fassungsvermögen von 78 Litern bescheren dem BMW 740d in der Kategorie „Reichweite“ mit 1.393 Kilometern den begehrten ersten Platz. Wenn man jedoch das kostenlose Upgrade auf einen 82 Liter fassenden Tank beim Audi A8 50 TDI in Anspruch nimmt, zieht der Ingolstädter mit einer Reichweite von 1.439 Kilometern am Münchner vorbei. Ein weiterer Bayer komplettiert das Podest – der Audi A7 Sportback 50 TDI. Bei den Ladungsdaten, die sich in diesem Segment aus zwei gewerteten Bestandteilen zusammensetzen – Kofferraumvolumen sowie Zuladung – darf man jedoch nicht die Modelle aus Stuttgart vergessen: Beim Kofferraumvolumen holt sich der Mercedes-Benz CLS 350 d mit 520 Litern den zweiten Platz. Bei der Zuladung schaffen es sogar die beiden Oberklasse-Modelle aus Stuttgart auf das Podest – mit 700 Kilogramm landet der Mercedes-Benz S 350 d hier auf dem ersten Platz. Im Schnitt verfügen die Modelle der Oberklasse über ein Kofferraumvolumen von 503,6 Litern und eine maximale Zuladung von 579,4 Kilogramm.

Kommen wir zu den Kosten ... Mit einem Nettolistenpreis von 47.100,84 Euro holt sich der Volvo S90 D5 in der Ausstattungslinie „Momentum Pro“ hier die Goldmedaille. Auch die Zuzahlung von knapp 1.300 Euro, um die geforderte dienstwagenrelevante Ausstattung zu erfüllen, ändert an dieser Platzierung nichts. Durchschnittlich liegt der Nettolistenpreis für ein Oberklasse- Modell mit Dieselmotor bei rund 69.000 Euro; Modelle, die alle unsere Vorgaben bei der dienstwagenrelevanten Ausstattung erfüllen, kosten im Schnitt rund 71.750 Euro netto. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sowohl Audi A8 als auch die beiden BMW-Modelle bereits in der Basisversion über 14 der 15 geforderten Ausstattungsmerkmale verfügen. Dennoch erreicht der Audi nach dem Volvo S90 den zweiten Podestplatz, danach folgt der Mercedes-Benz.

Auch hinsichtlich der Kosten für ein Full-Service-Leasing bleibt es bei dieser Konstellation – Volvo S90 vor Audi S7 Sportback und Mercedes- Benz CLS. Sollte man sich für den Schweden im Leasing entscheiden, spart man bereits bei einer jährlichen Lau eistung von 10.000 Kilometern mehr als 300 Euro gegenüber der durchschnittlichen Leasingrate für eine solch motorisierte Oberklasse-Limousine (783,20 Euro netto); beim Ingolstädter sind es etwas weniger als 300 Euro und beim Stuttgarter immerhin noch mehr als 80 Euro.

Nach Abwägung sämtlicher Wertungen läuft es aber auf einen wohlverdienten Sieg des Audi A7 Sportback 50 TDI quattro tiptronic hinaus, der sich weder bei den technischen Daten noch den Betriebskosten die Blöße geben muss. Auf Platz zwei landet der Mercedes-Benz CLS 350 d 4Matic, der gerade hinsichtlich Kosten und Ladungsdaten ein echter Geheimtipp ist. Das Podium komplettiert der Volvo S90 D5 AWD, der aufgrund des schwächeren Motors und der nicht überzeugenden Ladungsdaten etwas ins Hintertreffen gerät.

Oberklasse-Limousinen mit Benzin-Hybridantrieb
Zwar gehören Modelle der Oberklasse mit modernen Dieselmotoren nicht unbedingt zu den Spritfressern, jedoch können sie in Bezug auf Verbrauchsdaten den Varianten mit Benzin-Hybrid nicht das Wasser reichen: Obwohl die Hybride meist über ein deutliches Leistungsplus verfügen, sinkt der Durchschnittsverbrauch über die sechs Vergleichskandidaten hinweg auf nur 2,9 Liter Super je 100 Kilometer; hinzu kommen im Schnitt 16,8 kWh Energiebedarf auf dieser Streckenlänge. Jedoch hat die zusätzliche Batterie einen Ein uss auf die Ladungsdaten: So verfügen die Oberklasse- Modelle mit Benzin-Hybridantrieb durchschnittlich über einen 421,7 Liter fassenden Kofferraum sowie eine Zuladung von 537,7 Kilogramm.

Im Detail beschleunigt die Systemleistung von rund 290 kW eine Oberklasse-Limousine in nur 5,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer; der Porsche Panamera 4 E-Hybrid erreicht diese Geschwindigkeit bereits nach 4,6 Sekunden. Der Zuffenhausener ist auch bei der Höchstgeschwindigkeit mit 278 km/h das Maß aller Dinge. Diese Leistungsdaten haben natürlich auch einen Ein uss auf die Verbrauchsdaten: So verbraucht der Panamera 2,6 Liter Super zuzüglich 16 kWh Strom pro 100 Kilometer. Mit 1,8 Litern und 15,2 Kilowattstunden holt sich der Volvo S90 T8 TWIN ENGINE AWD die Goldmedaille in der Sonderwertung „Verbrauch“. Beim Thema Verbrauch ist auch ein Hinweis auf den Lexus LS 500h AWD angebracht: Als einziges Modell in unserem Vergleich verfügt der Japaner über keinen zusätzlichen Stromanschluss und die 6,7 Liter Super pro 100 Kilometer lassen sich durch ständige Rekuperation auch auf längeren Strecken erzielen.

König der Sonderwertungen ist in diesem Vergleichsszenario der Volvo S90 T8: Neben dem ersten Platz in der Verbrauchswertung siegt der Schwede auch bei der Reichweite und beim Kofferraumvolumen. Bei der Zuladung können jedoch 84 Kilogramm mehr in den Mercedes-Benz S 560 e L (Anmerkung der Redaktion: „L“ steht hier für die lange Karosserievariante) geladen werden; die 516 Kilogramm des Volvo reichen hier nur für Platz vier (durchschnittliche Zuladung: 537,7 Kilogramm). Wertstabilität ist und bleibt das Revier eines Porsches: Mit 47,12 Prozent liegt der Restwert des Panamera 4 E-Hybrid mehr als 3,5 Prozentpunkte über denen des zweitplatzierten Mercedes-Benz S 560 e.

Was muss man für einen Benzin- Hybrid der Oberklasse investieren? Für das günstigste Modell, den Volvo S90 T8 TWIN ENGINE AWD in der „R-Design“-Ausführung, werden 61.134,45 Euro netto fällig; soll der Schwede alle Vorgaben hinsichtlich der dienstwagenrelevanten Ausstattung erfüllen, steigt der Einstiegspreis auf 62.226,89 Euro netto. Bei den Full-Service-Leasingraten kann sich jedoch der Audi A7 Sportback 55 TFSI e quattro noch vor den Volvo setzen. Auf Platz drei folgt der Lexus LS 500h AWD bei einer jährlichen Lau eistung von 10.000 Kilometern beziehungsweise der BMW 745e bei jährlichen Lau eistungen von 30.000 und 50.000 Kilometern.

Unterm Strich kann sich aber der Volvo S90 T8 gegen seine Kontrahenten durchsetzen. Geringe Kosten, ein sparsamer Motor und der erste Platz in der Sonderwertung „Kofferraumvolumen“ bringen dem Schweden den Sieg. Auf Platz zwei folgt der Audi A7 Sportback 55 TFSI e quattro gefolgt vom BMW 745e.

 

So haben wir gewertet

Der neue Flottenmanagement-Kostenvergleich setzt sich aus fünf Hauptkriterien – den Kosten über Laufzeit und -leistung, den technischen Daten, den  ottenrelevanten Daten, der Ausstattung und den einmaligen Kosten beim Kauf – zusammen. Dabei erhalten die jeweils drei günstigsten Modelle eine grüne Markierung und die drei teuersten eine rote Markierung. Ebenfalls werden  ottenrelevante Fakten wie die Dichte des Servicenetzes und die Restwerte grün beziehungsweise rot markiert und dementsprechend bewertet. Die technischen Daten eines jeden Modells werden unter den Gesichtspunkten des Durchschnittsverbrauchs in l/100 km laut WLTP-Fahrzyklus (zurückgerechnet auf NEFZ-Werte), des CO2-Ausstoßes in g/km, der Reichweite in km sowie der Ladungsdaten – Kofferraumvolumen in l und Zuladung in kg – beurteilt und entweder mit Grün für die drei Bestwerte beziehungsweise Rot für die drei schlechtesten Werte gekennzeichnet. Zusätzlich erhalten segmentspezi  sche technische Daten, wie beispielsweise die Anhängelast gebremst bei SUV, eine entsprechende Grün-Rot-Bewertung. Zudem erhalten Modelle, welche die Vergleichsmotorleistung stark unterschreiten, oder zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch nicht die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen eine Negativbewertung. Eine positive Bewertung erfolgt dementsprechend bei einer deutlich höheren Motorleistung.

Daneben wird eine besonders lange Laufzeit der Fahrzeuggarantie mit einem Pluspunkt respektive einer grünen Markierung hervorgehoben. Falls Elemente der dienstwagenrelevanten Ausstattung nicht lieferbar sind, werden diese rot gekennzeichnet und dementsprechend gewertet. Eine grüne Kennzeichnung im Bereich Ausstattung kann aufgrund einer hohen Anzahl an serienmäßig verbauten dienstwagenrelevanten Ausstattungselementen beziehungsweise einer Mehrwertausstattung erzielt werden, ebenso erfolgt eine Negativ-Wertung bei einer geringen Anzahl.


Dienstwagenrelevante Ausstattung im Segment der Oberklasse-Limousinen:
• Rundum-Airbag-Schutz für Fahrer und Beifahrer (Front-, Kopf- und Seitenairbags)
• adaptiver Tempomat
• aktiver Bremsassistent
• Bluetooth-Freisprechanlage
• Einparkhilfe mit Sensoren beziehungsweise über die Rückfahrkamera
• elektrische Heckklappe
• Klimaautomatik
• Licht- und Regensensor
• Navigationssystem
• Nebelscheinwerfer
• Sitzheizung vorn
• Spurhalteassistent
• Totwinkel-Assistent
• Verkehrszeichenerkennung


Mehrwertausstattung im Segment der Oberklasse-Limousinen:
• Anhängerkupplung
• E-Call/Notrufsystem
• größerer Kraftstofftank
• Totwinkel-Assistent
• Verkehrszeichenerkennung