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Ruhe bewahren!

Alle paar Sekunden kommt es in Deutschland zu einem Verkehrsunfall. Laut Statistischem Bundesamt krachte es 2015 alle 13 Sekunden auf deutschen Straßen und diese Statistik erfasst nur die gemeldeten Unfälle. Die Wahrscheinlichkeit, als Pkw-Fahrer in einen Unfall verwickelt zu werden, ist so hoch wie bei keinem anderen Verkehrsmittel. Gleichwohl es in den meisten Fällen glimpflich ausgeht und nur ein Blechschaden entsteht, sollte jeder Autofahrer wissen, wie er sich im Falle des Falles richtig verhält.

Was man bei einem Unfall alles nicht machen sollte, scheint jeder zu wissen. Beispielsweise als Unbeteiligter Handyvideos von der Unfallsituation machen. Doch wie man sich korrekt verhält, ist nicht allen klar. Das sieht man beispielsweise daran, in welcher Entfernung zum Geschehen das Warndreieck aufgestellt wird. Zugegeben, die Unfallsituation an sich, wenn man daran beteiligt ist, sorgt schon für einen ordentlichen Adrenalinschub, der schon mal das logische Denken beeinträchtigen kann. Wir vom Flottenmanagement haben einmal wichtige Verhaltensschritte zusammengefasst.

Das Wichtigste zuerst
Bevor man das Handy in die Hand nimmt, um jemanden anzurufen, gilt es, die Unfallstelle zu sichern. Dazu muss der Warnblinker eingeschaltet werden und das Warndreieck in einem Abstand von 50 bis 100 Metern hinter dem Geschehen aufgestellt werden. Auf der Landstraße und der Autobahn empfiehlt sich ein größerer Abstand von 40 bis 150 Meter. In jedem Fall sollte das Warndreieck gut sichtbar vor Kurven und Kuppen aufgestellt werden. Wichtig dabei ist es, sich selbst zu sichern und eine Warnweste anzulegen und wenn möglich hinter der Leitplanke entlangzulaufen. Wenn nötig, sollte man Erste Hilfe leisten. Erst nachdem die Unfallstelle gesichert ist, sollte man die Polizei anrufen. Die Notrufzentrale ist europaweit einheitlich unter der Telefonnummer 112 erreichbar. Ruhig bleiben und die fünf W-Fragen (Bild) beantworten: Wer (ruft an)? Wo (ist es passiert)? Was (ist passiert)? Wie viele (sind verletzt)? Welche (Verletzungen)? Anschließend empfiehlt sich der Anruf bei dem jeweiligen Schadenmanager, sollte es einen solchen Dienst im Fuhrpark geben. Ansonsten sollte der Fuhrparkleiter informiert werden beziehungsweise der in der Fahrzeugmappe hinterlegte Ansprechpartner. Egal, wie es festgelegt wurde: Die eigene Versicherung sollte ebenfalls über den Unfall Bescheid wissen. Da man durch das Geschehene unter Stress steht, empfiehlt es sich, alle notwendigen Telefonnummern bereits im Handy einzuspeichern.

Übrigens: Wer nach einem Parkrempler nur einen Zettel mit einer Entschuldigung, dem Namen und der Telefonnummer hinter den Scheibenwischer des beschädigten Autos klemmt, begeht Unfallflucht. Und damit eine Straftat, daher sollten Firmenwagennutzer immer die Polizei rufen.

Dokumentation ist wichtig
Wer schreibt, der bleibt, heißt es immer. Und auch bei einem Unfall ist es wichtig, das Geschehene zu dokumentieren. Dazu ist es hilfreich, die Personalien von möglichen Unfallzeugen zu sammeln und Fotos von der Unfallsituation zu machen. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist es aber, einen Unfallbericht auszufüllen, und zwar mit dem Unfallgegner gemeinsam. Vordrucke eines solchen Berichts werden beispielsweise von den Automobilclubs herausgegeben und sollten in jedes Handschuhfach. Mietfahrzeuge haben in der Regel Unfallberichte mit an Bord. Wenn es sich bei dem Unfall um einen Wildunfall handelt, sollte man sich vom Jagdpächter oder vom Wildpächter eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Nur so kann man einen Anspruch auf Schadenersatz bei der Versicherung geltend machen.

Im Ausland
Nun macht das Schicksal nicht vor Grenzen halt. Wenn der Unfall im Ausland geschieht, sollte man grundsätzlich die genannten Punkte aus der Checkliste beachten. Es gibt auch einen europäischen Unfallbericht, der in zwölf Sprachen zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist es wichtig, den Zentralruf der Versicherer zu wählen (0800/2502600 (kostenlos)), dort kann der Regulierungsbeauftragte ermittelt werden. Es gilt das Schadenersatzrecht des Landes, in dem der Unfall passiert ist. Sollte sich der Unfall außerhalb der Europäischen Union ereignen, muss man sich unter Umständen direkt an den Versicherer des Gegners wenden. Es sollten, neben Pass, Fahrzeugschein und Führerschein, bei einer Auslandsfahrt mit dem Dienstwagen folgende Dokumente auf jeden Fall mitgeführt werden: die Grüne Karte, ein internationaler Unfallbericht, eine Berechtigung des Arbeitgebers, den Dienstwagen verwenden zu dürfen. Zudem sollte die sogenannte Mallorca-Police Bestandteil der Haftpflichtversicherung sein. Diese sorgt dafür, dass potenzielle Haftpflichtschäden im Ausland mit höheren Deckungssummen abgesichert werden. Das ist wichtig, denn ausländische Kfz- Haftpflichtversicherungen zahlen bei Schäden meist viel geringere Beträge als deutsche.

Im Nachgang
Auch nach der Unfallsituation wird einen der Vorfall noch eine Weile beschäftigen: So muss der Schaden am Fahrzeug behoben werden und die Rechnungen müssen beglichen werden. Damit man nicht auf den Kosten sitzen bleibt, kann es auch empfehlenswert sein, einen Gutachter einzuschalten, entweder nach Rücksprache mit der Versicherung oder auch vorbeugend, da Gerichte und Versicherungen die Schadenhöhe anhand von Gutachten bemessen. Sobald sich ein Streit mit der Versicherung über die Kosten abzeichnet, sollte man einen Anwalt kontaktieren. Eine Rechtsschutzversicherung ist hier oftmals hilfreich.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, klare Regelungen im Überlassungsvertrag zwischen Unternehmen und Dienstwagenfahrer festzulegen, wenn das Fahrzeug auch für Privatfahrten genutzt werden darf. Eine Selbstbeteiligung des Fahrers bei Schäden während einer Privatfahrt ist in einigen Unternehmen durchaus üblich.

Fazit
Egal wo und wann der Unfall geschieht, es ist in erster Linie wichtig, die Ruhe zu bewahren und die in der Checkliste aufgeführten Punkte abzuarbeiten. Die Gedanken an mögliche (finanzielle) Folgen des Unfalls sollten erst einmal beiseitegeschoben werden. Sicherheit in der Extremsituation des Unfalls kann auch ein freiwilliger Besuch des Erste-Hilfe-Kurses geben.

 

Checkliste: Verhalten bei einem Unfall
1. Unfallstelle sichern
2. Erste Hilfe leisten
3. Polizei verständigen
4. Gegebenenfalls Schadenmanager/Fuhrparkmanager kontaktieren
5. Schaden dokumentieren (Unfallbericht)
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