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Strafen und Pflichten
Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Belgien und Deutschland, was den Straßenverkehr betrifft, sodass der Dienstwagenfahrer nur wenig beachten muss, wenn dieser das kleine Nachbarland mit dem Dienstwagen bereist. Vor allem muss, wer gerne zügig fährt, auf die Bremse drücken. Denn anders als auf deutschen Autobahnen herrscht in dem Land mit 11,4 Millionen Einwohnern eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Kilometern in der Stunde auf Schnellstraßen und Autobahnen. Auch auf der Landstraße liegt die Richtgeschwindigkeit mit 90 km/h unter der deutschen erlaubten Höchstgeschwindigkeit. In geschlossenen Ortschaften sind 50 Stundenkilometer erlaubt. Wer sich nicht an die Geschwindigkeitsgrenzen hält, muss empfindliche Strafen in Kauf nehmen. So werden mindestens 110 Euro fällig, wenn man mehr als 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs gewesen ist, ab 50 km/h sind es bereits mindestens 300 Euro.

Neben der Geschwindigkeit ist auch die Warnwestenpflicht zu beachten. Demnach müssen Auto- und Motorradfahrer, die ihr Fahrzeug auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen im Falle einer Panne oder eines Unfalls verlassen, eine Warnweste tragen. Das heißt, wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, sollten ausreichend Warnwesten mitgeführt werden.

Ebenfalls ins Geld gehen kann der allzu tiefe Blick ins Bierglas, besonders im Starkbierland Belgien. Hier gilt eine Promillegrenze von 0,5. Wer dies nicht beachtet und der großen Auswahl an Biersorten erliegt, der muss mindestens 180 Euro Bußgeld bezahlen.

Flottenmarkt
Der Flottenmarkt in Belgien ähnelt dem uns bekannten deutschen Markt in vielen Punkten. In den letzten Jahren haben sich die gewerblichen Zulassungen als Wachstumstreiber im Neuwagengeschäft etabliert. Mehr als 50 Prozent der Neuzulassungen und 20 Prozent beim Gesamtfahrzeugbestand entfallen auf Firmenwagen (Globalfleet). Von den 1,2 Millionen Pkw, die 2018 als Dienstwagen angemeldet waren, entfielen 293.844 auf Neuzulassungen, dies entspricht einem Wachstum von 0,4 Prozent. Verglichen mit den Boom-Jahren 2015 (+ 9,4 Prozent) und 2016 (+ 8,2 Prozent) ist dies zwar ein verhaltener Anstieg, aber dennoch ein wichtiger Stabilitätsanker auf dem Neuwagenmarkt. Bei rund der Hälfte aller Firmenwagen in Belgien ist eine Privatnutzung erlaubt. Hierbei handelt es sich dann zumeist auch um Leasingfahrzeuge. Der Leasingmarkt umfasst in Belgien derzeit etwa 400.000 Fahrzeuge.

In den nächsten Jahren dürften die gewerblichen Zulassungen noch einmal einen neuen Aufschwung erfahren. Vor allem die Elektrifizierung der Flotten spielt dabei eine wichtige Rolle. Derzeit liegt der Stromeranteil prozentual auf deutschem Niveau, bei etwa 23 Prozent (Hybride eingeschlossen) (AMO Fuhrpark-Barometer). Interessanterweise sind die Niederlande der europäische Spitzenreiter in diesem Ranking, dort liegt der Anteil bei mittlerweile 44 Prozent. Das Klima für eine fortschreitende Elektrifizierung ist in Belgien jedoch sehr gut. Beispielsweise sind seit 2003 alle Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten dazu verpflichtet, eine Mobilitätsbilanz vorzulegen, inklusive Daten zum Arbeitsweg, zu Parkplätzen und Fahrradboxen. Mehr als 50 Prozent der für das Fuhrpark-Barometer 2019 befragten Fuhrparkleiter gehen davon aus, in den nächsten drei Jahren auf Stromer oder Hybride umzusteigen (Grafik). Mit dieser positiven Einschätzung liegt man über der europäischen und auch der deutschen Zukunftsprognose.