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Finanz- oder Serviceleasing?
Mittlerweile liegt der Leasinganteil im deutschen Flottenmarkt bei mehr als 50 Prozent. Es ist also durchaus üblich, Flottenfahrzeuge über eine Leasinggesellschaft zu beziehen. Dabei ist in den letzten Jahren vor allem der Anteil des Serviceleasings gestiegen. Nahmen 2015 noch 48,7 Prozent der Leasingflotten ausschließlich Finanzleasing in Anspruch, so sind es 2019 nur noch 40 Prozent. Der Anteil an Flotten mit Serviceleasing-Verträgen für alle Fahrzeuge ist im gleichen Zeitraum von 31,8 auf 38,7 Prozent gestiegen. Für die Leasinggesellschaften bedeutet diese Verschiebung durch die stärkere Fokussierung auf die Servicebausteine auch eine Veränderung im Selbstverständnis. Ein Leasingunternehmen ermöglicht nicht nur Mobilität für Flotten, sondern hält die Mobilität auch während der Laufzeit aufrecht. Nicht umsonst bezeichnen sich immer mehr Leasinggesellschaften als Mobilitätsdienstleister, die auch abseits des Pkw-Leasings Dienstleistungen anbieten.

Die Tendenz zum Serviceleasing bedeutet jedoch nicht, dass automatisch Full-Service-Leasing angesagt ist. Die einzelnen Servicebausteine werden durchaus unterschiedlich häufig gewählt. Besonders oft wird der Werkstattservice (84 Prozent) über die Leasinggesellschaft abgewickelt. Auch der Reifenservice (66,7 Prozent) und der Versicherungsbaustein (63,8 Prozent) werden meist gebucht.

Erstmals beinhaltet die Leasinganalyse des Marktforschungsinstituts auch die Leasingquoten von einzelnen Herstellern und deren Modellen. Dabei konnten große Unterschiede zwischen den Marken und den Modellen aufgezeigt werden. So reicht bei den zehn beliebtesten Flottenmodellen die Spanne der Leasingquoten von 50 Prozent beim Opel Astra bis hin zu 70 Prozent beim Audi A4. Auf Markenebene sind die Unterschiede noch auffälliger. Während 67,4 Prozent aller BMW-Modelle in Flotten geleast sind, gilt dies für Toyota- Modelle nur bei 39,4 Prozent der Flottenfahrzeuge (siehe Grafik).

Mobilitätswandel
Der zweite Schwerpunkt der Studie beleuchtet die erweiterten Bedürfnisse der Leasingkunden aus der Nutzung alternativer Mobilitätskonzepte in Flotten. Von den größeren Fuhrparkbetreibern mit mindestens 50 Fahrzeugen bieten demnach bereits 37,9 Prozent ihren Mitarbeitern derartige Lösungen an. 35,9 Prozent erwarten, dass sie zukünftig häufiger eingesetzt werden. Gründe dafür sind für die Fuhrparkverantwortlichen vor allem der Wunsch nach mehr Flexibilität sowie Umweltaspekte. Genutzt werden vor allem Poolfahrzeuge (57,9 Prozent), Bahn (56 Prozent) und Diensträder (42 Prozent). Mit Elektrotretrollern/E-Scootern können hingegen 93,3 Prozent der Fuhrparkleiter aktuell nichts anfangen (siehe Grafik). 

Doch es sind nicht nur die alternativen Mobilitätsformen, die den Wandel in der Unternehmensmobilität prägen, es sind auch alternative Antriebe, die immer stärker von den Flottenleitern nachgefragt werden. Vor allem die günstigere 0,5-Prozent-Versteuerung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen lässt viele dienstwagenberechtigte Mitarbeiter über einen Wechsel zu alternativ angetriebenen Dienstwagen nachdenken. Allerdings müssen derzeit die Unternehmen noch eine höhere Leasingrate stemmen. Im Vergleich zu einem Dienstwagen mit Verbrennungsmotor sind die Leasingraten für Pkw-Modelle mit alternativen Antriebskonzepten etwa 10 bis 15 Prozent höher. Immerhin knapp jedes vierte Unternehmen würde diese höheren Leasingraten in Kauf nehmen, um Mitarbeitern die Anschaffung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen zu ermöglichen (24,1 Prozent). Eine vollständige Analyse kann auf der Dataforce- Website angefordert werden.