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Der Butzweilerhof unweit der MMC Studios Köln, in denen vor vier Jahren zum ersten Mal „Flotte! Der Branchentreff“ stattfand, ist heute die Heimat der MOTORWORLD Köln/Rheinland. Doch die Geschichte des „Butz“ reicht weit zurück: Schon 1910 hatte man sich hier ganz der Mobilität verschrieben, jedoch nicht mit Blick auf die Straße, sondern die Luft. So fanden um diesen Zeitraum erste waghalsige Flugversuche statt. In den 1930ern avancierte der Butzweilerhof zum „Luftkreuz des Westens“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Gebäude und Einrichtungen vom Militär beschlagnahmt und von unterschiedlichen Truppen genutzt. Während der militärischen Nutzung, die erst 2006 endete, stand das Flugfeld aber auch für zahlreiche zivile Events zur Verfügung: So feierte beispielsweise Papst Johannes Paul II. im November 1980 dort vor 380.000 Zuschauern die heilige Messe und auch die Rockband U2 trat 1997 vor etwa 60.000 Zuschauern hier auf.

Nach einer Nutzung als Flugmaschinen-Museum ist der Butzweilerhof nun Teil der MOTORWORLD Group, zu der auch Objekte wie das ehemalige Bahnausbesserungswerk in München und der historische Landesflughafen von Württemberg gehören. Auch wenn die Geschichte der Location entscheidend von der Luftfahrt geprägt wurde, ist sie doch ein bedeutsames Beispiel für die Innovationskraft in der Mobilität. Damit ist die MOTORWORLD Köln/Rheinland zugleich passend gewählt, um sich über neuartige Themen im Zuge der Fleet-Innovation-Tour von A.T.U zu informieren. So begann Thomas Tietje, Leitung Geschäftskunden bei A.T.U, in seiner Begrüßungsrede zunächst die vielen Veränderungen in der Werkstattgruppe der letzten Jahre zu schildern: So hat sich A.T.U als Teil der europaweit agierenden Mobivia Gruppe zu Experten im Bereich der E-Mobilität und Digitalisierung des Automobilsektors entwickelt. Die Digitalisierung und damit auch die Veränderungen im Fuhrparkmanagement nahm Dr. Simon Hassannia, Head of Business Innovation bei A.T.U, zum Anlass, den Anwesenden einen weitreichenden Einblick in die Mobilitätszukunft und vernetzte Flotten zu geben. Denn arbeitsintensive Aufgaben wie eben das Management eines Fuhrparks können durch die Digitalisierung vereinfacht werden. Hierfür bündelt die Werkstattkette das eigene Know-how und das einer Vielzahl von Kooperationspartnern in einem webbasierten Produkt – Mobility-Hub Pro. Auch Christian Braumiller, verantwortlich für Vertrieb von Fleet-Hub, stellte im Anschluss eine Möglichkeit vor, wie sich die Digitalisierung im Flottenbereich nutzen lässt: Nach dem Prinzip des „One-Stop-Fleetmanagement“ sollen sich in Fleet-Hub alle Prozesse von der Beratung und Einsteuerung von Fahrzeugen über die Verwaltung des Fuhrparks bis zur Aussteuerung beziehungsweise Vermarktung in einer einfachen Weise abbilden lassen.

Die nachfolgende Pause bot dann den Teilnehmern die Gelegenheit, sich über das zuvor Gehörte auszutauschen, aber sich ebenso am Flying Buffet zu stärken. Natürlich ergaben sich hier auch Möglichkeiten, mit den Vortragenden näher ins Gespräch zu kommen und über mögliche Anwendungsfälle in den Fuhrparks zu sprechen. Anwendung in der einen oder anderen Flotte wird mit Sicherheit auch die Fahrerassistenz-Nachrüstlösung von Mobileye finden, die von Anatoliy Reinhardt, Director DACH von Mobileye, vorgestellt wurde. Wie viele Fahrradfahrer sich ohne Probleme im toten Winkel von Lkw „verstecken“ können, erstaunte das Publikum. Ein nachrüstbarer Tot-Winkel-Assistent für Busse und Lkw – wie von Mobileye – könnte dafür sorgen, dass Unfälle aufgrund des toten Winkels endgültig der Vergangenheit angehören. Um das Thema Wartung ging es im Anschluss: Katja Pastore, Kundenberaterin Geschäftskunden/ Flotte bei A.T.U, stellte mit der Wartungspauschale ein Produkt vor, über das mit Sicherheit jeder Flottenverantwortliche schon einmal nachgedacht hat. Denn am Ende geht es in jedem Fuhrpark darum, kostenund nutzenorientiert zu wirtschaften. Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause, die wieder zum Netzwerken genutzt wurde, folgte die letzte Präsentation des Tages: Inka Pichler-Gieser, Fachanwältin für Verkehrsrecht bei der Kanzlei Kasten & Pichler, stellte aktuelle Gesetzesänderungen und brisante Urteile im Verkehrsrecht vor. Ein Thema hierbei war unter anderem die einheitliche (EU-weite) Kraftstoffkennzeichnung, die zwar schon als Richtlinie seit 2014 besteht, aber wenn überhaupt nur sehr selten zu finden ist. Oder haben Sie schon einmal an der Tanksäule einen Kreis mit E5 oder ein Quadrat mit B7 entdeckt? Dies ist die neue offizielle Kennzeichnung für Benzin beziehungsweise Diesel. Daneben ging es auch um einen Beschluss des OLG Bamberg (18.12.2017 – 3 Ss OWi 1774/17), worin noch einmal die Delegation von Halterpflichten präzisiert wurde: „Die Erfüllung der dem Fahrzeughalter nach § 31 II StVZO obliegenden Aufsichts- und Überwachungspflichten (...) setzt auch bei einer wirksamen Delegation nicht nur voraus, dass der Verantwortliche bei der Auswahl und Schulung der Fahrzeugführer die erforderliche Sorgfalt walten lässt und diese mit den notwendigen Unterweisungen vorsieht. Erforderlich ist auch, dass die Beachtung der Weisungen durch gelegentliche – auch unerwartete – Kontrollen überprüft wird, weil nur so eine auch präventiv wirksame planmäßige Überwachung gewährleistet ist.“ Daher ist beispielsweise eine Führerscheinprüfung im Ernstfall nur richtig erfolgt, wenn neben der regelmäßigen Kontrolle auch unerwartete erfolgen.

Nachdem die Teilnehmer mit reichlich Informationen versorgt waren, hat sich der eine oder andere nicht die Chance entgehen lassen, die MOTORWORLD Köln/Rheinland und ihre Vielzahl historischer, aber auch seltener Exponate einmal näher anzuschauen: von einer Adler 30-40 PS Landaulet aus dem Jahre 1907 über verschiedene teils historische Modelle der Porsche 911-Baureihen bis zu Sammlerstücken wie ein Aston Martin Vantage. Daneben stand aber auch die offizielle Sammlung an Original-Exponaten von Michael Schumacher im Fokus der Führung. Neben Karts, die der siebenmalige Formel-1-Weltmeister einst gefahren ist, standen erste Fahrzeuge aus den unterschiedlichen Formelklassen und auch einige der Formel-1-Boliden, die Schumi in seiner Karriere begleiten haben. Auch wenn der A.T.U-Fuhrpark-Treff nun erst einmal eine Sommerpause einlegt, werden Thomas Tietje und sein Team einige Fuhrparkverantwortliche schon im Herbst wieder an interessanten Standorten der Automobilgeschichte begrüßen können. Alle Informationen und die Anmeldung zur Nachfolgeveranstaltung der Fleet-Innovation-Tour finden Sie in einigen Wochen unter www.atu.de/pages/geschaeftskunden/veranstaltungen/flottenkunden.html.