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Der Gag mit den versenkbaren Türgriffen, wie sie ConceptCars oft haben, ist ein cooler Aufhänger. Er verleiht den Produkten etwas Futuristisches. So ist es auch beim Velar – und zusätzlich kommt der Mittelklasse-Offroader im piekfein-geschliffenen Außendesign daher; der bei den neuen Land Rover- Modelljahrgängen integral wirkende Kühlergrill lässt sie zusammen mit den einprägsamen Tagfahrleuchten glatt und modern wirken. Moderne auch innen, wo – wenn die Zündung noch ausgeschaltet ist, überall glatte (Anzeige-)Fläche vorherrscht. Display, wohin das Auge reicht, und wenn man die Zündung dann einschaltet, surrt der etwas weiter oben angeordnete Screen in Stellung und zeigt beispielsweise die Navigationskarte an, während man weiter unten noch diverse Fahrzeugfunktionen ansteuern kann, ohne praktischerweise die Menüoberfläche wechseln zu müssen. Selbstverständlich besteht auch das Kombiinstrument aus einem einzigen Bildschirm – somit sollte der Infotainment-Bedarf in diesem Innenraum gedeckt sein.

Wenn man sich eingerichtet hat, folgt schnell der Wunsch nach Fortbewegung. Dabei immer im Hinterkopf: Rein formal hat man es beim Velar mit einer Mittelklasse zu tun – die ist mit 4,80 Längenmetern aber ganz schön ausladend. Ein kurzer Moment kommt der Gedanke auf, ob ein Zweiliter- Vierzylinder nicht etwas zu mickrig sein könnte. Downsizing tut jedoch Not, seit die europäische Union die Hersteller zur Mäßigung bittet, aber dank Turbolader ist alles halb so wild. Die von Flottenmanagement ausgewählte 250 PS-Version ist mit dem 1,9-Tonner kein bisschen überfordert, im Gegenteil, der so genannte Ingenium-Motor schiebt kraftvoll in jeder Lebenslage – die Papierwerte bestätigen das letztlich auch. Bereits nach 7,1 Sekunden steht die 100 km/h-Marke auf der virtuellen Tachoskala. Zur Kraftübertragung ist die geschmeidige Achtgang-Wandlerautomatik gesetzt; sie schaltet nicht nur flink, sondern passt außerdem zum Komfortcharakter des Velar und ist freilich erforderlich, sofern man die Vorzüge des adaptiven Tempomat vollumfänglich nutzen möchte.

Stichwort Fahrerassistenz: Gegen 2.495 Euro netto Aufpreis liefert Land Rover das „Fahrassistenz Paket Premium“, zu dem Vielfahrern geraten sei. Es enthält neben dem intelligenten Geschwindigkeitsregler auch umfangreiche autonome Bremsfunktionen, eine aktive Lenkung, ein Surround-Kamerasystem, Totwinkel-Alarm sowie einen Warner, der dem Fahrer anzeigt, wenn rückwärtiger Verkehr herrscht bei unübersichtlichen Ausparkmanövern. Fortschrittlichkeit beweist der Velar auch beim Lichtsystem. Ab 1.748 Euro netto gibt es maximal variable Matrix-LED-Scheinwerfer, die zusätzliches Laserlicht bereithalten. Doch der größte Luxus des Velar ist sein überbordendes Platzangebot vorn und hinten – damit heimst er im Nutzwert-Kapitel wertvolle Punkte ein. Das Laderaumvolumen beträgt ansehnliche 1.731 Liter bei umgeklappten Rücksitzen – wer möchte da meckern? Mit einem Grundpreis von netto 48.277 Euro passt der stylische 4x4 natürlich nicht in jede Budgetplanung. Immerhin sind Bluetooth-Freisprechanlage, Rückfahrkamera und Tempomat für sämtliche Varianten serienmäßig.