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In der Zukunft wird es noch viel häufiger einen Mobilitätsmix geben
CarSharing in Deutschland

Ein Modell mit Zukunft

Es gibt in Deutschland derzeit in 680 Städten mindestens ein Carsharing-Angebot und über zwei Millionen fahrberechtigte Nutzer (Bundesverband CarSharing e. V., 2018). Auch in Unternehmen sind Carsharing-Konzepte zunehmend ein Thema ...

... weiß auch Bettina Dannheim, Geschäftsführerin der cambio-Gruppe & Leitung Fuhrpark, zu berichten: „Aus den Gesprächen mit unseren Gewerbekunden erhalten wir oft sehr interessante Einblicke in deren Mobilitäts- beziehungsweise Flottenmanagement. So hat sich die Akzeptanz gegenüber Carsharing-Angeboten als zuverlässige Alternative zu einem firmeneigenen Fahrzeugpool in den letzten Jahren stark erhöht. Darauf weisen auch die steigenden Kundenzahlen im Geschäftskundenbereich hin. Carsharing ist mittlerweile eine Option, die mitgedacht wird.“

Dabei ist Carsharing nicht gleich Carsharing. Es kann prinzipiell in zwei Systeme von Carsharing unterschieden werden: das „free-floating“-Konzept à la car2go, bei dem die Fahrzeuge überall in der Stadt verteilt stehen, und das stationsbasierte System, bei dem es Entleihstationen für die Fahrzeuge gibt. Für beide Systeme werden Businesslösungen angeboten. Im Falle der Unternehmensmobilität könnte man überdies noch ein drittes Entleihsystem anführen: das Corporate Carsharing. Hier können Poolfahrzeuge oder auch zugeordnete Dienstwagen über eine Onlineplattform an Kollegen und Mitarbeiter entliehen werden. Alle Systeme sollen dafür sorgen, dass weniger Autos die Innenstädte oder Unternehmensparkplätze vollstopfen, und die Mobilität insgesamt flexibler gestalten. Dies gelingt stationären Systemen besonders gut, wie Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing e. V., erklärt: „Stationsbasiertes Carsharing hat eine hohe verkehrsentlastende Wirkung. Das zeigen wissenschaftliche Studien seit Jahren. Free-floating Carsharing hat sich in den letzten Jahren zu einer sehr beliebten Form entwickelt, die jedoch leider nicht dieselben entlastenden Effekte erzeugt. Städte und Kommunen müssen für sich die Frage klären, welche Formen des Carsharing sie auf welche Weise fördern wollen.“ Allerdings stellt Nehrke auch fest, dass die Kombination aus verschiedenen Systemen einen positiven Effekt in diesem Zusammenhang haben dürfte.

Als weiterer Pluspunkt von Carsharing-Systemen wird immer wieder angeführt, dass das Teilen von Autos günstiger als der Besitz eines Pkw ist, zumindest bis zu einer bestimmten jährlichen Kilometerleistung. Doch ab wann lohnt es sich für Unternehmen, das Autoteilen einzuführen? Wo liegen die Vorteile gegenüber einer Poolfahrzeugflotte? Bettina Dannheim von cambio hat darauf eine einfache Antwort: „Ein Carsharing-Fahrzeug kann für Unternehmen bereits ab dem ersten Kilometer kostengünstiger sein als ein Poolfahrzeug. Das ist abhängig von den Bereitstellungskosten eines eigenen Fuhrparks: Personalkosten, Steuern und Versicherung, Reparaturen, die Pflege und Wartung sowie die Stellplatzgebühren sind Posten, die zum Beispiel bei einem Poolfahrzeug zusätzlich zu den eigentlichen Spritkosten im Betrieb anfallen. Bei einem Carsharing-Fahrzeug ist dies nicht der Fall. Hier sind diese Kosten bereits im Stunden- und Kilometerpreis einer Buchung integriert.“ Man zahlt also nur, wenn man fährt – ein System, das hervorragend in den „Total Cost of Use“-Ansatz hereinpasst. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die auf eine fremde Carsharing-Flotte zugreifen wollen. Doch auch Firmen, die den eigenen Fuhrpark besser auslasten wollen, Standzeiten verringern und auch die Poolfahrzeugflotte reduzieren möchten, sparen bares Geld, wenn die Mitarbeiter ihren Dienstwagen auch den Kollegen zur Nutzung überlassen. Dies ist sicherlich nicht immer und bei allen Mitarbeitern erwünscht, dennoch finden sich in der Regel genügend Teilnehmer, um ein solches System zu etablieren.

Nutzerverhalten
Wenngleich die Anlässe für die Fahrten von Carsharing- Nutzern so unterschiedlich sind wie die Nutzer selbst, so bewegen sich die meisten Fahrten innerhalb eines Radius von etwa 20 Kilometern. Bei solchen Stadtfahrten wird das Fahrzeug kurzfristig gebucht und nur für einen kurzen Zeitraum. Diese Fahrten machen den größten Teil der Nutzungen einer Carsharing- Flotte aus, doch darüber hinaus gibt es auch andere Nutzungsprofile, vor allem bei gewerblichen Kunden, weiß Bettina Dannheim zu berichten: „Dann gibt es natürlich auch Buchungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Wenn es zum Beispiel ein Projekt gibt, welches mehrere Tage in einer anderen Stadt oder auf dem Land stattfindet. Da sind die Autos auch schon mal mehrere hundert Kilometer unterwegs. Hier ist es für Unternehmen besonders wichtig, dass diese Fahrten schon weit im Voraus geplant werden können – das schafft Planungssicherheit.“

Dabei ist es anlass- und unternehmensbezogen, welche Fahrzeugklasse gebucht wird. Für kürzere Fahrten in der Stadt werden gerne Autos aus der Klein- oder Kompaktwagenklasse gebucht, für längere Dienstfahrten wird auch gerne mal der laufruhigere Kombi und für größere Besorgungen ein Hochdachkombi oder Transporter genutzt. Wer regelmäßig etwas ausliefern muss, nutzt natürlich gern einen Hochdachkombi oder einen Transporter. Allerdings werden die meisten Kilometer in der Stadt zurückgelegt. Daher machen Kompaktklasse-Fahrzeuge einen großen Anteil an der cambio-Flotte aus.

Entwicklung
Wenn man sich die Nutzerzahlen der letzten Jahre ansieht, dann erkennt man, dass es mit dem Carsharing in Deutschland stetig bergauf geht. Etwa 18.000 Carsharing-Fahrzeuge sprechen eine deutliche Sprache und hier sind nicht mal die Dienstwagen, die für ein unternehmensinternes Carsharing zur Verfügung stehen, mit einberechnet. Die Entwicklung wird in den nächsten Jahren so weiter gehen. Eine Rolle spielt dabei laut der Geschäftsführerin von cambio CarSharing auch das gesellschaftliche Umdenken: „Das eigene Auto, ebenso wie der Firmenwagen, wird mehr und mehr durch andere, attraktivere Mobilitätsangebote verdrängt.“ Dies liegt unter anderem an einer Verschiebung der Statussymbole, an der Zunahme von Verkehrsproblemen und einem gesteigerten Umweltbewusstsein. All dies sorgt dafür, dass in den Unternehmen immer häufiger auf einen Mobilitätsmix gesetzt wird. „Denn“, so Dannheim weiter, „wer mit der Bahn zum Geschäftstermin fährt, kann auch unterwegs noch produktiv arbeiten. Arbeitszeiten, die auf der Autobahn verbracht werden, sind für Unternehmen zunehmend ein Kostenfaktor, der vermieden werden kann.“ Carsharing als eines von vielen Mobilitätsangeboten passt demnach hervorragend in den Zeitgeist der neuen Generationen und wird mit fortschreitender technischer Entwicklung, Stichwort autonomes Fahren, auch zukünftig weiter an Fahrt aufnehmen.

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