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Saban Tekedereli am Alfa Romeo Stelvio
Abarth 695 Rivale
Fiat Tipo Kombi
Jeep Wrangler Sahara
Die Erdgasmodelle von FCA
Saban Tekedereli: „In unseren Business Centern haben wir die Möglichkeit, je nach Marke ganz individuell auf den Kunden zuzugehen“
Wie sich FCA im Flottengeschäft platziert, erklärt Saban Tekedereli (li.) gegenüber Steven Bohg (Mitte) und Bernd Franke (re., beide Flottenmanagement)
FCA FLOTTENGESCHÄFT 2017/2018

Individualität statt Mainstream

Interview mit Saban Tekedereli (Direktor Fleet & Business Sales) bei der FCA Germany AG in Frankfurt am Main

Flottenmanagement: Herr Tekedereli, seit Anfang dieses Jahres verantworten Sie die Direktion Fleet & Business Sales bei der FCA Germany AG. Mit welchen Plänen und Vorstellungen sind Sie an diese Position herangetreten, welche Vorhaben und Projekte haben Sie seitdem umsetzen können?

Saban Tekedereli: Ich hatte das Glück, zu einem Zeitpunkt bei FCA einzusteigen, zu dem das SUV-Segment auch im Bereich der Firmenkunden wächst. Damit passt natürlich auch unsere SUV-Modelloffensive ideal zu den aktuellen Entwicklungen am Markt. Im Vergleich zu anderen Wettbewerbern verfügen wir über eine sehr breite Modellvielfalt im Bereich SUV, und das nicht nur für den Offroad-Bereich, sondern verstärkt für den Onroad-Bereich. Zeitgleich profitieren wir davon, dass Importeure gerade mit den SUVs verstärkt auch den Weg in die Flotten finden. Insbesondere bei kleinen Fuhrparks von bis zu neun Fahrzeugen beträgt der SUV-Anteil laut Dataforce etwa 65 Prozent. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass das größte Wachstum im Bereich Flotte derzeit bei uns über Jeep generiert wird. Für FCA ist dieser Markttrend eine große Chance, uns weiterzuentwickeln und die Verkaufszahlen zu erhöhen.

Flottenmanagement: Gleich aus fünf Marken (Abarth, Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional und Jeep) innerhalb des FCA-Konzerns können Fuhrparkleiter das passende Angebot wählen. Welchen Zuspruch erhält das breite Modellportfolio bei Ihren Kunden?

Saban Tekedereli: Mit unserer breiten Modellvielfalt vom Kleinstwagen über die bereits angesprochenen SUV-Modelle bis hin zu unserer Nutzfahrzeugsparte und mit der dazugehörigen breiten Motorenpalette von 69 PS bis zu über 700 PS haben wir ein Angebot, in dem fast jeder Kunde hinsichtlich seiner Anforderungen an das Arbeitsgerät Auto, aber auch der persönlichen Bedürfnisse fündig wird. Unterscheidet man die Kunden über die Flottengröße, zeigen sich sehr charakteristische Fuhrparkanforderungen: So spielt in kleinen Flotten insbesondere das Konnektivitätsangebot eine große Rolle, wo wir bereits ab dem Fiat 500 mit Android Auto, Apple CarPlay und Uconnect aufwarten können. Bei der mittleren Flottengröße, bei der das Thema User-Chooser zum Tragen kommt, spielen Individualität, aber auch die Unternehmensrepräsentation wichtige Rollen, und hier sind wir mit unseren Modellen gut aufgestellt. In den großen Flotten sind wir sehr erfolgreich mit unserem Nutzfahrzeugportfolio, aber wir wollen uns auch hier direkt oder in Kooperation mit unserer Leasinggesellschaft im Bereich Pkw präsentieren und Akzente setzen.

In unseren Business Centern haben wir daher die Möglichkeit, je nach Marke ganz individuell auf den Kunden zuzugehen. Auch hier gibt es regionale Unterschiede in den Anforderungen der Kunden. Aber mit unserem breiten Modellportfolio können wir sowohl den Handwerker bedienen als auch den Firmeninhaber, der abseits des Mainstreams ein Fahrzeug sucht. Unsere Modelle sind aber nicht ausschließlich für eine bestimmte Kundengruppe konzipiert: Mit dem Jeep Compass beispielsweise sprechen wir neben dem User-Chooser eben auch den Firmeninhaber an. Aber auch Abarth wird nicht ausschließlich von sportlich ambitionierten Fahrern gekauft, sondern auch genutzt, um die sportlich dynamische DNS eines Unternehmens zu repräsentieren. Und Sie können mir glauben, wer einmal Abarth gefahren ist, wird wieder Abarth fahren.

Flottenmanagement: Mit dem Stelvio brachten Sie erstmals in der Geschichte von Alfa Romeo einen SUV auf den Markt. Inwieweit lässt sich die DNS einer für Sporttechnologie bekannten Marke mit dem eher komfortorientierten Konzept eines SUV zusammenbringen?

Saban Tekedereli: Ich bin immer wieder begeistert, welche Reaktionen der Alfa Romeo Stelvio hervorruft, wenn ich aus meinem Dienstwagen aussteige. Grundsätzlich haben der Stelvio wie auch die Mittelklasse-Limousine Giulia viel für die Markenentwicklung geleistet, denn sie bieten sowohl die Fahreigenschaften als auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, die in diesen Segmenten gefragt sind. Das eröffnet uns Chancen im Bereich Firmenkunden. Gerade User-Chooser wollen ein Fahrzeug, das cool, dynamisch, komfortabel, sexy und sicher ist. Genau das bieten wir mit Stelvio und Giulia und können zudem mit der breiten Motorenvielfalt sicherstellen, dass auch in puncto Leistung jedes Bedürfnis befriedigt wird.

Flottenmanagement: Bleiben wir beim Thema SUV: Für das Modelljahr 2019 hat der Jeep Renegade ein umfangreiches Facelift erhalten. Auf welche Highlights dürfen sich die Kunden hier freuen?

Saban Tekedereli: Neben dem Design, das nun noch stärker an den großen Bruder – den Wrangler – erinnert, haben wir auch technisch viel getan: So verfügt der neue Renegade nun über intelligente Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent, das Uconnect-Multimediasystem samt Apple CarPlay sowie Android Auto und eine komplett neu entwickelte Generation von Benzinmotoren mit 1,0 beziehungsweise 1,3 Litern Hubraum. Gerade die Konnektivität, wie bereits angesprochen, ist im Bereich der kleinen und mittelgroßen Flotten ein wesentliches Entscheidungskriterium. Der Fahrer möchte einfach in ein Auto einsteigen und dies soll ihn erkennen, ganz ohne das umständliche Einstellungsprozedere im Fahrzeug.

Flottenmanagement: Mit dem neuen Jeep Cherokee und dem Wrangler sind zwei weitere Modellreihen der Marke runderneuert. Inwieweit finden die traditionellen Merkmale eines Geländewagens Zuspruch beim anhaltenden Trend zum SUV?

Saban Tekedereli: Wir sind uns bewusst, dass die meisten Offroader heutzutage, wenn überhaupt, nur selten im Gelände genutzt werden. Daher sind auch der Cherokee und der Wrangler weitestgehend für den Straßeneinsatz optimiert worden. Aber die Fahrzeuge sind ihrer DNS treu geblieben und noch immer vollwertige Geländegänger mit in ihrem Segment führenden Gelände- Eigenschaften. Im Innenraum verfügen sie natürlich über ein Infotainmentsystem, das den modernsten Anforderungen standhält. Die Ikone Wrangler besitzt auch in ihrer neuen, vierten Generation den unvergleichlichen Wiedererkennungswert und die hohe Zahl der Bestellungen in den USA zeigt schon, dass der Markt dies sehr gut annimmt. Vor allem beim neuen Wrangler JL kann der Fahrer nach Belieben zwischen den beiden Welten Straße und Gelände wandern.

In den Flotten stellen wir jedoch fest, dass noch immer SUV-Modelle gerade aus dem Portfolio der Importeure kategorisch ausgeschlossen werden, und das – wie ich finde – zu Unrecht. Ein Jeep unterscheidet sich heute im Alltagsverkehr nur wenig von einem Mittelklasse-Kombi, sowohl beim Komfort als auch bei den laufenden Kosten. Was ein Jeep aber mehr fördert, ist die Motivation und gerade im User-Chooser-Bereich ist dies ein entscheidender Faktor. Daher wünsche ich mir, dass die Fuhrpark-Policys immer öfter für SUV-Modelle geöffnet werden.

Flottenmanagement: Vor knapp drei Jahren wurde die Fiat-Tipo-Modellreihe wiederbelebt und ist seitdem als Kombi, Limousine und Steilheck zu haben. Wie kommt Fiats Kompaktklasse bei den Flotten an?

Saban Tekedereli: Mit dem Tipo bieten wir ein Modell in gleich drei Karosserievarianten an. Damit unterscheiden wir uns von vielen Marktbegleitern in diesem Segment. Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich das Kompaktsegment im Flottenbereich stabilisiert und viele Unternehmen weiterhin auf die Kombi- beziehungsweise Schrägheckvarianten setzen. Daher gehen wir davon aus, dass der Tipo auch weiterhin eine bedeutende Rolle im Flottengeschäft spielen wird, denn Kombis sind nach wie vor sehr gefragt – und preislich ist er ohnehin sehr attraktiv. Dennoch werden wir weiterhin an der Bekanntheit arbeiten, um über das Fahrzeug auch Neukunden erobern zu können.

Flottenmanagement: Egal ob unterschiedliche Fahrgestelle, ein Pick-up oder Kastenwagen in verschiedenen Größen gefordert sind, Fiat Professional hat dies alles im Angebot. Welche Bedeutung hat das breite Nutzfahrzeugportfolio für das Flottengeschäft der FCA Germany AG?

Saban Tekedereli: Fiat Professional ist aus dem Transportergeschäft nicht wegzudenken. Das macht uns sehr stolz. Die breite Modellpalette, aber auch das großflächige Servicenetz in Deutschland und Europa sind nur einige der Faktoren, die für uns sprechen. Mit dem eigenen Service- und Vertriebsnetz können wir die Kunden bestens ansprechen und geben unserem Handel auch die Möglichkeit, die Produktvielfalt vom kleinen Fiorino bis zum Ducato zu präsentieren. Mit dem jüngsten Mitglied des Fiat-Professional- Sortiments – dem Pick-up Fullback – bieten wir ein Modell in einem kleinen, aber stetig wachsenden Segment an. Damit können wir nicht nur Bestandskunden ansprechen, die etwas Neues ausprobieren wollen, sondern auch neue Kundengruppen gewinnen.

Flottenmanagement: Die Ansprüche von Flottenkunden differenzieren sich oftmals schon bei der Ausstattung von denen der Privatkunden. Mit welchen Ausstattungsvarianten kommen Sie diesen Ansprüchen entgegen?

Saban Tekedereli: Seit April dieses Jahres bieten wir für viele unserer Baureihen Businessmodelle mit maßgeschneiderten Ausstattungspaketen für Dienstwagennutzer an. Die Kunden profitieren nicht nur von zusätzlichen Ausstattungselementen, sondern auch von einem Preisvorteil von bis zu 4.800 Euro brutto. Enthalten sind ein adaptiver Tempomat, Digitalradio, elektrisch verstellbarer Fahrersitz sowie Sitzheizung vorn, Klimaautomatik, Lordosenstütze, Navigationssystem mit Europa-Kartenmaterial, Uconnect mit Apple CarPlay und Android Auto, Parksensoren hinten und Rückfahrkamera, um nur einige Bestandteile aufzuzählen.

Flottenmanagement: Zu einem erfolgreichen Flottengeschäft gehören auch Aufbau und Pflege von Beziehungen zu Flottenkunden ebenso wie ein ausgetüfteltes Rahmenprogramm in den Bereichen Full-Service-Leasing, Garantiebedingungen und Finanzdienstleistungen dazu. Was bietet die FCA Germany hier von Haus aus im Einzelnen an?

Saban Tekedereli: Mit der Marke Mopar haben wir innerhalb des FCA-Konzerns einen eigenen Spezialisten, wenn es um Garantie- und Serviceleistungen geht. Mopar entstand 1937 als Zubehörspezialist für Dodge, Chrysler, Jeep und Plymouth und entwickelte sich zur Marke für alle fahrzeugbezogenen Dienstleistungen – seit Entstehen von FCA für alle unsere Konzernmarken, und das mittlerweile in 120 Ländern bei 12.000 Partnern vor Ort. In Deutschland umfasst das Servicenetz mehr als 800 Standorte. Um die Belange der Flottenkunden kümmern sich die Fleet Service Center, wo dann beispielsweise auch ein Check-up jederzeit möglich ist, ganz gleich ob mit oder ohne Termin, wo die passende Mobilitätslösung gefunden wird und wo auch eine Pannenhilfe rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche realisiert wird. Das ist natürlich nur ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Mopar-Portfolio.

Mit der App Mopar Connect wollen wir das One- Stop-Shopping-Prinzip der Mopar-Standorte auch auf die Verbindung mit dem Fahrzeug übertragen. So lassen sich über die App Unfallmeldungen absetzen, man kann die Pannenhilfe rufen, aber auch das Fahrzeug ver- und entriegeln und der Kunde wird bei Diebstahl wie auch bei Geschwindigkeitsübertretungen alarmiert.

Neben Mopar arbeiten wir im Flottenbereich auch mit unserer Captive Bank, der FCA Bank, eng zusammen und können für verschiedene Kundengruppen attraktive Angebote zusammenstellen. Ein neues Angebot ist LEASYS im Bereich der Langzeitmiete, das dabei den Wandel vom Full-Service-Leasing hin zur Langzeitmiete mitgestaltet. Nicht zuletzt freut uns natürlich auch die verstärkte Nachfrage der freien Leasinggesellschaften.

Flottenmanagement: Fast schon im Monatsrhythmus werden neue Dieselfahrverbote diskutiert. Spüren Sie eine Verschiebung der Nachfrage zu anderen Antriebstechnologien? Inwieweit können Sie aufgrund Ihres breiten CNG-Portfolios hieran auch partizipieren?

Saban Tekedereli: Wir stellen derzeit eine generelle Verschiebung vom Diesel hin zu alternativen Antrieben fest. Jedoch in ganz unterschiedlicher Ausprägung je nach Segment: Bei den Modellen aus dem A-, B- oder C-Segment ist eine Tendenz zu Benzinvarianten zu merken. Im Bereich der SUV ist die Nachfrage nach Dieselmotoren hingegen stabil. Zudem gehen wir davon  aus, dass nach der Anpassung der Fahrzeuge auf die Euro-6d-Temp-Norm eine Stabilisierung des Dieselmarktes eintreten wird, da es insbesondere für Firmenkunden keine wirklichen Alternativen zum Diesel gibt.

Im Bereich Erdgas sind wir mit FCA einer der führenden Anbieter in Europa, und das bereits seit vielen Jahren. In Deutschland ist die Nachfrage nach Erdgasmodellen auch weiterhin abhängig von der jeweiligen Region: Wo die Erdgasinfrastruktur ausgebaut ist, ist auch die Nachfrage nach Erdgasmodellen höher. So konnten wir beispielsweise einige Stadtwerke als Kunden gewinnen, die aufgrund eigener Infrastruktur Fahrzeuge mit CNG-Antrieb fahren. Diese profitieren natürlich auch von dem breiten FCA-Modellportfolio, angefangen beim Panda bis zum Ducato und der Möglichkeit, mit mono- beziehungsweise bivalentem Antrieb Bedürfnisse hinsichtlich der Reichweite zu realisieren.

Beim Thema Elektrofahrzeuge können Sie auf die nächsten Monate und Jahre gespannt sein. Denn wir werden mit Fahrzeugen auf den Markt kommen, die rein elektrisch angetrieben sind, wie auch mit Plug-in-Hybriden und Hybriden, und das sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeugbereich.

Flottenmanagement: Last, but not least: Welche Ziele haben Sie sich mittel- und langfristig gesetzt; was wollen Sie mit und für die FCA Germany noch erreichen?

Saban Tekedereli: Wir wollen die Dynamik, die wir im SUV-Bereich haben, weiter nutzen und Marktanteile bei kleinen und mittelgroßen Flotten gewinnen. Daneben wollen wir die Qualität in der Fläche durch die Ausweitung der Business Center stärken, sodass neben den Produkten auch die Dienstleistungen nochmals verbessert werden und damit den sich ändernden Kundenanforderungen Rechnung getragen wird. Unser Hauptvorhaben ist es aber, die Menschen von den Modellen aus dem FCA-Konzern zu überzeugen: Das bedeutet, dass wir gerne jeden Fuhrparkleiter dazu ermutigen, unsere Produkte kennenzulernen, egal ob auf einem Event oder bei einer Testfahrt.

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