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Carsten Schopf neben dem elektrischen Erfolgsmodell ZOE
Alaskan
Kangoo Z.E.
Talisman Grandtour
Captur
Mégane R.S.
Master Z.E.
Carsten Schopf: „Wir werden in den kommenden Jahren weiter auf die Elektromobilität setzen, bis zum Jahr 2022 erweitern wir unsere E-Fahrzeug- Palette auf acht Modelle“
Carsten Schopf (re.) kann Simon Pfost (li., Flottenmanagement) von einem bisher sehr erfolgreichen Jahr für Renault berichten
RENAULT FLOTTENGESCHÄFT 2017/2018

Starker Zuwachs

Flottenmanagement-Interview mit Carsten Schopf, Direktor Flotten bei der Renault Deutschland AG in Brühl

Flottenmanagement: Herr Schopf, seit etwas mehr als einem Jahr sind Sie jetzt bei Renault im Flottenbereich tätig. Mit welchen Zielen haben Sie diese Position angetreten und wie hat sich der Flottenvertrieb in dem Zeitraum entwickelt?

Carsten Schopf: Ich habe hier im Juli vergangenen Jahres angefangen und bin mit der Zielsetzung gestartet, ein Wachstum in unserem gewerblichen Pkw-Geschäft zu generieren. Dabei haben wir uns noch ein bisschen detaillierter aufgestellt und neben der Direktion Flotte eine Direktion LCV gegründet, die Michael Borner leitet. Somit agieren wir jetzt noch zielgruppenorientierter. Wenn wir das letzte Jahr Revue passieren lassen, können wir sehr zufrieden sein. Allein im ersten Halbjahr 2018 haben wir im relevanten Flottenmarkt 20 Prozent mehr Pkw verkauft als im Vorjahr und stehen in diesem Markt bei einem Gesamtanteil von 4,9 Prozent für die Marken Renault und Dacia. Das ist der höchste Wert seit 2003. Somit kann man festhalten, dass wir in einem annähernd konstanten Markt sehr erfolgreich unterwegs sind.

Flottenmanagement: Der Clio und der Kadjar sind zwei Modelle, die Sie in wenigen Monaten neu beziehungsweise überarbeitet auf den Markt bringen werden. Was können Sie über die Modelle bereits verraten?

Carsten Schopf: Wir haben in den letzten Jahren die größte Modelloffensive in der Geschichte von Renault vollzogen. Der Clio und der Kadjar sind zwei Säulen dieser Offensive, sie laufen sehr erfolgreich. Zu den Nachfolgern kann ich nur so viel sagen: Der Kadjar wird als umfassend überarbeitete Version auf der Mondial de l’Automobile in Paris Anfang Oktober präsentiert. Der neue Clio wird später folgen. Mit beiden Modellen werden wir den erfolgreichen Weg fortsetzen.

Flottenmanagement: Der ZOE war im ersten Halbjahr 2018 erneut das meistgekaufte Elektroauto auf dem deutschen Markt. Was macht das Fahrzeug so attraktiv? Und welche Strategie fährt Renault allgemein in Bezug auf E-Mobilität? Wie stehen Sie dem Thema Diesel gegenüber?

Carsten Schopf: Der ZOE ist in ganz Europa ein Erfolgsmodell. Die Hauptfaktoren für seine Beliebtheit sind das attraktive Design, der erschwingliche Preis und die stetig verbesserte Reichweite. Und nicht nur mit dem ZOE sind wir gut unterwegs. Der Renault-Marktanteil für E-Fahrzeuge in Deutschland lag Ende Juni 2018 bei starken 16,2 Prozent. Wir werden in den kommenden Jahren weiter auf die Elektromobilität setzen, bis zum Jahr 2022 erweitern wir unsere E-Fahrzeug-Palette auf acht Modelle. Mit einer Investition von einer Milliarde Euro werden auch die Entwicklung und die Produktion von E-Fahrzeugen in Frankreich weiter forciert. Das ist Bestandteil unseres Strategieplans „Drive the Future“, der für den Zeitraum von 2017 bis 2022 angesetzt ist. Und auch in Deutschland machen wir Tempo. So haben wir jüngst das erste Renault- Electric-Vehicle-Center in Berlin eröffnet.

Das Thema Diesel wird unserer Ansicht nach im Antriebsmix insbesondere bei Gewerbekunden weiter eine Rolle spielen. Wir arbeiten weiter an der Entwicklung von allen Antriebsarten, langfristig werden sich sicherlich die alternativen Antriebe nach und nach durchsetzen.

Flottenmanagement: Welche Rolle spielen Nutzfahrzeuge für Renault?

Carsten Schopf: Allgemein sind unsere Nutzfahrzeuge für uns ein wesentlicher Bestandteil der Marke und ein wichtiger Träger des Erfolgs. In Deutschland sind wir seit Jahren die Nummer eins der ausländischen Nutzfahrzeuganbieter und wachsen weiter. Und wir hatten eben über Elektromobilität gesprochen – unsere Modellpalette erweitert sich hier auch im Nutzfahrzeugsegment. Der Kangoo Z.E. kommt sehr gut im Markt an, der neue Master Z.E. wird derzeit von ersten Großkunden genutzt. Er bietet je nach Aufbau bis zu 200 Kilometer Reichweite und bis zu 1.400 Kilogramm Zuladung.

Flottenmanagement: In Frankreich testet Renault ab September autonome Shuttles. Was können Sie uns darüber berichten? Welche weiteren Mobilitätsdienstleistungen sind geplant beziehungsweise haben Sie schon umgesetzt? Sind solche oder ähnliche Projekte auch für Deutschland angedacht?

Carsten Schopf: Wir beobachten den Markt sehr genau, sind in Deutschland aber noch nicht in der Breite aktiv. Dafür umso mehr in ausgewählten europäischen Ländern. Zuvorderst natürlich in unserem Heimatmarkt Frankreich. Gerade erst haben wir in Paris einen neuen Mobilitätsservice mit Renault-Elektrofahrzeugen gestartet. Das ist ein mehrstufiges E-Fahrzeug- Konzept, das sowohl den Mobilitätsdienst mit Chauffeur „Marcel“ umfasst als auch rund um die Uhr verfügbare Carsharing-Fahrzeuge sowie Mietfahrzeuge für längere Reisen, die an festen Stationen übernommen werden können. Bis Ende 2019 werden die Nutzer in Paris auf rund 2.000 Renault-Elektrofahrzeuge zugreifen können. Wir bieten ähnliche Mobilitätsdienstleistungen ebenfalls in anderen Regionen außerhalb Frankreichs an, beispielsweise in Dänemark oder Spanien. Das werden wir weiter ausbauen, wir sehen in diesem Geschäftsfeld ein sehr großes Potenzial. Für Deutschland sind, wie gesagt, noch keine konkreten Projekte spruchreif. Was das Thema autonomes Fahren angeht: Hier ist Renault vorne mit dabei. Im Rahmen unseres Strategieplans „Drive the Future“ wird die Renault Gruppe bis 2022 insgesamt 15 Modelle mit automatisierten Fahrfunktionen auf den Markt bringen, darunter mit Ende des Plans voll automatisierte Fahrzeuge, die alle Voraussetzungen für die vierte von fünf Stufen des autonomen Fahrens erfüllen.

Flottenmanagement: Kommen wir auf Ihr Engagement im Motorsport zu sprechen: In der Formel 1 sind Sie mit einem Werksteam aktiv, zudem Motorenlieferant für einige Teams. Welche Rolle spielen diese und weitere Engagements im Motorsport für die Außenwirkung von Renault und kann beispielsweise der Mégane R.S. an den technischen Entwicklungen partizipieren? Was sind Gründe für Ihren Rückzug aus der Formel E?

Carsten Schopf: Wir sind mit der Marke Renault seit 117 Jahren im Motorsport aktiv und damit fast so lange, wie Renault überhaupt existiert. Motorsport liegt uns sozusagen in den Genen. Neben der Formel 1 sind wir auch bei Rallyes, Straßen- und Rundstreckenrennen aktiv. Durch das Engagement ergeben sich positive Abstrahleffekte, gerade vor dem Hintergrund, dass Deutschland ein motorsportbegeistertes Land ist. Für uns ist der Motorsport kein Selbstzweck, sondern wir möchten damit Kunden begeistern und zeigen, wie emotional unsere Marke ist. Unsere R.S.-Modelle, wie der Mégane R.S. und der Clio R.S., zeigen die motorsportliche Komponente auf der Straße. Beim Formel-1-Grand-Prix am Hockenheimring im Juli hatten wir unsere R.S.-Modelle in der Fanzone ausgestellt. Die Leute haben uns hier wirklich überrannt, das Interesse war riesig. Für uns bot es die optimale Gelegenheit, Motorsportinteressierte mit unseren aktuellen sportlichen Modellen direkt in Kontakt zu bringen.

Künftig wollen wir uns in Sachen Motorsport auf die Formel 1 konzentrieren. Unser vierjähriges erfolgreiches Engagement mit verschiedenen Titeln in der Formel E haben wir daher jetzt auslaufen lassen. Die Zeit war nicht nur erfolgreich, sondern auch sehr lehrreich. So konnten wir unser Know-how im Bereich der elektrischen Hochleistungsmotoren ausbauen und hier das ein oder andere Zeichen setzen.

Flottenmanagement: Für Flottenkunden spielt neben den Modellen auch der Service eine entscheidende Rolle. Wie ist Ihr Händlernetz aufgestellt und welche Dienstleistungen bieten Sie hier für den Fuhrparkleiter?

Carsten Schopf: Die oben erwähnten Zuwächse, die wir im vergangenen Jahr generieren konnten, wären ohne ein gut aufgestelltes Händlernetz und entsprechend professionelle Abläufe im Service nicht möglich gewesen. Wir genügen allen Ansprüchen, die ein Fuhrparkleiter haben kann, bieten vom Finanzleasing über jegliche Servicekomponente bis zum Full-Service- Leasing alles an. Hier sind wir mit unserem Partner, der Renault Bank, sehr professionell aufgestellt, was die Abwicklung dieser Serviceverträge angeht.

Flottenmanagement: Welche Finanzierungs- und Ausstattungspakete stehen für die flottenrelevanten Renault-Modelle zur Verfügung? Gibt es spezielle Leasingangebote und Businesspakete?

Carsten Schopf: Wir bieten transversal unsere Business-Edition an, die sämtliche Ausstattungselemente beinhaltet, die für gewerbliche Kunden besonders relevant sind. Dazu zählen unter anderem Navigationssystem, Sicherheitstrennnetz, Parksensoren sowie weitere wichtige Sicherheitskomponenten. Für die gesamte Renault- Pkw-Modellpalette stehen attraktive Full-Service-Leasingangebote inklusive Wartung und Verschleiß bereit. Das Ganze ist modular wählbar, der Kunde kann hier einzelne Bausteine oder das gesamte Paket buchen.

Flottenmanagement: Ein Blick in die Zukunft: Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Monate und darüber hinaus gesetzt? Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?

Carsten Schopf: Meine Zielsetzung bleibt erst einmal gleich, das bedeutet: Wachstum im gewerblichen Bereich für Renault zu erzielen. Auch wenn das erste Halbjahr 2018 bereits sehr erfolgreich für uns war, wollen wir dieses Wachstum weiter fortsetzen. Dies gilt ebenfalls für den Bereich E-Mobilität. Wir haben die Kapazitäten unserer Werke entsprechend verdoppelt und demzufolge gilt es jetzt, diese Fahrzeuge zu vermarkten.

Im mittleren und großen Flottenbereich sind wir zuletzt sehr stark gewachsen, wir sehen vor allem noch Potenzial im kleineren Flottenbereich. Denn auch wenn wir in Summe mit 20 Prozent deutlich stärker als der Markt gewachsen sind, gibt es in verschiedenen Segmenten oder Kundengruppen immer noch Potenziale, die wir erschließen und ausschöpfen werden.

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