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In der StVO ist die Regelung für Rückwärtsfahren ganz schön kompliziert
Beim Abbiegen ist die Unfallgefahr besonders hoch – auch wegen neuer Technologien

Hätten Sie’s gewusst?

Eigentlich kennen wir uns alle gut aus im Straßenverkehr. 90 Prozent der Autofahrer geben in Umfragen regelmäßig an, dass sie sich selbst zu den zehn Prozent der besten Fahrzeuglenker zählen. Mathematisch ist das problematisch, außerdem ändern sich gelegentlich Verkehrsregelungen und die theoretische Prüfung ist ohnehin lange her. Die kleinen Gemeinheiten im Verkehrsrecht beleuchten wir regelmäßig in unserer Rubrik.

GILT AUCH BEIM RÜCKWÄRTSFAHREN RECHTS VOR LINKS?

Eine knifflige Frage, die allerdings nichts mit dem Rückwärtsausparken auf Parkplätzen zu tun hat. Dort gelten sowieso die Regeln der gegenseitigen kooperativen Verständigung. Im öffentlichen Bereich ist die Frage etwas komplizierter.

Hier sind gleich mehrere Paragrafen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) beteiligt. So ganz klar ist die Lage jedenfalls nicht. Das oberste Prinzip ist natürlich immer Paragraf eins, der wie schon öfter zitiert, in Absatz eins lapidar festlegt: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.“

So weit, so gut. Doch damit ist das Problem nicht ansatzweise gelöst. Man hangelt sich dann schnell zu Paragraf acht durch, wo wiederum in Absatz eins steht: „An Kreuzungen und Einmündungen hat die Vorfahrt, wer von rechts kommt.“ Damit ist eigentlich schon viel geklärt, aber längst nicht alles. Man muss, wie sonst auch, mit besonderer Vorsicht vorgehen.

Paragraf neun ist dabei auch besonders zu beachten. Denn dort steht in Absatz fünf geschrieben: „Wer ein Fahrzeug führt, muss sich beim Abbiegen in ein Grundstück, beim Wenden und beim Rückwärtsfahren darüber hinaus so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen.“

Das sind eher grundlegende Aussagen, aber sie beschreiben sehr gut die Anforderungen an den Verkehrsteilnehmer. Wie das am Ende praktisch aussieht, ist eine ganz andere Frage. Da weichen Ansprüche und Realität häufig voneinander ab.

 

WANN IST RÜCKWÄRTSFAHREN GENERELL VERBOTEN?

Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen ist Rückwärtsfahren prinzipiell verboten. In Einbahnstraßen ist das Rückwärtsfahren laut StVO nur zum Ein- und Ausparken erlaubt, da die Straße nur in der angezeigten Richtung befahren werden darf. Wenn Sie beim Zurücksetzen die allgemeine Sorgfaltspflicht missachten, kann ein Bußgeld von 35 Euro fällig werden. Werden dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, müssen Sie mit 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Das Rückwärtsfahren „ist gewolltes Fahren im Rückwärtsgang entgegen der Fahrtrichtung des fließenden Verkehrs nach hinten“. Bei einem Unfall spricht der Beweis des ersten Anscheins gegen den Rückwärtsfahrenden, so ein Gerichtsurteil. Schaut man genauer hin, so darf nur der vom Fahrer aus sichtbare oder mindestens von einer Hilfsperson beobachtete Straßenteil befahren werden.

Rückwärtsfahren ist sowieso nur am rechten Fahrbahnrand mit sehr geringer Geschwindigkeit und in ständiger Bremsbereitschaft durchzuführen. Es darf zudem nur über kurze Strecken rückwärts gefahren werden, andernfalls ist zu wenden. Zudem ist das Rückwärtsfahren in Einbahnstraßen unzulässig, auch zu einer entfernteren Parklücke hin. Das gilt auch für eine Parklücke auf einer Vorfahrtstraße, wo man eventuell über eine längere Strecke rückwärts fährt. Dieses Verhalten wird als verkehrswidrig eingestuft und selbst gegenüber einem aus einem Grundstück Ausparkenden hat man dann schlechte Karten.

 

WELCHE PFLICHTEN HAT MAN EIGENTLICH BEIM ABBIEGEN?

Fast die meisten Unfälle ereignen sich beim Abbiegen. In der dunkler werdenden Jahreszeit wird diese Zahl zunehmen. Die Autofahrer werden aber auch vorsichtiger, weil Fahrzeuge durch das Streulicht benetzter Scheiben näher, eigentlich größer, erscheinen, als sie wirklich sind. Das drosselt natürlich den Verkehrsfluss an Einmündungen erheblich.

In Paragraf neun der StVO wird daher klar geregelt: „Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen …“ Klingt irgendwie logisch. Doch der Teufel steckt im Detail. Denn im Weiteren geht es um „Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor und auch Fahrräder auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren“.

Hier ist gerade aufgrund der letzten Unfallstatistiken höchste Aufmerksamkeit geboten. Die Pedelec- und E-Bike- Szene hat da eine negative Entwicklung der Unfallzahlen bewirkt. Das häufigste Problem ist dabei das des Rechtsabbiegens. Die Fahrradfahrer, welchen Alters auch immer, sind technisch in der Lage, Geschwindigkeiten zu erreichen, die die Autofahrer nicht erwarten.

Alles ist eigentlich in der StVO in Paragraf neun geregelt. Im Prinzip ist die Aufgabenverteilung klar. „Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen.“

Interessant ist im Kommentar zur StVO, was bei „geschobenen“ Fahrzeugen gilt. Denn der Paragraf neun „ Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren“ gilt nur für den Fahrzeugverkehr. Daher ist dort besondere Vorsicht geboten. Abbiegen an sich ist jede Richtungsänderung, bei der die Fahrbahn verlassen und eine andere Richtung eingeschlagen wird. Klingt nicht sehr spektakulär, hat aber massive Auswirkungen.

Ein grundlegender Punkt sei noch erwähnt. Beim Abbiegen ist es wichtig, wohin das Fahrzeug fährt. Dies unterscheidet die Situation essenziell von der Vorfahrt, denn dort kommt es darauf an, woher das Fahrzeug kommt.

 

 

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