SUCHE
Beta
News
Magazin
Flottenmanagement
Messe
Flotte! Der Branchnetreff
die nächste
"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Schon beim Dienstwagenüberlassungsvertrag sollte die Fahrzeugrückgabe bei einem vorzeitigen Ausscheiden des Mitarbeiters geregelt sein
Allzu umfangreiche Sonderausstattung kann dem Unternehmen teuer zu stehen bekommen

Risikominimierung

Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, setzt dies oft viele Prozesse in Gang: Die Urlaubstage müssen verrechnet werden, es muss ein Nachfolger gesucht werden, die IT und die Verwaltung müssen entsprechende Änderungen vornehmen. Woran man vielleicht im ersten Moment nicht denkt, ist, dass auch für den Dienstwagen des ausscheidenden Mitarbeiters eine Lösung gefunden werden muss. Für Unternehmen birgt gerade der Firmenwagen in solchen Fällen ein großes finanzielles Risiko.

Bei dem vorzeitigen Ausscheiden eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen ergeben sich für den Umgang mit dem geleasten Dienstwagen prinzipiell zwei Möglichkeiten: Zum einen kann das Fahrzeug vorzeitig an die Leasinggesellschaft zurückgegeben werden. Zum anderen kann das Fahrzeug auch bis zum Ende im Fuhrpark gehalten werden. Beide Lösungen sind in jedem Fall mit Kosten verbunden und stellen für die Unternehmen ein Risiko dar. Denn bei einer vorzeitigen Rückgabe liegt der Vertragswert deutlich unter dem Zeitwert des Fahrzeugs, was die Rückgabekosten schnell in die Höhe treiben wird. Wird das Fahrzeug im Fuhrpark gehalten, bis die Vertragslaufzeit erfüllt worden ist, kostet auch dies dem Unternehmen Geld, zumal oft keine Verwendung für diese Fahrzeuge in der Flotte zu finden ist. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, dieses finanzielle Risiko in der Flotte zu minimieren.

Versicherung
Es erscheint naheliegend, das angesprochene finanzielle Risiko mit einer Versicherung abzudecken. Mit Business Car Protect bietet beispielsweise PNB Paribas Cardif eine solche Versicherung an. Dabei handelt es sich um ein modulares System, das als Teilschutz oder als Rundum-sorglos- Paket aus mehreren Bausteinen zusammengestellt werden kann. Dabei deckt das Autotagegeld die Leasingraten der Ausfallzeiten tagesgenau ab, wenn das Fahrzeug droht, bis zu einem halben Jahr stehen zu bleiben. Wird ein Firmenwagen länger als sechs Monate nicht genutzt, übernimmt die Versicherung die Rückgabekosten, die sich aus der Differenz zwischen Leasingrestwert und Zeitwert des Fahrzeugs ergeben. Einen anderen Weg geht der amerikanische Fuhrparkspezialist ARI. Dieser bietet mit FlexLease ein Leasingangebot an, das es dem Kunden ermöglicht, selbst über die Länge des Vertrags zu entscheiden, sodass man gar nicht erst in die Situation kommt, eine bestehende Vertragslaufzeit einhalten zu müssen. So ist eine Vertragsbeendigung bereits nach einem Monat möglich – und das ohne Vertragsstrafe.

Für alle anderen sogenannten Closed-End-Leasingverträge gilt jedoch, dass eine Vertragslaufzeit bindend ist und eine vorzeitige Beendigung Vertragsstrafen möglich macht. Aus Sicht der Leasinggeber ist dies nicht allein eine zusätzliche Einnahmequelle, es soll auch den Zufluss von Leasingrückläufern regulieren. Schließlich müssen die Fahrzeuge nach der Leasinglaufzeit auch wieder vermarktet werden. Bei größeren Flotten gibt es jedoch oftmals einen Kulanzspielraum. So können diese Flotten oftmals von „freien Rückgabequoten“ von um die zehn Prozent in ihren Leasingverträgen (teilweise auch nur fünf Prozent) profitieren. So könnte etwa jedes zehnte Fahrzeug vor der Zeit zurückgegeben werden, beispielsweise wenn ein Dienstwagenfahrer vorzeitig ausscheidet.

Der Vertrag
Ein weiterer Ansatzpunkt, um das Risiko für den Fuhrpark zu minimieren, ist der Dienstwagenüberlassungsvertrag. Hier sollte unter anderem geregelt werden, was mit dem Fahrzeug geschieht, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen vorzeitig verlässt. Dieser kann nämlich dazu verpflichtet werden, das Fahrzeug und damit auch die Kosten dafür selbst zu übernehmen. Gleichwohl birgt diese Verpflichtung einige Risiken. Denn zum einen können Situationen eintreten, bei denen diese Übernahmeverpflichtungen nicht rechtsbindend sind, und zum anderen muss auch die Leasinggesellschaft als eigentlicher Fahrzeugbesitzer diesem Modell zustimmen. Bei einer fristlosen Kündigung zum Beispiel kann dieses Modell unwirksam werden. Rechtsanwalt Lutz D. Fischer verdeutlicht: Ist ein Arbeitsverhältnis außerordentlich fristlos gekündigt, ist ein dem Arbeitnehmer überlassener Dienstwagen – auch ohne entsprechende vertragliche Regelung – regelmäßig mit Kündigungszugang an den Arbeitgeber zurückzugeben, und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug auch zur Privatnutzung überlassen worden ist oder nicht.

Einen interessanten Aspekt stellen auch etwaige Sonderausstattungen im Dienstwagen dar, die über die in der Dienstwagenrichtlinie vereinbarten Ausstattungen hinausgehen. In manchen Unternehmen darf der Arbeitnehmer bei seinem Dienstwagen zusätzliche Ausstattungswünsche realisieren, wenn er diese selbst finanziert. Der Arbeitgeber geht dabei aber hinsichtlich eines überraschenden Ausscheidens des Mitarbeiters ein hohes finanzielles Risiko ein. Denn wer trägt die Kosten für Sonderausstattungen, wenn der Arbeitnehmer von sich aus kündigt, bevor der Leasingzeitraum für den Dienstwagen abgelaufen ist? Oft bleibt hier der Arbeitgeber auf den Kosten sitzen, da sich vermutlich auch kein anderer Mitarbeiter findet, der die hohen Kosten für den Dienstwagen stemmen möchte. Zumal es sich ja bei dem Fahrzeug um eine sehr individuelle Zusammenstellung handelt. Darüber hinaus eignet sich ein solcher Wagen auch selten für den Fahrzeugpool. Gerichtsurteile tendierten bei vorzeitigem Ausscheiden eines Mitarbeiters eher zugunsten des Arbeitnehmers, nicht zuletzt weil ansonsten die Kündigungsfreiheit eingeschränkt sei, so Lutz D. Fischer. Die Frage, ob derartige Ablösekosten dem Arbeitnehmer wenigstens dann aufgebürdet werden können, wenn er die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses selbst schuldhaft herbeigeführt hat, ist allerdings noch nicht höchstrichterlich entschieden. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, sollte man also gar nicht erst zulassen, dass die Fahrzeuge allzu umfangreich ausgestattet werden. Dies ist im Übrigen auch im Sinne des Arbeitnehmers, der so vor einer möglichen Verschuldung geschützt werden kann.

Fazit
Das vorzeitige Ausscheiden von Mitarbeitern ist und bleibt ein unkalkulierbares Risiko. Aber man kann aus Flottensicht einige Maßnahmen ergreifen, um zumindest das Kostenrisiko zu minimieren. Ein rechtlich gründlich ausgearbeiteter Dienstwagenüberlassungsvertrag beispielsweise dürfte das Ausscheiden des Mitarbeiters zumindest im Hinblick auf den Dienstwagen in geordneten Bahnen halten. Darüber hinaus ist auch zu überlegen, ab wann dem Mitarbeiter ein eigener Dienstwagen zusteht oder ob in der Probezeit nicht auch ein über Langzeitmiete angeschafftes Fahrzeug ausreichend ist.

TOP RSS Meldungen
GDPR Flotte.de

Flotte Medien möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies, um die Seite für Sie zu verbessern und nutzerrelevant zu gestalten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie hier.

Einverstanden