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Dies unterstreicht auch das Teilnehmerinteresse an unserer neuesten Flottenmanagement- Onlineumfrage zur Führerscheinkontrolle im Fuhrpark. Die Fragen dazu beantworteten etwa 300 Fuhrparkleiter aus Deutschland. Davon leiten die allermeisten (78 Prozent) eine kleine Flotte von weniger als 50 Fahrzeugen. Immerhin sechs Prozent der Teilnehmer verantworten einen Fuhrpark von mehr als 500 Fahrzeugen. Das Teilnehmerfeld setzt sich überwiegend aus Pkw- (64 Prozent) und Transporter-Flotten (21 Prozent) zusammen. Insgesamt eine durchaus repräsentative Teilnehmergruppe.

Wie oft wird kontrolliert?
Die regelmäßige Kontrolle des Führerscheins ist unabhängig von der Fuhrparkgröße eine gesetzliche Pflicht der jeweiligen Unternehmen und kann bei Missachtung zu Haft- oder Geldstrafen führen. Dabei ist allerdings nicht genau geregelt, wie häufig dieser Halterpflicht nachgekommen werden muss. Oft wird eine halbjährliche Überprüfung als hinreichend betrachtet. An diese grobe Richtlinie scheinen sich auch die meisten der teilnehmenden Flotten zu halten. So führen 65 Prozent mindestens zweimal im Jahr eine Kontrolle der Fahrerlaubnis bei ihren Mitarbeitern durch (Grafik 1). Nur bei 25 Prozent ist dies seltener der Fall und die bereits angesprochenen zehn Prozent der Teilnehmer kontrollieren nie die Fahrlizenzen. Als Grund dafür gibt dieses Zehntel zu 88 Prozent an, dass die Kontrolle nicht erwünscht sei. Für die restlichen zwölf Prozent ist dies schlicht zu teuer oder zu aufwendig. Hier wäre eigentlich der Gesetzgeber gefragt, der durch eine deutlichere gesetzliche Regelung des Kontrollvorgangs und beispielsweise einen Bußgeldkatalog für Klarheit sorgen könnte. Schließlich geht es bei der Kontrolle des Führerscheins nicht nur um die rechtliche Absicherung des Fahrzeughalters, sondern auch um die Arbeitssicherheit der Dienstwagenfahrer.

Intern oder extern?
Aus der Pflicht, den Führerschein zu kontrollieren, erwächst auch eine Dokumentationspflicht. Denn im Falle des Falles muss nachgewiesen werden können, dass die Führerscheine kontrolliert wurden. Wer die Kontrolle durchführt und dokumentiert, ist dabei unterschiedlich. In vielen Unternehmen ist die Führerscheinüberprüfung intern geregelt. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer führen die Kontrolle selbst durch (Grafik 2). Ein Befund, der in Anbetracht der Vielzahl von Dienstleistern auf den ersten Blick überraschen mag, allerdings mit der Flottengröße zusammenhängen dürfte. Denn je größer die Flotte ist, desto eher wird ein Dienstleister hinzugezogen.

Mit 97 Prozent setzen fast alle Teilnehmer, die eine interne Überprüfung vornehmen, auf eine klassische Sichtkontrolle (Grafik 3). Drei Prozent nutzen eine App-Lösung. Auch diese Zahlen deuten darauf hin, dass eher kleinere Flotten eine interne Führerscheinkontrolle vornehmen, da eine persönliche Sichtkontrolle durch den Fuhrparkleiter in einer Flotte von mehr als 500 Fahrzeugen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Bei den Flottenteilnehmern, die den Bereich der Führerscheinkontrolle an einen Dienstleister abgegeben haben, werden die meisten Fahrlizenzen (79 Prozent) in einem öffentlichen Prüfsystem kontrolliert (Grafik 4). 21 Prozent haben eine interne Systemlösung für die Kontrolle installiert. Die Entscheidung für ein internes oder öffentliches Prüfsystem ist stark an die Fuhrparkstruktur gebunden. So wird ein dezentraler Fuhrpark ein öffentliches Prüfnetz bevorzugen, ein zentral verwalteter Fuhrpark eher eine interne Lösung. Zwar ist der Fuhrparkleiter einer dezentralen Flotte dazu befähigt, die Dienstwagenfahrer zum Unternehmenssitz zu zitieren, um den Führerschein zu kontrollieren, in der Praxis dürfte dies aber nicht allzu oft der Fall sein.

Waren die Kontrollmöglichkeiten bei einer internen Prüfung noch relativ begrenzt, so gibt es bei der Kontrolle mithilfe eines Dienstleisters mehrere Varianten. Dabei ist vor allem die Kontrolle per Prüfterminal bei 47 Prozent der Teilnehmer eine beliebte Methode (Grafik 5). Im Vergleich zur internen Kontrolle ist die Sichtprüfung mit 20 Prozent weniger gefragt, wird aber immer noch relativ häufig verwendet. Immerhin 27 Prozent setzen auf eine ganz andere Lösung. Die Kontrollmethoden sind vielfältig, da Dienstleister jeweils ein eigenes System auf den Markt bringen. Eine Ideallösung hat sich, auch mit Blick auf die Zahlen in Grafik 5, noch nicht herauskristallisiert.

Die Nutzung eines öffentlichen Prüfsystems bringt den Vorteil mit sich, dass verschiedene Dienstleistungen kombiniert werden können, da oft eine Tankstellenkette oder eine Werkstatt die Kontrolle durchführt. Daher ist es durchaus überraschend, dass 26 Prozent angeben, keine weitere Dienstleistung mit der Kontrolle des Führerscheins zu kombinieren (Grafik 6). Bei den anderen Umfrageteilnehmern wird vor allem der Tankservice (60 Prozent) mit der Kontrolle der Fahrlizenzen verbunden. Dies mag vor allem an dem dichten Tankstellennetz in Deutschland liegen. Jeweils sieben Prozent nutzen den Werkstattservice oder die UVV-Überprüfung in Verbindung mit der Kontrolle des Führerscheins.

Fazit
Die Ergebnisse unserer Onlineumfrage zum Thema Führerscheinkontrolle machen deutlich, dass sich der Markt in diesem Bereich verändert hat. Immer mehr Unternehmen sind sich ihrer Halterpflicht in diesem Punkt bewusst. Entsprechend groß sind die Auswahlmöglichkeiten an Kontrollsystemen. Dass dennoch zehn Prozent der Teilnehmer keine Kontrollen einführen wollen, sollte bedenklich stimmen. Denn wer kontrolliert die Kontrolle der Führerscheine?

Die nächste Flottenmanagement-Umfrage finden Sie auf: www.flotte.de/umfrage
Das Thema dieses Mal lautet: Tankkarten im Fuhrpark