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Flottenmanagement: Die Santander Consumer Leasing GmbH hat Anfang des Jahres ihr Full-Service-Leasing-Angebot gestartet. Wie kam es zu diesem Schritt, was beinhaltet das Angebot, wie ist das erste Feedback und wo liegen dabei die Vorzüge gegenüber der Konkurrenz?

Rainer Thies: Am 4. Januar war unser großer Rollout-, also die Produktneueinführung. Wir haben uns für diesen Schritt aufgrund der Entwicklungen im relevanten Flottenmarkt entschieden. Grundsätzlich verbindet man mit der Santander Consumer Leasing GmbH das Privatgeschäft, was allerdings nicht den Fakten entspricht. Schon heute sind gewerbliche Leasingverträge der deutlich größere Anteil. Und gerade im Bereich Serviceleasing haben wir entsprechendes Potenzial gesehen und diese Lücke mit einem eigenständigen Produkt geschlossen. In diesem Zusammenhang haben wir uns auch personell verstärkt, unter anderem mit meinem Kollegen Jan Megow. Er hat das Projekt im Wesentlichen mitverantwortet und aufgebaut. Als Händlerleasinggesellschaft ist der Handel unser Vertriebskanal und wir bieten unseren Handelspartnern in Form eines speziellen Tools alle Services an, die der Markt fordert beziehungsweise benötigt. Dazu zählen beispielsweise Tankkarten, Versicherungsservices und Reifenservice. Hier arbeiten wir mit verschiedenen Spezialisten zusammen, die die einzelnen Dienstleistungen anbieten. Mit unserem neuen Komplettangebot sehen wir uns für das Flottengeschäft gut gerüstet.

Das Feedback des Handels ist hervorragend. Im Vorfeld haben wir diverse Workshops mit unseren Händler-Partnern durchgeführt und sind bei der Entwicklung auf Wünsche, sei es von unseren Captive Partnern oder freien Händlern, eingegangen und haben sie so weit wie möglich integriert. Denn die größtmögliche Akzeptanz für unser Produkt ist uns sehr wichtig.

Jan Megow: Unser besonderes Anliegen war eine innovative IT-Plattform. Wir sind uns sicher, dass dies ein entscheidender Faktor für unseren Erfolg sein wird. Hierfür haben wir uns einen erfahrenen Partner mit einem bestehenden System an Bord geholt. Das Tool überzeugt durch ein responsives Webdesign, das heißt, der Verkäufer kann damit sowohl am Arbeitsplatz als auch unterwegs auf mobilen Endgeräten arbeiten. In diesem Zusammenhang war uns auch eine schnelle Reaktionsfähigkeit wichtig.

Die Onlineplattform ist in unsere Händler-Management- Software Kosyfa integriert. Die Händler und Verkäufer brauchen sich damit nicht extra anzumelden beziehungsweise es bedarf keiner zusätzlichen Passwörter.

Flottenmanagement: Welche Kundengruppen wollen Sie mit Ihrem Leasing-Komplettpaket ansprechen und welche kurz- und mittelfristigen Ziele haben Sie sich gesetzt?

Jan Megow: Bisher waren es hauptsächlich kleinere gewerbliche Kunden, die sich für unsere Leistungen entschieden haben. In der Regel bewegt sich deren Fuhrparkgröße zwischen drei und zehn Fahrzeugen. Wir versprechen uns mit unserem neuen Produkt auch Zugang zu weiteren Kundengruppen. Eine Tankkarte ist für den Kleinunternehmer nicht so interessant wie beispielsweise für ein mittelständisches Unternehmen.

Rainer Thies: Ein wesentliches Ziel ist es, dass wir mit dem Produkt wachsen und wir unsere Potenziale weiter ausschöpfen. Grundsätzlich sind wir auf Wachstumskurs. Der Leasinganteil am Kfz-Geschäft der Bank nimmt stetig zu. Aktuell liegen wir hier bei 17 Prozent vom Gesamtumsatz Kfz. Das sah vor einigen Jahren noch deutlich anders aus. Das Leasing hat insgesamt einen entsprechenden Stellenwert.

Flottenmanagement: Wofür steht die Santander Consumer Leasing GmbH? Wie grenzt sie sich von anderen Unternehmen ab?

Jan Megow: Was uns erfolgreich gemacht hat, ist unsere Produktvielfalt. Wir haben weit über 20 differenzierte Produkte. Dazu zählen unter anderem das Vorführwagenleasing, das Partnerleasing oder auch die Möglichkeit des Geschäftswagenleasings. Wir bieten gewerblichen Kunden bereits ab einem Fahrzeug Lösungen an und machen dabei auch keine Servicedifferenzierungen zu größeren Kunden. Wir sind sehr flexibel – auch Sonderlösungen sind möglich.

Flottenmanagement: Kürzlich wurde mit Volvo das gemeinsame Joint Venture VCFS Germany GmbH gegründet. Wie ist das Ganze angelaufen und was sind die Kerndienstleistungen des Gemeinschaftsunternehmens?

Rainer Thies: Unsere Zusammenarbeit mit Volvo läuft schon seit 2012. Mit dem Joint Venture werden wir diese noch weiter intensivieren und es als Bindeglied zwischen den beiden beteiligten Unternehmen fungieren. Es ist eine Kooperation, deren Anteile zu 50 Prozent bei Volvo und zu 50 Prozent bei Santander liegen. Es gibt zwei gleichberechtigte Geschäftsführer, aufseiten von Volvo Thomas Mengelkoch und auf der anderen Seite mich selbst. Ziel dieses Joint Ventures ist es, innovative Finanzdienstleistungen zu entwickeln und dabei besonders Qualität und Kundenloyalität sicherzustellen. In diesem Zusammenhang kümmern wir uns unter anderem um Back-Office-Services, Endabrechnungen, Vertragsankäufe und sonstige Themen des Qualitätsmanagements. Das Joint Venture hat seinen Dienstsitz in Köln, wo bereits vierzehn Kolleginnen und Kollegen arbeiten. Die neue Konstellation gewährleistet eine hohe Flexibilität, beschleunigte Genehmigungsprozesse bei Kundenanfragen und erweiterte Entscheidungskompetenzen – für alle Beteiligten also eine echte Win-win-Situation.