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Wie oft hatten wir diese Diskussion bereits im Vorfeld der Markteinführung mit zahlreichen BMW-Verantwortlichen: Ein Auto aus dem Hause der Münchener Ingenieurfirma mit Frontantrieb? Kann so etwas gutgehen? Sowohl Marketingstrategen als auch Techniker winken ab, aus Erhebungen wisse man genau, dass viele Kunden gar nicht darüber informiert seien, welche Achse denn nun angetrieben werde. Andererseits aber spürten die Käufer sehr wohl, wenn der Kardantunnel das Platzangebot schmälert. Da steht er nun vor uns, der erste BMW-Van. Als Zusatzbezeichnung wählte man die schicke Bezeichnung Active Tourer. Und über mangelnden Raum kann man sich wahrlich nicht beschweren – diese Disziplin meistert er also wunderbar, wie schon ein kurzes Probesitzen zeigt. Die leicht erhöhte Sitzposition sorgt für gute Übersichtlichkeit, das freut viele Autokunden älterer Semester – immerhin eine nicht zu vernachlässigende Zielgruppe. Die Spannung steigt, jetzt wird gefahren.

Unter der Haube unseres Testwagens steckte der zwei Liter große Commonrail-Diesel aus dem BMW-Baukasten – nur quer eingebaut im Falle des Active Tourer. Die Leistung liegt bei 150 PS, damit ist der Neuling keineswegs untermotorisiert. Er ist gar so kräftig, dass die Vorderräder bei forciertem Gaseinsatz zu kämpfen haben, das ist ein ganz ungewöhnliches Gefühl bei der Marke mit dem weißblauen Emblem. Dafür gibt es weder etwas an der Geräuschentwicklung noch an der Leistungsentfaltung auszusetzen. Der Vierzylinder bleibt leise bis in den oberen Drehzahlbereich, wenn man diesen denn überhaupt bemüht. Schließlich liegt das Spitzendrehmoment von 330 Nm bereits bei 1.750 Touren an. Demnach muss die optionale Achtgang-Automatik (beim Testwagen verbaut, 1.764 Euro netto) gar nicht wild herumschalten, um souverän von der Stelle zu kommen. Was aber nicht heißt, dass sie es bei sportlicher Fahrweise nicht kann und auch tut. Beim Tourer greift man übrigens noch zu einem mechanischen Wählhebel in der Mitte – keine verspielten Elektronik-Gimmicks also. Auch das Infotainment präsentiert sich klassisch: Für Drehzahl und Tempo gibt es klar ablesbare Rundskalen ohne Schnörkel, ein TFT-Monitor in der Mittelkonsole ist natürlich kein Diskussionsgegenstand.

Wer die 2.092 Euro (netto) teure Navigation ordert, bekommt auch ein Headup-Display dazu. Sprechen wir über Geld: Für den 218d Active Tourer werden mindestens 26.134 Euro netto fällig. Immer an Bord sind Auffahrwarner, Bluetooth- Freisprechanlage, Klimaanlage und Radio. Variable Dämpfer gibt es gegen 420 Euro netto, und LED-Scheinwerfer kosten 831 Euro (netto) extra. Unbedingt an Bord sollte das große Assistenz- Paket gegen 1.176 Euro (netto) Aufpreis: Dann können Personen auf der Fahrbahn erkannt werden, was eine entsprechende Warnung auslöst, und es wandern ein aktiver Tempomat sowie Verkehrszeichen-Erkennung an Bord. Da inzwischen auch in preiswerteren Fahrzeug-Segmenten Unterhaltung eine große Rolle spielt, kann der Interessent gegen 663 Euro netto ein Soundsystem mit zwölf Lautsprechern ordern.