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Welches ist das wichtigste Kriterium, wenn man erfolgreich auf dem Flottenmarkt unterwegs sein möchte? Na klar – die Kombination von Diesel und Automatik. Hier schwächeln oftmals die international ausgerichteten Importeure, weil sie nicht auf die erforderlichen Stückzahlen kommen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Bei Mazda wird Europas Ruf nach den Selbstzündern ernstgekommen. Der Hersteller hat eine neue Generation von Dieselmotoren entwickelt, die spielend die strenge Euro 6-Norm erreichen. Dank ultraniedriger Verdichtung von 14:1 (und der damit zusammenhängenden Minderbelastung für sämtliche Komponenten) fällt das Aggregat mit Aluminium-Block leicht aus. Außerdem sorgen niedrigere Verbrennungstemperaturen für ebenfalls niedrigere NOx-Werte, was eine teure Abgas-Nachbehandlung zur Erreichung anspruchsvoller Emissionsvorschriften obsolet macht. Der zweite Punkt ist die Entwicklung einer effizienten Automatik. Statt Doppelkupplungsgetriebe setzt Mazda auf eine komfortable Wandlerlösung und stattet die Eigenentwicklung mit einer besonders früh agierenden Überbrückungskupplung aus, um möglichst lange kraftschlüssig zu operieren.

Will heißen: Sobald der Mittelklässler angerollt ist, wird das Motormoment nicht mehr über den Wandler übertragen, sondern fließt per fester Antriebsverbindung vom Motor mittels Planetengetriebe zu den Vorderrädern. Im Falle unseres Testwagens sind das 380 Nm ab 1.800 Touren. Der Selbstzünder liefert 150 PS und bildet damit einen sauberen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und angemessener Fortbewegung. Und er ist beileibe nicht untermotorisiert; so hält das Plateau der maximalen Zugkraft immerhin bis zweieinhalbtausend Umdrehungen an, so dass man in der Praxis stets aus dem Vollen schöpfen kann. Der Japaner zieht auch mal kraftvoll im großen Gang aus dem Drehzahlkeller heraus, ohne herunterschalten zu müssen. Wer den Automaten indes dazu zwingt, die Übersetzung zu wechseln – auch kein Thema, denn die Ingenieure haben dem kompakt bauenden Sechsgänger eine sanfte Gangart anerzogen.

Selbiges gilt auch für das Fahrwerk: So sportlich der Mazda6 gerade mit der modifizierten Frontmaske anmutet – er ist am Ende ein veritables Reiseauto ohne Ambitionen, besonders hektisch um die Ecke preschen zu müssen. So versteckt er schlechte Wegstrecken gekonnt vor den Passagieren und nimmt lange Autobahnwellen mit elegantem Nachschwung. Allenfalls schwere Frostaufbrüche lassen die Insassen kurz zucken, aber zaubern kann der Kombi eben auch nicht. Er beherrscht jedoch den Spagat, trotz komfortabler Note auch Dynamikern zu gefallen. Die elektrische Servolenkung vermittelt genau das richtige Maß an Fahrbahnkontakt, dirigiert den Fronttriebler behände und feinfühlig über kurviges Geläuf. Auf der schnellen Piste fährt er stoisch geradeaus – auch weit jenseits von Richtgeschwindigkeit. Und dabei bleibt er bis in hohe Tempobereiche hinein recht leise, was sowohl an der exzellenten Aerodynamik wie an der üppigen Dämmung liegt.

Darüber hinaus gibt es jede Menge Platz. Der Fond bietet sogar groß gewachsenen Personen viel Bein- und Kopffreiheit, während man sich vorn nicht zu nah auf die Pelle rückt. Mit über 1.600 Litern Laderaumvolumen bei umgeklappten Lehnen macht der Allrounder auch vor dem Baumarkt eine gute Figur – Nützlichkeit ist bei Flottenkunden ein hohes Gut. Doch da das Auge mit isst, haben sich die Gestalter etwas einfallen lassen und die Architektur deutlich verschönert. Man findet neuerdings einen Hauch von Leder auf der Konsole – und die Rindshaut-Einlage sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch geschmeidig an. Der gut einsehbare Multifunktionsbildschirm thront nun perfekt einsehbar auf dem Armaturenbrett. Drehzahlmesser und Tacho führen die Mazda-Verantwortlichen noch immer klassisch aus als Rundskalen und selbstredend analog. Dennoch ist das Elektronik-Alter längst in den Mazda6 eingezogen. Die rechte Skala beherbergt ein kleines Info-Feld für Bordcomputer und Co – außerdem gibt es neben den heute selbstverständlichen Dingen für Navigationssystem auch eine Social Media-Integration, mit der man beispielsweise auf Facebook zugreifen kann.

Demnach sind viele Funktionalitäten zu beherrschen, und es winkt ein ganzes Bündel an Tasten, die gut verteilt sind auf den Konsolen. Das Lenkrad wird im Mazda6 zur Kommandozentrale und steuert Dinge wie die Bluetooth- Freisprechanlage, das Radio oder den Tempomat. Der große Monitor ist inzwischen auch als Touchscreen nutzbar und spart das eine oder andere Knöpfchen ein; bei der Klimasteuerung bleiben die Verantwortlichen aber konventionell und belassen es bei den guten, alten Druckschaltern – so dass man sämtliche Einstellungen schnell vornehmen kann, ohne in die Tiefen des Menüs entschwinden zu müssen. Zahlreiche Anschlüsse wie AUX und USB bekunden zusätzlich die Generation Internet.

Ab 29.403 Euro netto ist der 150 PS starke Diesel in Verbindung mit Automatikgetriebe zu haben – und dabei macht es preislich keinen Unterschied, ob der Kunde lieber zum Kombi oder zur Limousine greift. Wer die komplette Sicherheitsausrüstung – und die ist wahrlich umfangreich – an Bord haben möchte, muss zur höchsten Linie „Sportsline“ (3.109 Euro netto) greifen. Dann gibt es nicht nur 25 Pferdchen mehr auf die Vorderachse, sondern auch einen erweiterten City-Notbremsassistenten, der das Auto abbremst, wenn man beim Rangieren versehentlich auf ein anderes Fahrzeug aufzufahren droht. Darüber hinaus besitzt der Mazda ein generelles autonomes Bremssystem sowie einen Spurwechsel-Warner. Eine Spurhalte-Kontrolle beugt unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrbahn vor und steuert per aktivem Lenkeingriff gegen. Gegen 546 Euro (netto) Aufpreis wandert ein aktiver Tempomat mit Radarsteuerung an Bord. Neuerdings kommen auch vollvariable LEDScheinwerfer zum Einsatz, die mit dauerhaftem Fernlicht arbeiten und lediglich partiell abblenden. Wer die teuerste Variante wählt, fährt auch in puncto Komfort im wahren Sinne des Wortes gut: Selbst über Features wie Headup- Display und schlüsselloses Schließsystem muss man nicht diskutieren. Einen Hauch von Luxus bekommt der Kunde mit elektrisch verstell- und beheizbaren Ledersitzen – dann werden bis zu 1.764 Euro (netto) extra fällig.