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Pro und Contra
Das Thema Tankkarte ist ein Dauerbrenner im Flottenalltag. Dies zeigte sich sehr schön an der regen und vielfältigen Beteiligung an unserer Umfrage. Viele Unternehmen, vom kleinen Handwerkerfuhrpark bis hin zu großen Konzernflotten, setzen Tankkarten ein – in Zahlen ausgedrückt sind dies überwältigende 83 Prozent der befragten Flottenmanager (Grafik 1).

Auch wenn die allermeisten Flotten ihre Tankkosten mit einer entsprechenden Karte (oder gleich mehreren) abrechnen, so sind es eben nicht alle Fuhrparks. Immerhin 14 Prozent sind ohne unterwegs. Häufig sprechen Kosten und Flexibilität bei der Tankstellenwahl gegen eine Nutzung von Tankkarten, argumentieren die Flottenmanager (Grafik 2).

Doch ein Kraftstoffmanagement ohne Tankkartennutzung ist relativ aufwendig, weshalb eher kleine Flotten ohne Tankkarten auskommen können als große. Schließlich müssen alle Belege eingereicht, geprüft und verrechnet werden – ein Verwaltungsaufwand, den gerade Flotten mit mehr als 100 Fahrzeugen mit Einführung von Tankkarten umgehen wollen. Demnach heben die Befürworter auch das Handling und die bessere Transparenz der Verbräuche hervor (Grafik 3). In erster Linie geht es beim Tankkartenmanagement also darum, Prozesse zu bündeln und zu vereinfachen. Die Kostenersparnis steht hier nur an dritter Stelle, gleichauf mit dem bargeldlosen Erwerb von Nebenprodukten wie Motoröl. Das Für und Wider in der Frage der Tankkartennutzung dürfte sich wohl deutlich zugunsten der Tankkarte entscheiden. Schließlich ist deren Nutzung seit Jahren Standard in vielen Flotten.

Tankkartenmanagement
Bei der Auswahl der richtigen Tankkarte ist das Tankstellennetz das Entscheidungskriterium schlechthin. Etwa 85 Prozent gaben bei unserer Umfrage an, dass die Verbreitung der Zapfsäulen für sie besonders wichtig sei (Grafik 4). Um die Zahl der Akzeptanzstellen zu erhöhen, nutzen 35 Prozent sogar mehr als eine Tankkarte (Grafik 5). Hierbei spielt natürlich auch das Kostenbewusstsein eine Rolle. Denn oft werden die Karten der großen Mineralölgesellschaften mit denen der freien Tankkartenverbunde kombiniert, um so gegebenenfalls die Wahl zu haben, an einer freien Tankstelle zu den oft günstigeren Preisen zu tanken.

Neben dem dichten Netz an Tankstellen sind auch Businesskonditionen mitentscheidend, eine Festpreisgarantie ist aber nur für 15 Prozent wichtig. Obwohl Erdgas deutschlandweit an über 900 Tankstellen erhältlich ist und auch Autogas relativ weitverbreitet ist, spielt das Angebot an alternativen Treibstoffen nur eine marginale Rolle bei der Wahl der Tankkarte. Die Mehrheit der Flotten fährt in Deutschland eben weiterhin mit Diesel oder Benzin.

Interessanterweise bleibt der Baustein des Tankkartenmanagements etwas außerhalb des Full-Service-Leasing-Bestrebens. So wickeln nur etwa 13 Prozent das Tankkartenmanagement über die Leasinggesellschaft ab (Grafik 6). Mehr als die Hälfte aller Tankkartennutzer nutzen für ihr Kraftstoffmanagement Tankkarten der großen Mineralölgesellschaften. Immerhin 25 Prozent sind bei freien Anbietern. Es verwundert etwas, dass Tankkarten oftmals unabhängig von Leasingrahmenverträgen bezogen werden, in denen ansonsten vom Fahrzeug bis zum Reifenservice alles inkludiert ist. Hieran lässt sich erkennen, dass man seitens der Fuhrparkunternehmen in Sachen Kraftstoff maximale Flexibilität anstrebt. Denn nicht alle Leasinggesellschaften kooperieren mit allen Tankkartenanbietern.

All inclusive?
Dass man mit einer Tankkarte seine Spritrechnung bezahlt, ist jedem klar, doch viele Anbieter haben noch etliche Zusatzleistungen im Portfolio. Die Frage ist nur: Welche Leistungen darf der Dienstwagenfahrer in Anspruch nehmen? Die Rechnung bezahlt schließlich das Unternehmen. Vor allem die Autopflege ist da eine oft genutzte Zusatzleistung. So dürfen etwa 74 Prozent Motoröl mit der Tankkarte abrechnen, 62 Prozent dürfen die Waschanlage nutzen und immerhin 35 Prozent kaufen damit Scheibenwischer und andere Nebenprodukte ein (Grafik 7). Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Fuhrparkunternehmen seien sehr spendabel gegenüber den Dienstwagenfahrern. Doch dahinter steckt noch mehr als Mitarbeitermotivation. Zusatzleistungen für die Autopflege sind auch im Sinne des Werterhalts des Fahrzeugs und können sich beim Restwert später bezahlt machen. Darüber hinaus dient ein sauberes und gepflegtes Fahrzeug auch der positiven Wahrnehmung des Unternehmens. Jede Großzügigkeit hat natürlich auch seine Grenzen, so dürfen nur etwa 34 Prozent der befragten Tankkartennutzer auch Privatrechnungen und Urlaubsfahrten damit begleichen (Grafik 8).

Nicht nur im Urlaub mit dem Auto ist man viel im Ausland unterwegs. Auch wirtschaftlich wächst Europa immer weiter zusammen und viele Firmen sind daher über die Landesgrenzen hinweg aktiv. 49 Prozent der Befragten tanken auch außerhalb von Deutschland mit ihrer Tankkarte (Grafik 9).

 

 

Ab sofort veröffentlicht Flottenmanagement regelmäßig eigene Studien zu aktuellen Themen rund um den Fuhrpark. Die Teilnehmer sind Sie, unsere Leser, die sich an den Aufrufen im Magazin und im Internet beteiligen; abgestimmt wird online.

 

 

Etwa 500 Flottenentscheider nahmen sich die Zeit, unsere Fragen zu beantworten, davon verwalten fast drei Viertel der Teilnehmer eher kleinere Fuhrparks mit bis zu 25 Fahrzeugen. Flotten mit bis zu 50 Fahrzeugen waren mit neun Prozent ebenfalls gut vertreten. Aber auch in den größeren Flotten war die Beteiligung gut: Fünf Prozent der Teilnehmer managen eine Flotte zwischen 51 und 100 Fahrzeugen, sieben Prozent gar einen Fuhrpark von bis zu 250 Fahrzeugen. Sechs Prozent der Befragten gaben an, eine Flotte von mehr als 500 Fahrzeugen zu betreuen. Die Fuhrparks der Umfrageteilnehmer setzen sich zu 64 Prozent aus Pkws, zu 24 Prozent aus Transportern und 11 Prozent aus sonstigen Fahrzeugen zusammen.

Die nächste Flottenmanagement-Umfrage finden Sie auf: www.flotte.de/umfrage

Das Thema dieses Mal lautet: Ein- und Aussteuerung in der Flotte