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Unter den 15 Anbietern in unserer Tankkartenübersicht (Auswahl) ist diesmal auch ein Neuer mit dabei: Fuelguard ist erst seit August 2014 auf dem Markt. Das Berliner Unternehmen bietet eine Tankkarte zu einem Festpreis für ein bestimmtes Volumen an Dieseltreibstoff an. Damit sollen die Schwankungen im Dieselpreis der letzten Jahre der Vergangenheit angehören – zumindest für den Flottenkunden, der so eine bessere Planungs- und Budgetsicherheit erhalten soll. An diesem Beispiel zeigt sich, dass man als Flottenverantwortlicher vergleichen sollte, welche Tankkarte(n) in das Unternehmen passen. Dabei muss hinterfragt werden, welche Prioritäten gesetzt werden sollen: die Netzabdeckung, der Preis, das Portfolio an Zusatzservice? Je nach Gewichtung ist es dem ein oder anderen sogar zu empfehlen, mehrere Tankkarten in seinen Fuhrpark zu integrieren.

Onlineservice
Ein Bereich, der sich in den letzten Jahren rasant entwickelt hat, ist der Onlineservice. Wie im gesamten Fuhrparkmanagement hat auch hier eine gewisse Digitalisierung Einzug gehalten. So berichtet Steffen Eckert, Leiter Vertrieb Tankkarten Total Deutschland: „Die Bedeutung der Apps im Tankkartengeschäft steigt, vor allem aufgrund der zunehmenden Anzahl an internetfähigen Mobilfunkgeräten.“ Auch Total hat eine eigene App im Angebot, die Steffen Eckert zufolge nach und nach mit neuen Funktionen ausgestattet wird. So sind neben einem Tankstellenfinder, der sogar im Offlinemodus funktioniert, auch eine Auflistung europäischer Notrufnummern, Telefonnummern der Automobilclubs, Autovermietungen, Staumelder, eine virtuelle Parkuhr, Parkplatzmerkhilfe sowie eine Übersicht des Bußgeldkatalogs und ein Bußgeldrechner in der App integriert.

Solche Apps sind natürlich in erster Linie für Dienstwagenfahrer gedacht und daher eine praktische Erweiterung des Tankkartenservice. Doch den Fuhrparkleiter interessieren vorrangig Kontroll- und Verwaltungsfunktionen im digitalen Tankkartenmanagement. Auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Viele Anbieter in unserer Tabelle bieten einen Onlineservice an, bei dem diverse administrative Aufgaben erledigt werden können. Dies reicht von Bestellungen über Datenänderungen bis hin zu einem individuellen Reporting. Gerade Letzteres ist bei Flotten sehr gefragt, wie Manuel Werner, Aral Loyalty & B2B Cards Manager, weiß: „Dem Fuhrparkmanager stehen drei Standardreports zur Kartenstruktur, zu Transaktionsdaten und dem Kraftstoffverbrauch zur Verfügung. Zudem kann er Reports individuell definieren. Der Großteil unserer Kunden nutzt diese arbeitserleichternden und kosteneinsparenden Reportingfunktionen sehr intensiv.“

Darüber hinaus warnen manche Anbieter mit einem Ausreißerreport vor einem Überschreiten des internen Tanklimits. Zudem verspricht ein elektronischer Rechnungsservice eine übersichtliche Planungs- und Analysemöglichkeit. Doch viele Tankkartenanbieter gehen noch einen Schritt weiter und bauen den Onlineservicebaustein aus. So berichtet beispielsweise Elena Zhayvoronko, Retail Commercial Fleet, Marketing Implementer bei der euroShell Deutschland GmbH: „Im nächsten Jahr planen wir die Einführung einer Shell-Card-Online-App, damit die Nutzer der Shell-Karte noch flexibler ihre Tankkarten koordinieren können: Austauschkarten verwalten, Kartenregister erstellen, Kriterien zur Überwachung der Transaktionen einrichten, mit voreingestellten Reports einfach Transaktionen nach bestimmten Ereignissen auswerten, Zusammenfassungsberichte erstellen, nationale Rechnungen online erhalten und vieles mehr.“

Alternative Kraftstoffe
Da auch Fahrzeuge mit einem alternativen Antrieb leider keine Perpetua mobilia sind und Energie aufnehmen müssen, sind alternative Kraftstoffe auch für die Tankkartenanbieter zunehmend ein Thema. Dabei ist das Tanken von Autogas und Erdgas mit den meisten Tankkarten mittlerweile kein Problem mehr. Allerdings sind Wasserstoff und Stromanschlüsse bislang nur wenig verbreitet. Gerade bei der Elektromobilität gibt es zudem andere Ansätze als das klassische Tankstellenkonzept. So können beispielsweise mit Intercharge Direct Ladevorgänge von Elektroautos mit jedem Smartphone direkt beim Ladestationsbetreiber bezahlt werden, ohne gleichzeitig dort fester Kunde sein zu müssen. Diese Bezahlfunktion ermöglicht, auf der einen Seite den Strombetreibern ihre Stationen allen zu öffnen. Auf der anderen Seite wird somit auch der Laderadius erweitert.

Bislang steht nicht an allen Tankstellen jeder Kraftstoff zur Verfügung. Als Nutzer alternativer Antriebstechnologien muss man also immer noch vorher wissen, wo man tankt. Auch wenn Total derzeit mehrere Multi-Energie-Tankstellen errichtet, an denen auch Schnellladesäulen und Wasserstoffzapfsäulen vorhanden sind, wird der Umbruch wohl noch eine Weile dauern. Praktisch ist dabei natürlich, wenn man die Wahl hat und auf verschiedene Tankstellen zurückgreifen kann. Beispielsweise kann der Westfalen-Kunde auch einfach bei Total, Aral, Eni und anderen Anbietern tanken.

Zusatzleistungen
Viele Unternehmen erlauben ihren Dienstwagenfahrern, neben dem Bezahlen von Kraftstoffen, auch Zusatzleistungen mit der Tankkarte abzurechnen. So kann der Avia-Kunde zum Beispiel mit der Karte sein Auto waschen lassen, den Restaurantservice nutzen oder Mautgebühren (im Ausland) begleichen. Die Serviceleistungen werden auch durchaus angenommen. So berichtet Ralf Turley, Geschäftsführer Novofleet: „Neben der Kraftstoffversorgung zählt im Wesentlichen die Fahrzeugpflege zu den am häufigsten genutzten Leistungen. Dabei bietet die Novofleet-Karte einen Zugang zu über 1.700 Waschportalen und Waschstraßen. Des Weiteren kann die Novofleet-Karte auch als Tankkarte exklusiv an den Waschstraßen von Mr. Wash und CleanCar mit angeschlossenen Tankstellen eingesetzt werden. Daneben ist, aufgrund der besonderen Vorschriften zur Führerscheinkontrolle, auch dieser Service mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil unseres Portfolios.“ Gerade die Verbindung von Tankkartenservice und Führerscheinkontrolle etabliert sich immer mehr.

Fazit
Die Tankkarte von heute kann mehr als nur Tankrechnungen begleichen. Das Spektrum an Serviceleistungen wächst ständig weiter. Für Flottenmanager stellt sich nur die Frage, ob sie alles auf eine Karte setzen soll oder doch verschiedene Tankkarten kombinieren soll.