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Bereits 2012 gastierte die Stadiontour in Gelsenkirchen. Man käme immer wieder gerne hierher, wie Niels Krüger, Mitveranstalter und Geschäftsführer der e-flotte, in seiner Begrüßungsrede betonte. Die Kulisse der Fußball- und Eventarena bot für den Branchentreff einen imposanten Rahmen und reichlich Gesprächsstoff auch abseits klassischer Fuhrparkthemen. Doch im Zentrum der Veranstaltung standen natürlich diverse Vorträge zu unterschiedlichen Flottenmanagementbereichen.

Recht und Ordnung
Den Anfang der Vortragsreihe machte Sascha Kremer, Rechtsanwalt der Legerlotz Laschet Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er betonte, dass für Fuhrparkleiter eine Informationspflicht gelte. Demnach sollten Flottenverantwortliche, schon aus eigenem Interesse, genau über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen. Schritt für Schritt erläuterte er dabei Beispiele und Rechtsbereiche, in denen der Flottenmanager zur Verantwortung gezogen werden könne, sollte es einmal nicht nach Vorschrift ablaufen.

Einer dieser Bereiche sind die Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Diese sehen vor, dass der Fahrzeughalter bei der gewerblichen Nutzung des Fahrzeugs die Betriebssicherheit gewährleisten muss. Doch das Thema ist, entgegen der Meinung mancher Flottenmanager, nicht mit der UVV-Prüfung der Autohändler bei der Übergabe des Fahrzeugs erledigt. Zumal diese häufig nicht einmal gründlich erfolgt. Denn zur Betriebssicherheit gehöre schließlich auch die Arbeitssicherheit und hier muss der Flottenmanager den Fahrer beispielsweise in Sachen Ladungssicherung unterweisen, so Kremer.

Zur Sprache kamen aber auch noch andere strittige Themen, wie zum Beispiel betriebsinterne Fahrerbewertungen, die Punktereform oder die Nutzung von Dashcams. Der Tenor des Vortrags machte deutlich, dass vor allem der Datenschutz das Fuhrparkleben immer weiter durchdringen wird.

Kostenoptimierung
Ein Dauerthema in Unternehmen sind Einsparmöglichkeiten, insbesondere im Bereich Firmenfuhrpark. Da ist es gut, wenn der Flottenmanager verschiedene Konzepte vorlegen kann, mit denen sich der Kostenpunkt Flotte reduzieren lässt. Unter anderem befassten sich die Vorträge von Thomas Krüger und seinem Sohn Niels Krüger mit dem Kostenabbau durch ein externes Schadenmanagement. Sie machten deutlich, dass es sinnvoll sein kann, diesen Bereich extern von Experten betreuen zu lassen, weil diese sehr viel effizienter arbeiten können und sich durch umfangreiches Reporting weitere Kosten verhindern lassen.

Die Kostenoptimierung spielt natürlich auch am Anfang und am Ende eines Fahrzeugzyklus im Fuhrpark eine Rolle. Dabei müssen es nicht immer die großen Bereiche sein, bei denen an der Optimierungsschraube gedreht werden muss. So behandelte Roland Vogt, Geschäftsführer TÜV Süd Car Registration & Services GmbH, das Thema der zentralen Abwicklung der Fahrzeugzulassung in der Flotte. Auch hier spart der Fuhrparkleiter durch die Abgabe von Kompetenzen Zeit und Geld.

Runde Sache
Bevor es zum Abschluss des Events zur Stadionführung durch die Arena auf Schalke ging, erläuterten die Reifenexperten von Euromaster noch die Neuerungen durch die Reifendruckkontrollsysteme. Allen voran erklärte Hans Joachim Köhler, worauf es bei den verschiedenen Sensoren ankommt und was der Fuhrparkleiter in diesem Zusammenhang wissen muss. Es lässt sich nach diesem Tag in Gelsenkirchen ein positives Resümee ziehen: Die lockere Stimmung, die Zeit zum Austausch untereinander und die interessanten Themen trugen zum Erfolg der Veranstaltung bei.

 

 

Kurzinterview mit Thomas und Niels Krüger

Flottenmanagement: Seit wann gibt es die e-flotte-Stadiontour? Welche Entwicklung hat das Branchentreffen seit dem ersten Event genommen?

Thomas Krüger: Vor fünf Jahren haben wir zusammen mit den Kollegen vom TÜV Rheinland beschlossen, ein Event ins Leben zu rufen, auf dem sich Fuhrparkverantwortliche und Flottendienstleister treffen können. Seit vier Jahren gibt es nun bereits die eflotte- Stadiontour, bei der wir in den verschiedenen Fußballstadien Deutschlands unseren Branchentreff veranstalten. Die Teilnehmerzahlen variieren je nach Veranstaltungsort. Interessanterweise besteht eine sehr große Nachfrage, wenn wir in der Allianz Arena in München gastieren. Dies zeigt uns, dass der Veranstaltungsort durchaus ein wichtiger Aufhänger sein kann.

Flottenmanagement: Sie haben sich bewusst für die großen und besonderen Fußballarenen in Deutschland als Veranstaltungsorte entschieden. Welche Bedeutung haben die Locations für die Flottenplattform?

Niels Krüger: Die Gründe, mit unserem Event in die Fußballstadien zu gehen, sind vielfältig. Zum einen sind die Arenen für die meisten fußballaffinen Flottenmanager/-innen eine interessante Location. Daher bieten wir, neben der eigentlichen Fachveranstaltung, auch immer eine Stadionführung an, bei der man einen Blick hinter die Kulissen werfen kann. Zum anderen sprechen Lage und Infrastruktur für die Wahl der Fußballstadien. Diese sind über ganz Deutschland verteilt und für die Fuhrparkleiter der einzelnen Regionen sehr gut zu erreichen. Daher sind wir bei unserer diesjährigen Stadiontour in vier unterschiedlichen Arenen vom Hamburger Millerntor bis zum Grundig Stadion in Nürnberg unterwegs, sodass wir regional vor Ort sein können und möglichst viele Fuhrparkleiter in Deutschland erreichen. In der Veltins-Arena auf Schalke sind wir bereits zum zweiten Mal, da sie sich als Eventarena natürlich auch besonders eignet.

Flottenmanagement: Von Schadenmanagement über UVV bis hin zu Einsparpotenzialen im Fuhrpark ist die Veranstaltung inhaltlich breit aufgestellt. Was ist Ihnen bei der Planung des Events wichtig?

Thomas Krüger: Wir schauen bei der thematischen Auswahl immer nach den offenen Fragen innerhalb der Branche. Durch unsere tägliche Arbeit mit Flottenmanagern wissen wir, wo gerade ein Bedarf besteht. Danach suchen wir dann unsere Referenten aus. Nehmen wir zum Beispiel das Thema UVV. Vor fünf Jahren haben wir damit begonnen, die UVV in unser Dienstleistungsportfolio aufzunehmen, seitdem hat sich viel getan und auch die Hersteller, Werkstattketten und andere Dienstleister springen auf diesen Zug mit auf. Hier ist es gerade für neue oder nebenberufliche Fuhrparkverwalter wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein, und das kann unser Event leisten.

Flottenmanagement: Welchen Mehrwert bietet die Veranstaltung neben den Vorträgen für Fuhrparkentscheider? Wie wichtig ist Ihnen der informelle Austausch untereinander? Gibt es Zukunftspläne für den Event?

Niels Krüger: Die Veranstaltung soll den Teilnehmern die Zeit bieten, sich über neue Themen rund um den Flottenalltag zu informieren. Dazu tragen sowohl die immer aktuell gehaltenen Vorträge als auch die Zeit zwischen den Referaten bei, in der man sich mit Kollegen austauschen kann. Dabei soll die Stadiontour zu keiner Massenveranstaltung werden, sondern weiterhin in familiärer Atmosphäre stattfinden. Damit soll ein tatsächlicher Austausch untereinander ermöglicht werden. Interessant wollen wir die Veranstaltungen dabei immer auch für die kleineren Flotten halten. Für die Zukunft des Events haben wir bereits neue Ideen. Bei diesen Planungen ist es uns wichtig, noch näher an die Fuhrparks heranzukommen. Denkbar wäre beispielsweise eine noch breiter aufgestellte Roadshow an zehn oder mehr Standorten in Deutschland.