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Einsteigen und losfahren, so einfach ist das. Dass dieser A3 mit Gas fährt, merkt der unbedarfte Autofahrer höchstens an den zwei Tankuhren. Während die linke Seite mit den grünen Segmenten über den Füllstand des Erdgas- Vorratsbehälters unterrichtet, zeigt die rechte Seite mit weißen Leuchtsegmenten an, wann Benzin gezapft werden muss. Wer allerdings ein bisschen geschickt plant, muss das fast nie tun, denn angesichts rund 900 Erdgas-Säulen in Deutschland kann man nahezu immer eine passende Tankstelle finden. Das Betanken selbst ist spielend einfach – und günstig. Der Gas-Einfüllstutzen verbirgt sich ebenfalls hinter der Tankklappe. Einfach die „Zapf“-Pistole ansetzen und verriegeln, dann wird das Gas nach Betätigen des Startknopfes unter hohem Druck in die extra leichten Tanks gepumpt; die Audi-Ingenieure haben sie neu entwickelt – sie bestehen aus einer mehrschichtigen CFK- und GFK-Materialverbindung, was eine 70-prozentige Gewichtsreduktion gegenüber Stahllösungen bedeutet.

Ein Kilogramm Erdgas kostet lediglich etwas mehr als einen Euro und entspricht 1,5 Litern Benzin – so macht tanken noch Spaß. Für Vortrieb sorgt der 1,4 Liter große Vierzylinder aus dem Konzern; er verfügt über Direkteinspritzung wie Turboaufladung und leistet 110 PS. Damit ist der rund 1,3 Tonnen schwere A3 Sportback sicherlich kein wilder Stier, überzeugt aber doch mit annehmbaren Fahrleistungen. Und wenn der kultiviert klingende Otto auf der Beschleunigungsspur auch mal Drehzahlen bekommt – im Portemonnaie tut es kaum weh. Das Werk gibt ihm 10,8 Sekunden Zeit, um die 100 km/h-Marke zu erreichen, und mit etwas Anlauf schafft der Kompaktklässler 200 Sachen. Das Schaltgetriebe mit sechs Übersetzungen passt wunderbar zu dem Fronttriebler und lässt sich exakt bedienen. Dass sportliche Überlegungen beim g-tron eine offenbar eher untergeordnete Rolle gespielt haben, merkt man am erfreulich milde abgestimmten Fahrwerk. Nicht, dass der Kompakte auf der Landstraße keine Freude bereitet, doch er rollt spürbar sanft selbst über böse Frostaufbrüche.

Mindestens 22.016 Euro netto verlangt Audi für sein Erdgas-Modell. Komfortbewusste bekommen den g-tron gegen weitere 1.597 Euro auch mit einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe. 252 Euro Aufpreis kostet eine Bluetooth-Freisprechanlage, allerdings dürften Flottenkunden gleich das 974 Euro teure Basis-Navigationssystem bestellen, welches ohnehin hörerloses Telefonieren erlaubt. Technikfans freuen sich auf Dinge wie autonomes Bremsen, LED-Vollscheinwerfer, aktiven Spurhalteassistent, aktiven Tempomat sowie Verkehrszeichen-Erkennung, sofern 1.890 Euro zusätzlich überwiesen werden (alle Preise netto). Erwähnt sei an dieser Stelle, dass der A3 mit dem Audi E-Gas klimaneutral gefahren werden kann. Das umweltfreundliche Gas stammt aus speziellen Anlagen, die Audi selbst betreut; dabei wird überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien verwendet zwecks Elektrolyse (Power to Gas). Anschließend erfolgt die Methanisierung. Der Brennstoff wird über das vorhandene Gasnetz eingespeist und auf die Tankstellen verteilt. Etwa eintausend Tonnen E-Gas entstehen jährlich.