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Dass der Peugeot 108 kein gediegener Tourer sein will, sieht man schon an seiner äußeren Erscheinung. Zumindest auf Wunsch kommt er mit frechen Dekors daher und spricht auf diese Weise eine junge Klientel an. Allerdings kann die Budget- Lösung für urbane Gegenden mehr als nur den nötigsten Lebensmittel-Einkauf auf bunte Art und Weise erledigen. So geht das Raumangebot auf den vorderen Plätzen in Ordnung, und die Stühle selbst bieten angemessenen Sitzkomfort. Komfortabel gestaltet sich auch die Bedienung des Kleinstwagens; außerdem präsentieren sich die Anzeigen gut ablesbar – es gibt nur eine einzige Skala für die Geschwindigkeit sowie ein multifunktionales LCD-Feld in der Instrumentenmitte. Das große TFT-Display zeigt auf Wunsch die Straßenkarte an – eine Navigationsfunktion indes muss vom Smartphone kommen, dessen Oberfläche auf den Monitor gespiegelt werden kann. Freilich gibt es auch eine Bluetooth-Freisprechanlage sowie einen USB-Port. Doch sprechen wir über Maschinenbau.

Als Testwagen stand der 1,2-Liter zur Verfügung mit 82 PS. Bei dem so genannten PureTech-Triebwerk handelt es sich um eine PSA-Entwicklung, die in diversen Ausbaustufen auch in anderen Konzernmodellen ihren Dienst tut. Als simpel ausgeführte Saugerversion hat der Benziner genug Potenz, um den weniger als eine Tonne wiegenden Cityflitzer behände zu bewegen, verbraucht mit 4,3 Litern gemittelt aber nicht maßlos viel. Dabei sirrt er charakteristisch, ohne jedoch unangenehm im Tonfall zu werden. Auch nennenswerte Vibrationen bleiben zum Glück aus. Den Standard-Sprint bis 100 km/h beziffert das Werk mit elf Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei akzeptablen 170 Sachen. Ein leichtgängig schaltbares Fünfgang-Getriebe macht das Fahren angenehm; das Geräuschniveau bleibt im verträglichen Rahmen – alle Insassen können sich auch bei höheren Tempi in Zimmerlautstärke unterhalten. Wie siehts in der zweiten Reihe aus? Wer nicht allzu groß geraten ist, darf mit ordentlicher Bein- und Kopffreiheit rechnen – Wunder sollte man in dieser Kategorie naturgemäß nicht erwarten. Dafür ist das Fahrwerk erstaunlich kommod und federt angemessen. Sogar über kurzwellige Verwerfungen rollt der Fronttriebler nicht über Gebühr hölzern. Dank elektrischer Servolenkung mit hoher Unterstützung wird das Rangieren zum Kinderspiel. Die kompakten Außenabmessungen (3,48 Meter Außenlänge) kommen der Wendigkeit selbstredend entgegen.

Ab netto 9.747 Euro ist der stärkere 108 zu haben. Dann rollt er in der besser ausstaffierten „Active“-Version an mit Freisprechanlage sowie Radio. Die volle Sicherheitsausrüstung inklusive elektronischem Stabilitätsprogramm ist stets an Bord. Für eine selbst im Kleinstwagen-Segment kaum mehr wegzudenkende Klimaanlage sind aber 453 Euro (netto) Aufpreis erforderlich. Einen Hauch von Oberklasse erhält der 108 mit der netto 210 Euro kostenden Sitzheizung. Je nach Linie gibt es gegen 466 Euro netto ein „Innovationspaket“ inklusive Lichtsensor, Rückfahrkamera sowie schlüssellosem Schließsystem. Damit wird der wirtschaftliche Franzose zum praktischen Allrounder mit attraktiver Optik und erwachsenem Auftritt. Ein Quäntchen Jugendlichkeit bewahrt er sich aber trotzdem.