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Manchmal ist weniger mehr. Wer auf der Suche nach einem Wohnmobil ist und dabei ein paar Offerten ausprobiert, stellt womöglich fest, dass ein konventioneller Kleintransporter die perfekte Basis für das rollende Zuhause sein kann. So zum Beispiel auch der Volkswagen California. Mit einer Länge von knapp 4,90 Metern und einer Breite von 2,28 Metern gehört er wohl zu den wendigsten Reisemobilen auf dem Markt. Schön auch, dass er gar nicht als fahrendes Heim auffällt, sodass man problemlos mal ein Nickerchen auf dem nächstgelegenen Parkplatz abhalten kann. Mit einem Frisch- und Abwassertank von jeweils 30 Litern (Comfortline) kommt man einige Zeit aus, und dank geschickter Aufteilung des Mobiliars konnten die Architekten möglichst viel praktischen Nutzen auf geringer Fläche gewährleisten. Gaskocher, Kühlschrank, Spüle und Multifunktionsschränke – alles vorhanden im kompakten Bulli.

Unter der Haube unseres Testexemplares werkelte der 140 PS starke Selbstzünder. Der stellt einen gelungenen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit (während der Testfahrten durchweg mit einer Acht vor dem Komma) und akzeptablen Fahrleistungen dar. Dass man mit dem California keine Wettrennen bestreiten möchte, liegt auf der Hand. Daher verzeiht man ihm gerne, wenn er gemächlicher als viele andere Verkehrsteilnehmer steile Hänge hinaufkraxelt. Je nach Ausstattung bringt der Fronttriebler satte zweieinhalb Tonnen auf die Waage, das spürt man natürlich beim Antrieb. Ganz und gar nicht hingegen spürt man Vibrationen oder hört lästige Maschinentöne. Hier haben die Techniker ganze Arbeit geleistet und den Volkswagen wirkungsvoll gedämmt. Ebenfalls nahezu perfekt gelöst ist die Integration der Inneneinrichtung in den Fahrgastraum. Obwohl zahlreiche bewegliche Teile wie Türen und Schubladen im Spiel sind, rollt der Bus weitgehend knarzfrei über Bodenwellen. Ein gut schaltbares Getriebe rundet den positiven Eindruck ab. Die leichtgängige Servolenkung mit präziser Rückmeldung erleichtert das Rangieren in engen Gassen und sorgt auf der Landstraße sogar für einen Hauch von Fahrspaß.

Mindestens 36.650 Euro netto werden für die Basis mit dem 140-PS-TDI fällig. Die deutlich besser ausstaffierte Comfortline- Ausgabe schlägt mit 48.375 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu Buche. Dafür gibt es jedoch auch ein elektrisch bedienbares Aluminium-Aufstelldach, Doppelverglasung, ein Schiebefenster mit Fliegengitter sowie eine Standheizung. Ein Tempomat ist an Bord, sofern „Bluemotion Technology“ gewählt wird. Unbedingt bestellt werden sollte das Bildschirm-Navigationssystem für 2.415 Euro netto. Mit inbegriffen ist auch digitaler Radioempfang. Ein TV-Tuner erfordert weitere 1.140 Euro netto. Für den gleichen Aufpreis gibt es Xenonscheinwerfer. Sinnvoll ist das für den Comfortline bestellbare Paket „Safety” mit einem automatisch abblendenden Innenspiegel, Park- und Regensensor sowie Spurwechselwarner. In diesem Fall sind Gasentladungslampen frei Haus. Besonders praktisch und kommod sind die Drehsitze in der zweiten Reihe. Ab 405 Euro (netto) sind diverse Optionen mit oder ohne integrierten Kindersitz lieferbar. Wer die Sitzbezüge gerne in vornehmer Alcantara-Ausführung hätte, muss weitere 1.315 Euro (netto) an den Hersteller überweisen.