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Grundsätzlich stellt sich zunächst einmal die Frage, ob es ein stichhaltiges Argument gibt, was gegen eine Transportereinrichtung spricht. Im Grunde genommen spricht alles für den Einsatz eines Einrichtungssystems: So dient es in erster Linie der Sicherheit und der Ordnung. Zusätzlich lässt ein solches Ordnungssystem gleichermaßen auch die Effizienz steigen, denn ein aufgeräumter Transporter reduziert den Suchaufwand auf ein Minimum, das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Daneben ist der Faktor Außenwirkung nicht zu unterschätzen, schließlich wirft ein chaotischer Laderaum eines Lieferfahrzeuges möglicherweise ein schlechtes Bild auf das Versandunternehmen. Eine professionelle Einrichtung – als Branchenlösungen oder wenn sie Standardansprüchen entspricht – wirkt sich zudem restwertstabilisierend aus. Deshalb haben sich Transportereinrichtungen mittlerweile etabliert und sind selbst für sehr kostenbewusste Unternehmer in minimalistischster Ausführung oder eben in Basis-Branchenmodellen erhältlich.

Der Begriff Transportereinrichtung umfasst ein sehr weites Feld: von einfachen Regalen, Schienen und Trennwänden über komplexe Systeme mit Schubladen, Werkbänken, Schränken, Halterungen bis hin zu Kühl- oder Kofferaufbauten. Daneben zählen aber auch Sonderfahrzeugausstattungen von Einsatzfahrzeugen, Pritschenfahrzeugen mit Aufbauten sowie sämtliche Erweiterungen an und auf der Ladefläche des Transporters zu den Ein- oder Umbauten. Einer ganz speziellen Zielgruppe widmet sich die Kleinmetall GmbH: Das Unternehmen aus Erlensee bietet seit 1972 Sicherheitssysteme speziell für Hunde an. Dabei umfasst das Produktportfolio neben Trenngittern und Transportboxen auch Sicherheitsgurte für Hunde sowie Hunderampen als Einstiegshilfe. Um den meist speziellen Anforderungen der Kunden Rechnung zu tragen, besteht die Möglichkeit, auch passgenaue Sonderanfertigungen für nahezu jedes Auto anzufertigen.

In diesem Artikel möchten wir uns aber ein wenig mehr mit den Lösungen für den Innenraum des Transporters beschäftigen.

Sicherheitsstandards
Grundsätzlich steht bei einer Transportereinrichtung der Schutz von Personen und Gütern an erster Stelle. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass im Wesentlichen alle Fahrzeugeinrichter crashtest-geprüfte Produkte, die somit höchste Sicherheitsstandards erfüllen, vertreiben. „Vor allem Sicherheitsaspekte sowie das Erfüllen von gesetzlichen Bestimmungen nehmen einen hohen Stellenwert ein. Nicht zuletzt die steigenden Kontrollen haben den Sicherheitsaspekt weiter in den Vordergrund gerückt“, erklärt Christian Voßkamp, Geschäftsführer der Activa Automobilservice GmbH. „Doch das Thema Sicherheit beginnt schon früher. Bereits bei der Entwicklung von neuen Bauteilen werden Betrachtungen zur optimalen ergonomischen Bedienung und zur vorbeugenden Unfallverhütung eingebracht, wie zum Beispiel der Einklemmschutz an der Aluca dimension2-Schublade“, fügt Claudius Boos, Marketingleiter bei Aluca, ergänzend hinzu.

Neben den Sicherheitsstandards zur Ladungssicherung, gilt es in bestimmten Branchen auch gesetzliche Richtlinien zu befolgen. Ein Beispiel wäre hierbei der Lebensmittel- oder Medikamententransport: Die Europäische Richtlinie 93/43/ CEE H.A.C.C.P. schreibt vor, dass alle Fahrzeuge, die kommerziell Lebensmittel transportieren, hygienischen Standards entsprechen müssen. Die Gefahr für den Verbraucher, die durch den Transport mit ungeeigneten Transportmitteln und einer daraus resultierenden mikrobakteriellen Kontamination ausgeht, gilt es zu minimieren. Daher bietet beispielsweise die Industrie Service Hörner GmbH Einrichtungen an, die abwaschbar und wasserdicht, aber zugleich resistent gegen Desinfektionsmittel sind. Damit erfüllen die Produktlinien von IS Hörner die geltenden EU-Richtlinien zum Transport von Lebensmitteln.

Synergien
Insbesondere für den Kundenkontakt und die Akquisetätigkeit der Einrichter beziehungsweise Aufbauer ist der Kontakt zu Fahrzeugherstellern und -händlern unerlässlich. In der Zusammenarbeit entstehen für den Kunden sehr positive Synergieeffekte, die insbesondere die Fertigstellungszeit verkürzen sowie professionelle Beratung mit sich bringen. „Wir sind seit Jahren sehr eng mit der Automobilindustrie vernetzt. Dabei werden innovative Lösungen entwickelt, welche einen fahrzeugschonenden Einbau und Ausbau einer Einrichtung ermöglichen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass man Anbindungspunkte verwendet, die vom Fahrzeughersteller bereits vorgegeben sind. Somit ist kein zusätzliches Bohren nötig, was sich wiederum sehr positiv auf den Restwert des kompletten Fahrzeugs auswirkt“, erläutert Reinhold Braun, Geschäftsführer der Sortimo International GmbH. Zudem entstehen für den Kunden weitere Vorteile während der Laufzeit seiner Fahrzeuge mit Einbauten: Die räumliche Nähe zum Autohaus hilft in Fällen von Reparaturen, Erweiterungen oder Umbau in ein neues Fahrzeug. Auch kann es gut sein, dass Autohäuser – gesteuert über einen Fahrzeugpool des Herstellers – im Vorfeld Vorführwagen oder im Falle eines Ausfalls Ersatzfahrzeuge anbieten, die das Tagesgeschäft des Transporterkunden aufrechterhalten.

Das Geschäft aus einer Hand wird im Transporterbereich immer wichtiger, das zeigt sich sowohl daran, dass die Hersteller die Zusammenarbeit mit Einbauern pflegen als auch Lösungen direkt ab Werk, also Ein- oder Zweirechnungsgeschäfte, anbieten. „Branchenlösungen, also der Verkauf eines Fahrzeugs inklusive einer Fahrzeugeinrichtung für Installateure, die vom Fahrzeughersteller direkt als Einrechungslösung angeboten werden, bieten den Vorteil, dass das Fahrzeug und die Einrichtung im Restwert gleich behandelt werden“, weiß Frank Pohlmann, Verkaufsleiter Key Account Fahrzeugeinrichtungen bei der Bott GmbH & Co. KG. In diese Kette greift mehr und mehr das Angebot der Leasinggesellschaften, in deren Kundschaft sich ein von Gesellschaft zu Gesellschaft stark variierender Teil Transporterkunden befindet, die wiederum zum überwiegenden Teil eine professionelle Einrichtung benötigen. Sowohl über die Konfiguratoren kann die Auswahl verschiedenster Laderaumeinrichtungen getroffen werden beziehungsweise können dem Kunden mit einem Beraterstab professionell auch hinsichtlich Restwerten passende Angebote unterbreitet werden.

Leasinggeschäft
Wurde in der Vergangenheit der Großteil der ausgebauten Transporter noch gekauft, ist heute ein Wechsel zu spüren. „Die Ein- oder Umbauten im Transporterbereich nehmen in den letzten Jahren – bezogen auf Leasinganfragen – einen immer höheren Stellenwert ein. Der Großteil geleaster Nutzfahrzeuge ist jedoch immer noch der klassische werksseitige Transporter mit Aufbauten wie Kombi, Kasten, Pritsche et cetera mit den individuellen Radständen und Höhen“, erklärt Karsten Rösel, Geschäftsführer der ALD AutoLeasing D GmbH. Diese Entwicklungen bekommt auch Lease- Plan zu spüren: „Die Mehrzahl unserer über 10.500 Transporter ist mit entsprechenden kundenindividuellen Einrichtungen ausgestattet. Einrichtungen und Sonderzubehör haben für unsere Kunden einen hohen Stellenwert, denn nur so kann man aus der Vielfalt der am Markt angebotenen Transporter das richtige ‚Werkzeug’ gestalten“, berichtet Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement der LeasePlan Deutschland GmbH.

Insbesondere bei Branchenlösungen könnte ein Blick auf die herstellerabhängigen Leasinggesellschaften von Vorteil sein: „In Zusammenarbeit mit ausgewählten Aufbauherstellern bieten wir eine Vielzahl von Branchenlösungen ab Werk an. Bei uns heißt das ‚VAN Solution’. So hat der Kunde die Möglichkeit, die für ihn passenden Transportlösungen für seinen individuellen Einsatzzweck direkt bei unseren Mercedes-Benz Partner vor Ort zu konfigurieren“, weist Kirsten Ehrlich, Leiterin Neufahrzeuge Transporter und Vans im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland, hin. Dabei lassen sich Branchenlösungen nur schwer über einen Leasingkonfigurator abbilden: „In der Regel erfordern Branchenlösungen eine konkrete und individuelle Beratung. Aus diesem Grund ist die direkte Integration in den Leasingkonfigurator nachrangig. Unsere Händlerpartner können dem Kunden wiederum individuelle Lösungen über entsprechende Um- und Aufbauzulieferer anbieten“, erläutert Gerhard Künne, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Leasing GmbH.

Doch wie wirkt sich der Einbau eines Einrichtungssystems auf die Restwertstabilität eines Transporters aus? Bei der Athlon Car Lease Germany GmbH & Co. KG geht man davon aus, dass sich die Einbauten grundsätzlich positiv auf die Restwerte auswirken und damit auch auf die Wiedervermarktung des Fahrzeuges. Dabei ist jedoch eine enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller unabdingbar. Ähnliche Erfahrungen konnte man auch bei der Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH machen: „Einrichtungssysteme wirken sich häufig positiv auf die Restwertstabilität aus. So haben leichte Nutzfahrzeuge mit Einbauten ab Werk oft einen hohen Restwert. Auch standardisierte Lösungen bekannter Hersteller erhöhen den Wiederverkaufswert. Sonderfälle, wie etwa Transporter mit hochpreisigen und sehr speziellen Einbauten, müssen individuell bewertet werden“, gibt Uwe Hildinger, Leiter Marketing und Vertrieb bei Alphabet, zu verstehen.

Am Ende jedes Lebenszyklus’ eines Fahrzeugs im Unternehmen steht die Wiedervermarktung. Nun stellt sich hierbei die Frage, ob ein Transporter inklusive Einrichtung weiterverkauft wird oder ob die Vermarktung der beiden doch separat erfolgen sollte. Sebastian Fruth, Commercial Director Arval Deutschland, sieht bei der gemeinsamen Vermarktungsstrategie Vorteile: „Die Transporter werden zum Großteil inklusive der Einrichtungen vermarktet. In Einzelfällen und nach Vereinbarung mit dem Kunden erfolgt eine separate Vermarktung. Dabei ist weniger die Branchenlösung entscheidend, sondern vielmehr der standardisierte Bezug von Fahrzeug und die Wiederverwertung dieser Einrichtung.“

Alles in allem scheint es mit den beschriebenen Möglichkeiten denkbar einfach, eine passende, restwertstabile Einrichtung für den oder die genutzten Transporter zu finden und entsprechende Verträge abzuschließen. Der Kunde muss sich lediglich darüber bewusst sein, was er braucht und was er nach Ende des Fahrzeugnutzungszyklusses mit der Einrichtung machen möchte. Für alles Weitere springen die Berater auf Seiten der Einrichter, Fahrzeughersteller oder Leasinggesellschaften ein.