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Der Königspalast „Reggia di Venaria“, rund zehn Kilometer vom Turiner Zentrum entfernt, bildete die Kulisse für die Vorstellung des neuen Iveco Daily. Bereits seit 1978 vertreiben die Italiener das leichte Nutzfahrzeug unter dem Namen Daily. Die dritte Generation, die demnächst überall in Europa erscheinen wird, soll dessen Stärken mit vielen Innovationen verbinden, um möglichst für alle professionellen Transportaufgaben gewappnet zu sein.

Schon das markante Äußere mit einer neuen Frontpartie verleiht dem Daily ein neues Gesicht: Fließende Linien betonen den dynamischen Charakter des Fahrzeuges und sorgen für eine optimale Aerodynamik mit einem reduzierten Luftwiderstand von nur 0,316. Daneben strahlt der Teil zwischen Motorhaube und Stoßfänger Kraft aus, die der neue Daily ohne Zweifel hat, denn schließlich will er mit Bestwerten bei der Motorleistung in seinem Segment auf sich aufmerksam machen. Die Topmotorisierung kommt beispielsweise mit 205 Pferdestärken und einem Drehmoment von bis zu 470 Newtonmeter daher. Bei den neuen Euro-VI-Motoren kommen immerhin maximal 170 PS und 400 Nm zum Einsatz.

Das Bestreben des neuen Daily ist ganz klar: weitere Flotten für sich zu gewinnen. Denn immerhin fallen allein 55 Prozent des Gesamtabsatzes von Iveco auf den Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. Somit möchte man auch mit der dritten Generation an den Erfolg des Vorgängermodells anschließen, der sich immerhin pro Jahr rund 122.000 Mal verkauft hat. Daher standen bei der Entwicklung ganz klar Flottenkompetenzen im Vordergrund. Das heißt eine hohe Effizienz der Fahrzeuge bei niedrigen TCO-Werten, eine maximale Betriebszeit, ein gutes Preis-Leistungs- Verhältnis sowie die Servicequalität auf einem hohen Standard zu behalten.

Trotz vieler Innovationen bleibt der mittlerweile zum globalen Fahrzeug mutierte Daily sich treu: Nach wie vor stützt sich der Daily auf einem Leiterrahmen ab, der Motor sitzt vorn und der Antrieb im Heck. Dennoch lohnt es sich, näher hinzusehen. Denn beispielsweise bei der einzelbereiften Hinterradaufhängung hat sich einiges getan: Die neue Version kommt mit einer veränderten Geometrie daher, die das Übersteuern minimieren, aber gleichzeitig den Komfort erhöhen soll. Zudem wurde die Ladekantenhöhe um 55 Millimeter abgesenkt, was der Beladung nur zugutekommen kann.

Komfort und Nutzen verbinden
Dem Fahrgastraum spendierte Iveco eine Komplettüberarbeitung: Das völlig neu gestaltete Armaturenbrett sieht nicht nur modern und hochwertig aus, sondern bietet auch in ergonomischer Hinsicht viele Vorteile. Alle Elemente sind leicht erreichbar und lassen sich intuitiv bedienen. Darüber hinaus stehen viele Staufächer (fünf schließbare Fächer, drei DIN-konforme Einbauschächte, drei Becherhalter und andere maßgeschneiderte Ablagen für Gebrauchsgegenstände wie Smartphone oder Tablet) zur Verfügung, um alle möglichen Utensilien und Arbeitsgeräte leicht und griffbereit verstauen zu können. Größere Gepäckstücke können sicher im Staufach unter der Beifahrer-Doppelsitzbank gelagert werden. Das griffige, um zwei Zentimeter im Durchmesser geschrumpfte Lenkrad mit Schalter für Radio und Telefon sowie die gut ablesbaren Rundinstrumente sind ebenso neu wie das sieben Zoll große Multifunktionsdisplay in der Mittelkonsole.

Auch die neuen, längeren Radstände sollen hohen Fahrkomfort (insbesondere auf der Autobahn) und eine exzellente Straßenlage unter allen Bedingungen gewährleisten. Die neuen Radaufhängungen verbessern die Bodenhaftung und das Gesamtgleichgewicht des Fahrzeugs, wobei Schlingerbewegungen und Schwingungsneigungen auch bei hohen Geschwindigkeiten und unvorhergesehenen Lenkradkorrekturen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Zusätzlich verfügt der neue Daily serienmäßig in allen Versionen über ESP und weitere elektronische Sicherheitsvorrichtungen (wie der Spurhalteassistent Lane Departure Warning System und die Rückfahrkamera) sind optional erhältlich.

Werksseitig wird der neue Daily in 8.000 Varianten angeboten, damit sollte eigentlich für jeden Einsatzzweck ein passendes Fahrzeug dabei sein. Den beeindruckenden Variantenreichtum verdankt er der Entscheidung, Transporter und Fahrgestell mit unterschiedlichen Konzepten sowie verschiedenen Radständen auszustatten. Das Daily-Programm beginnt neuerdings beim 3,3-Tonner mit einzelbereifter Hinterachse. Ihm folgen die großen Brüder mit 3,5 und 5,2 Tonnen Gesamtgewicht. Das obere Ende markiert ein 7,0-Tonner, der es auf über vier Tonnen Nutzlast bringt, was kein anderer Transporter schafft.

Die Breite und die Höhe des Daily bleiben unverändert, jedoch wuchsen Radstände und Gesamtlängen, was die Laderäume teils deutlich vergrößert. Der Kastenwagen bietet jetzt Ladevolumen zwischen 7,3 und 19,6 m3. Damit markiert er einmal mehr einen Spitzenwert in seinem Segment. Neu im Programm sind die Versionen mit 10,8 und 18 Kubikmeter, von denen sich Iveco eine hohe Nachfrage verspricht. Zudem bietet das neue Modell mit 10,8 m3 die Möglichkeit, Europaletten zu 1.200 x 800 mm sowohl durch die Heck- als auch durch die Seitentüre zu laden.

Motorenprogramm
Kunden können beim neuen Daily zwischen 2,3- und 3,0-Liter-Motor in neun Leistungsstufen von 106 bis 205 PS wählen. Gegenüber dem Vorgänger verspricht Iveco fünf Prozent weniger Verbrauch – mit dem Eco-Paket, das im kleinen Dieselaggregat mit einer Start-Stopp-Automatik daherkommt, sogar bis zu 14 Prozent. Die Triebwerke sind in Euro 5b+ mit Abgasrückführung oder Euro VI mit AdBlue-Beimischung zu haben. Zusätzlich zu den Dieselvarianten kann der Kunde gleich zu Beginn den umweltfreundlichen Erdgas-Motor Natural Power mit 136 PS und einem Drehmoment von 350 Nm bestellen. Laut Iveco soll der moderne Erdgas-Motor den niedrigsten Kraftstoffverbrauch sowie die niedrigsten CO2-Emissionen seiner Klasse aufweisen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der neue Daily mit vielen sinnvollen Innovationen daherkommt, ohne bei seinen Kernkompetenzen einzubüßen. Zudem bleiben die Preise für den neuen Daily nahezu unverändert. Lediglich die neuen Varianten mit mehr Ladevolumen stehen mit moderat höherem Preis in der Liste. Ein Iveco Daily 35S11 mit mittlerem Radstand, mittlerer Dachhöhe und jetzt 10,8 m3 Ladevolumen kostet beispielsweise 30.660 Euro – zehn Euro mehr als das vergleichbare Vorgängermodell.