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Flottenmanagement: Sie bieten Branchenlösungen für fast jeden Bedarf. Wo sind Sie am stärksten aufgestellt? Wie definieren Sie die Zielgruppen für den neuen Iveco Daily und worin unterscheidet sich dieser von seinen Mitbewerbern am deutlichsten?

Giuliano Giovannini: Auch mit dem neuen Daily werden wir unserer Strategie, Branchenlösungen für fast jeden Bedarf zu bieten, treu bleiben, weil die Kunden diesen bewährten Service schätzen. Besonders stark sind wir im Bauhaupt- und Nebengewerbe aufgestellt, was vor allem auf den großartigen Nehmerqualitäten des Daily beruht. Daneben ist natürlich der Markt der Kastenwagen eines unserer Standbeine, denn hier können wir von der Ladungssicherung in Zusammenarbeit mit Sortimo bis zum Laderaumausbau nahezu alles anbieten. So ist es uns als Fahrzeughersteller auch möglich, Regalsysteme an die verschiedenen Kundenbedürfnisse anzupassen.

Flottenmanagement: Die nun mehr dritte Generation des Daily wartet mit neuen Radständen und Gesamtlängen auf. Wie positionieren sich die neuen Varianten im Modellportfolio?

Giuliano Giovannini: Mit dem neuen Daily bieten wir nicht nur neue Radstände an – 80 Prozent des Fahrzeuges sind neu. Damit können wir sogar pro Radstand einen langen und einen kurzen Überhang realisieren. Wodurch der Kunde genau seinen „Wendigkeits- oder Ladelängenindex“ bestimmen kann. Damit sind wir definitiv Spitze, wenn man Gesamtlänge zu Ladelänge ins Verhältnis setzt.

Flottenmanagement: Das Thema Komfort gewinnt zunehmend auch im Nutzfahrzeugbereich an Relevanz. Mit welchen Komfortmerkmalen möchten Sie beim Flottenkunden besonders punkten? Wie haben sich die Kundenanforderungen in diesem Bereich über die Jahre verändert? Was zählt heute zur Grundausstattung in einem Transporter?

Giuliano Giovannini: Geräusche und Ergonomie waren im Pflichtenheft der Innenraumdesigner fett markiert, was am Ende auch perfekt umgesetzt wurde. Daneben ist das aus dem Truckbereich bekannte und bestens akzeptierte „Iveconnect“ Infotainment System optional überall verfügbar. Zudem erleichtern Sprachsteuerung und intuitive Bedienung die Kommunikation. Auf dem 7-Zoll-Display sollen dem Fahrer alle Informationen übersichtlich aufbereitet dargestellt werden, hierüber wird auch die Rückraumüberwachung beim Rangieren realisiert. Neue Radaufhängungen mit Doppelquerlenker erhöhen Komfort und steigern das Fahrverhalten. Insgesamt hat sich eine Menge getan. Selbstverständlich ist auch das neueste ESP serienmäßig verbaut, und optional kann der Kunde Sicherheitselektronik, wie beispielsweise einen Spurhalteassistent (LDW), bestellen.

Flottenmanagement: Alternative Antriebskonzepte stehen nach wie vor hoch im Kurs. Das Vorgängermodell trumpfte hier mit Erdgas-, Hybrid- und Elektrovarianten auf. In welchen Versionen wird der neue Daily angeboten? Welche Antriebsarten sind insbesondere im Daily-Flottengeschäft gefragt?

Giuliano Giovannini: Solange Batterien nicht ein anderes Preis-Leistungs-Level erreichen, ist das Thema E-Mobilität im kommerziellen Bereich nicht zu realisieren, dazu zählt auch die Brückentechnologie Hybrid. Insbesondere der Preis und das Gewicht zweier Antriebsstränge sind in diesem kostensensiblen und nutzlastintensiven Bereich zudem wenig attraktiv. Was hingegen funktioniert ist Erdgas: Hier ist dem Fahrer das Procedere beim Tanken bekannt und er muss keinerlei Einbußen beim Fahrzeughandling hinnehmen. Zudem bewegen sich die Mehrkosten in einem überschaubaren Rahmen und lassen sich über die günstigeren Kraftstoffkosten amortisieren. Aktuell ist die CNGVariante aus unserer Sicht die einzig wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren in diesem Bereich. Daher bieten wir diese Variante auch von Anfang an. Zusätzlich ist die Bodenstruktur der neuen Generation des Daily bereits für künftige Batteriesysteme/Antriebe vorbereitet.

Flottenmanagement: Generell stehen Fuhrparkleiter permanent unter Kostendruck. Welche Schritte hat Iveco bei der dritten Generation des Daily unternommen, um die TCO weiter zu senken?

Giuliano Giovannini: Einmal wurde die Aerodynamik nochmal verbessert, ohne die starke Identität eines Iveco zu verletzen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die beim Spritsparen helfen: So kann beispielsweise über eine Taste auf dem Armaturenbrett in ein anderes Motor-Mapping umgeschaltet werden, diese neue Funktion heißt „EcoSwitch“. Dadurch wird ein reduziertes Drehmoment aktiviert, welches besonders nützlich ist, wenn nur im Teillastbetrieb gefahren wird, und zudem wird die Höchstgeschwindigkeit begrenzt. Daneben lassen Sprit-Spar-Effekte auch über eine „Speicherlichtmaschine“ realisieren: Beim Eco Smart Generator handelt es sich um eine Betriebsart der Lichtmaschine, mit der die kinetische Energie des Fahrzeugs zurückgewonnen werden kann und durch selektive Zuschaltung die Batterie nur im Bedarfsfall lädt.