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Was tun, wenn man Geländewagen-Fan ist, aber eigentlich doch keinen gebrauchen kann? Sei es, weil man häufig in Parkhäusern mit tiefen Decken unterwegs ist oder ein waschechter Kraxler einfach zu unhandlich wäre. Audi könnte da weiterhelfen mit der Allroad-Version des Businessklässlers A6. Der bietet ohne Frage einen permanenten Allradantrieb sowie die richtige Optik. Mit dem massiv anmutenden Unterfahrschutz und den Kotflügel-Verkleidungen wirkt der Oberbayer nach Trekking, ohne sich so anzufühlen. Schon auf den ersten Metern fährt der Audi wie eine konventionelle Obere Mittelklasse, mit der man trotz 4x4-Zügen auch mal eine windungsreiche Landstraße rasant durchlaufen kann. Stellt man das obligatorische Luftfahrwerk auf „dynamic“, wieselt der Zweitonner leichtfüßig durch Kehren und ist dabei nicht im Ansatz angestrengt. Dennoch parieren die Federelemente grobe Schnitzer sauber, wenngleich eine straffe Note nicht verleugnet werden kann. Wer die verschmäht, muss eben in den Komfort-Modus schalten.

Dann bügelt der Kombi Bodenwellen sämtlicher Couleur gekonnt glatt bei einer sportlichen Grundausrichtung. Für lange Strecken ist der vornehme Audi mit permanentem Allrad bestens geeignet; viel Platz vorn und natürlich auch in der zweiten Reihe verstehen sich bei einer Außenlänge von fast fünf Metern von selbst. Das Innenleben überzeugt mit der typischen Audi-Ver-arbeitung – ein Hauch von Perfektion fährt also stets mit. Viele verschiedene lieferbare Dekors garantieren Individualität. Das im Testwagen verbaute Mattholz hinterlässt einen noblen Eindruck und erfreut das Designer-Herz. Die Pragmatiker dagegen schätzen die gute Ablesbarkeit der Instrumente sowie eine gelungene Balance aus Tastenmenge und Bedienbarkeit des bekannten MMI-Menüsystems. Anschmiegsame Fauteuils machen auch nach ein paar Hundert Kilometern noch Spaß und unterstreichen die Fernreisefähigkeit dieses ausladenden A6.

Vor allem mit dem 313 PS starken Spitzen-Diesel avanciert der Edellaster zum überlegenen Tourer, ohne das Portemonnaie an der Tankstelle über Gebühr zu belasten. Die Fahrleistungen fallen eindrucksvoll aus – sobald die beiden Turbolader maximalen Druck aufgebaut haben, reißt der kultiviert laufende V6 den Ingolstädter mit einer bemerkenswerten Vehemenz in die Vertikale. Die Papierdaten bestätigen das: 5,6 Sekunden für den Standardsprint bis 100 km/h sind reine Sportwagen-Werte. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 250 Kilometer in der Stunde. Freilich ist der Allroad in dieser Version kein günstiges Unterfangen – ab netto 52.899 Euro ist er zu haben, und ein paar in diesem Segment sinnvolle Extras können den Preis schnell um einen ebenfalls fünfstelligen Wert erhöhen. So kostet ein Karten-Navigationssystem ab 2.000 Euro (netto), während der aktive Tempomat mit 1.226 Euro netto zu Buche schlägt. Oder gleich zum großen Assistenzpaket (2.319 Euro netto) greifen, dann wandern auch aktives Bremssystem, Einparkautomatik sowie Spurhalte-Alarm und Totwinkel-Warner an Bord. LED-Vollscheinwerfer kosten netto 2.030 Euro.