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Die Mittelklasse ist eines der am stärksten vertretenen Segmente in deutschen Fuhrparks. So sind die beliebtesten Flottenmodelle der deutschen Hersteller wie auch Importeure gleichzeitig Vertreter der Mittelklasse: der Volkswagen Passat und der Škoda Octavia. Zwar bezieht sich dies vor allem auf den Kombibereich, dennoch wollen wir auch die klassische Limousine nicht außer Acht lassen. In unserem Kostenvergleich der Diesel-Limousinen stehen sich gleich 17 Kandidaten gegenüber, die pure Anzahl verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig dieses Segment ist.

Als Basismotorisierung für die Vergleichskandidaten haben wir ein 105 kW-(143 PS)-starkes Dieselaggregat gewählt, welches mit einer Abweichung von fünf Kilowatt nach oben beziehungsweise unten jedes Modell in der Motorenpalette zu bieten hatte. Eine solch motorisierte Limousine eignet sich nicht nur als typisches User-Chooser-Modell, sondern eben auch für den in diesem Segment wichtigen Bereich der Außendienst- und Servicefahrzeuge. Höhere Motorisierungen sind da angesichts immer strengerer unternehmensinterner CO2-Richtlinien schon selten geworden.

Insgesamt zeigen sich bei den Leistungsdaten kleinere Unterschiede zwischen den Vergleichskandidaten: Für den Sprint von null auf Hundert brauchen die Limousinen zwischen 8,5 (Škoda Octavia) und 10,6 (Citroën C5/Hyundai i40) Sekunden. Auch in der Höchstgeschwindigkeit legt der Škoda Octavia mit 219 Kilometer pro Stunde den Bestwert vor, wohingegen der Hyundai i40 ein maximales Reisetempo von 201 Kilometer pro Stunde bietet. Jedoch werden diese beiden Werte keine Entscheidungskriterien für den Flotteneinsatz sein. Positiv zu vermerken ist die Einstufung in die Energieeffizienzklasse, denn alle verglichenen Fahrzeuge sind in den Klassen A+, A oder B eingestuft.

Der Einstiegspreis für eine Diesel-Mittelklasselimousine beträgt rund 20.748 Euro netto beim Škoda Octavia in der Ausstattungslinie „Ambition“. Damit liegt der Tscheche satte 5.000 Euro unter dem Netto-Listenpreisdurchschnitt der Vergleichskandidaten. Das hintere Ende bildet der Subaru Legacy in der „Sport“-Ausstattung und einem Listenpreis von 33.866 Euro, wobei in dieser Ausstattungsvariante bereits alle Vorgaben an die Mindestausstattung erfüllt sind. Etwa 4,7 Liter auf 100 Kilometer verbraucht eine so motorisierte Diesel-Mittelklasse-Limousine. Wer hingegen besonders spritsparend unterwegs sein will, sollte den Mazda6 in seine Betrachtung miteinbeziehen. Dieser begnügt sich laut Herstellerangaben mit 3,9 Liter auf 100 Kilometer – eine Ersparnis von fast 20 Prozent im Vergleich zum Mittelwert der Vergleichskandidaten. Angesichts der Tatsache, dass die Kraftstoffkosten den zweitgrößten Kostenblock im Fuhrpark darstellen, ist das doch schon ein bedeutender Wert.

Aufgrund des niedrigen Verbrauchs und eines 70 Liter fassenden Tanks übernimmt der Mazda6 auch in der Sonderwertung Reichweite die Führungsposition. Mit fast 1.600 Kilometer Reichweite ist eine Fahrt von Hamburg nach München und wieder zurück mit nur einer Tankfüllung rechnerisch möglich. Im Durchschnitt reicht eine Tankfüllung bei den Diesel-Mittelklasse- Limousinen für eine Strecke von etwa 1.400 Kilometern – was immer noch ausreichend ist für einen Abstecher von Bonn nach Rom. So viel Reichweite ist auf jeden Fall ausreichend und birgt fast die Gefahr von zu wenig Pausen.

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der maximalen Zuladung: Während der Ford Mondeo mit satten 623 Kilogramm den Bestwert markiert, bleiben dem Fahrer des Honda Accord lediglich 398 Kilogramm für zusätzliches Gewicht über – damit fehlen der japanischen Mittelklasse fast 40 Prozent im Vergleich zu seinem Kölner Mitbewerber. Über das gesamte Vergleichsfeld betrachtet bietet eine Mittelklasse-Limousine heute rund 500 Kilogramm an Zuladung.

Wer hingegen Wert auf maximales Ladevolumen legt, wird sicher eher zum Kombi greifen. Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass es auch beim Kofferraumvolumen deutliche Unterschiede bei den Kandidaten gibt. Die Werte reichen hier von lediglich 380 Litern für den Volvo S60 bis zu dem rund 1,5-fachen Wert von 590 Litern beim Škoda Octavia. Im Durchschnitt verfügt eine Diesel-Mittelklasse-Limousine über etwa 490 Liter Stauraum unter der Kofferraumklappe.

Insbesondere im Dienstwagenbereich sollte jedoch der Fokus auf den zu erwartenden Kosten liegen. Hier zeigen sich bei den Vergleichskandidaten teilweise erhebliche Unterschiede. So ist der Toyota Avensis 2.2 Liter D-4D in der Ausstattungslinie „Life“ mit Schaltgetriebe bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern und einer Laufzeit von 36 Monaten mit 373,62 Euro in der Full-Service-Leasingrate die günstigste Variante. Addiert man hierzu jedoch die monatlichen Treibstoffkosten – um die Betriebskosten zu erhalten –, muss sich der Toyota Avensis mit dem dritten Platz begnügen. Über das gesamte Feld der Vergleichskandidaten hinweg kristallisiert sich ein Führungsduo bei den Betriebskosten heraus – der Škoda Octavia und der Ford Mondeo. Zwar ist die Kölner Mittelklasse-Limousine bereits bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern rund 17 Euro pro Monat teurer als der Tscheche, aber immer noch fast hundert Euro günstiger als der Durchschnittspreis, der bei rund 562 Euro liegt. Auf Platz 3 liefern sich Toyota Avensis und Seat Exeo ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches gerade bei hohen Laufleistungen der Spanier für sich entscheiden kann. Am anderen Ende des Kostenvergleiches teilen sich der Honda Accord und der Subaru Legacy die Schlußpositionen – über hundert Euro sollte der Fuhrparkmanager hier für den Unterhalt monatlich einplanen.

In der Gesamtwertung überzeugte der Škoda Octavia 2.0 l TDI Green tec Ambition deutlich: Die günstigsten Betriebskosten bei allen jährlichen Laufl eistungen – und das auch beim Automatik- Getriebe – sowie Spitzenpositionen bei den Full- Service-Leasingraten brachten in Kombination mit dem größten Kofferraumvolumen im Vergleich und überdurchschnittlichen Leistungen in allen Sonderwertungen den Sieg.

Den zweiten Platz sicherte sich der Ford Mondeo 2.0 l Duratorq-TDCi Champions Edition. Vor allem bei den Ladungsdaten überzeugten die Kölner jeweils mit Podiumsplatzierungen. Lediglich die Verbrauchswerte von 4,9 Liter pro 100 Kilometer und die daraus resultierenden hohen CO2-Emissionen trüben ein wenig das positive Gesamtbild.

Das Führungstrio wird komplettiert durch den Mazda6 2.2 l SKYACTIV-D. Der Japaner punktet im Vergleich besonders durch seinen besonders effi zienten Motor, welcher ihm bei allen Verbrauchskriterien die Spitzenposition sichert. Daneben stößt der im Februar erschienene Mazda6 lediglich 104 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer aus und erzielt damit in unserem Vergleich als Einziger die Energieeffi zienzklasse A+.

 

Flottenmanagement-Vorgabe
Mindestausstattung

• Airbags rundum
• Klimaautomatik
• Navigationssystem
• Nebelscheinwerfer
• Parksensoren hinten
• Radio mit CD
• Freisprechanlage