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Wieso Alphabet zum jetzigen Zeitpunkt eine Lösung für Elektromobilität in Flotten auf den Markt bringt, erklärt Lessacher wie folgt: „Elektromobilität ist Realität. Die Technik ist marktreif, es gibt passende Fahrzeuge und Lösungen für die Infrastruktur. Autobauer, Wissenschaft und Energieunternehmen entwickeln die Technologie zudem beständig weiter. Als einer der führenden Anbieter für Business Mobility machen wir mit AlphaElectric die Integration von Elektromobilität in Flotten einfach und effizient.“

Lessacher ist sich sicher, dass in jeder Flotte Potenzial für den Einsatz von Elektrofahrzeugen besteht. Dies kann auch Voith Industrial Services, der Pilotkunde von AlphaElectric, der Ende letzten Jahres mit drei Elektrofahrzeugen ausgestattet wurde, bestätigen. Speziell bei Kurzstrecken wie Kurierfahrten setzt Silke von Nolting, Head of Fleet Management bei Voith, nur noch auf die Elektrofahrzeuge. Neben einem verringerten Gesamt-Spritverbrauch und der damit einhergehenden geringeren Belastung der Umwelt, gibt es noch einen weiteren positiven Aspekt: die Sensibilisierung der Fahrer und Mitarbeiter, denen somit im täglichen Gebrauch die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen vor Augen geführt wird.

Aber wie findet AlphaElectric den Weg in den Flottenalltag? In drei Schritten will man bei AlphaElectric unter anderem dank eines intelligenten Mixes verschiedener Antriebskonzepte, den unterschiedlichen Flottenanforderungen gerecht werden. Im Rahmen eines Full-Service- Vertrages wird nicht nur das Elektrofahrzeug zur Verfügung gestellt, sondern alles, was für den Einsatz sonst noch benötigt wird. Dazu zählen beispielsweise bedarfsgerechte Ladelösungen sowie eine speziell auf Elektrofahrzeuge abgestimmte 24-Stunden-Hotline.

Aber beginnen wir mit dem ersten Schritt. In diesem analysiert Alphabet das Mobilitätsprofil des Kunden, um herauszufinden, welche Modelle am besten in dessen Fuhrpark passen. Dabei sollte die Fahrzeugmarke keine Rolle spielen, sondern das Antriebskonzept im Vordergrund stehen. Zur Auswahl stehen dabei reine Elektrofahrzeuge, Fahrzeuge mit Range Extender sowie Plug-in-Hybride, damit auch alle relevanten Reichweiten abgedeckt sind. Die durchschnittliche Laufleistung eines Flottenfahrzeugs beträgt laut Alphabet selten mehr als 150 Kilometer an einem Tag. Das sind Entfernungen, die mit dem heutigen Stand der Technik mühelos von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bewältigt werden können.

Der zweite Schritt beinhaltet die Wahl der richtigen Ladeinfrastruktur – passend zu den gewählten Fahrzeugen und der entsprechenden Nutzungsart kommen hier verschiedene Wallboxen und Schnellladesysteme in Betracht. Uwe Hildinger, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alphabet, verdeutlichte in seinem Vortrag, dass es dabei nicht die richtige, sondern immer nur die individuell richtige Ladelösung gibt. Frei wählbar bleibt dabei für den Kunden der Stromanbieter. Wer aber zum Beispiel ausschließlich auf nachhaltigen Strom des Anbieters Naturstrom setzen möchte, kann zusätzlich auch auf Kooperationspartner der BMW AG zurückgreifen.
Der dritte und abschließende Schritt soll dafür sorgen, dass der Kunde anhand eines breiten Spektrums an modularen und individuell kombinierbaren Services ein Full-Service-Produkt erhält, durch welches eine reibungslose Abwicklung der Elektroflotte garantiert werden soll. Dazu gehören beispielsweise Bausteine wie Versicherung, Schadenmanagement und Wartung/Reparatur.

Mit der App „AlphaGuide“ soll die reibungslose Abwicklung unterstützt werden. Denn durch diese erhalten Fahrer Informationen über den Standort der nächsten Ladesäule oder die nächste, auch für Elektrofahrzeuge geeignete Service-Station. Über die eRoaming-Plattform von Hubject wird dem Kunden zusätzlich ein anbieterübergreifender Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur geboten. Abgerundet wird das auf Elektrofahrzeuge abgestimmte Konzept durch eine 24-Stunden-Hotline, welche eigens auf die Anforderungen von Elektrofahrzeugen zugeschnitten ist.

Aber selbst für den Fall, dass die Reichweite des Elektrofahrzeugs zum Beispiel für eine längere Dienstreise nicht ausreicht, sollen die Mobilitätsservices dem Kunden permanente Mobilität garantieren. In einem solchen Fall kann der Kunde auf ein flexibel verfügbares Mietfahrzeugangebot und auf Nutzungskonzepte wie Corporate Carsharing zurückgreifen.

Als Erstes wurde das umfassende Elektromobilitätskonzept bei Voith Industrial Services getestet. Vor der Einführung analysierte Alphabet Faktoren wie Entfernung zu den Kunden, die Fläche für Lademöglichkeiten sowie das Nutzungsprofil der Pool-Fahrzeuge. Die ausgewerteten Daten ergaben, dass der Standort Schweinfurt die besten Voraussetzungen für das Pilotprojekt bietet. Hinzu kam, dass die Standortleitung die Einführung neuer und innovativer Projekte befürwortet. „Wichtig für unseren Erfolg ist es, innovativ und fortschrittlich zu sein. Das soll sich im gesamten Unternehmen, also auch im Fuhrpark widerspiegeln“, sagte Silke von Nolting, Head of Fleetmanagement, und bezeichnet die ersten Erfahrungen mit den drei Fahrzeugen von Peugeot und Renault als durchweg positiv. Da die Fahrzeuge ausschließlich dienstlich genutzt werden und somit nachts aufgeladen werden können, steht die maximale Reichweite für den Folgetag zur Verfügung und reicht, um das Arbeitspensum zu absolvieren.

Prognosen zur Entwicklung des Geschäfts mit der Elektromobilität wollte Lessacher nicht wagen: „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung und wollen von Anfang an mit dabei sein.“ Die Entwicklung bei den Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen ist nach wie vor sehr gering. Wir können also gespannt sein, ob oder wann sich dies ändern wird.