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Nach der Begrüßung durch Gunter Glück, Geschäftsleitung Kundenbetreuung und Vertrieb LeasePlan Deutschland GmbH, führte der Versicherungskorrespondent der Süddeutschen Zeitung Herbert Fromme als Moderator erheiternd durch die Veranstaltung und ließ keine Langeweile aufkommen.

Als erster Vortragender gab Andreas Kelb, E+S Rückversicherung AG, einen Überblick zu den Trends und Entwicklungen im Kfz-Markt sowie über die neuen Anforderungen im Bereich der Flottenversicherungen. Er zeigte, dass ein durchschnittlicher Schaden circa 3.550 Euro beträgt und dass sich dieser Wert seit einigen Jahren nur wenig verändert hat. Laut Kelb ist für Versicherer das Flottengeschäft derzeit mit einer Schadenquote von 105 Prozent nicht gerade vorteilhaft, aber anhand der demografischen Entwicklung nimmt die Anzahl der jungen Fahrer immer mehr ab und damit vielleicht auch das Unfallrisiko.

Im Anschluss daran stellte Jens Könemann, Leiter Sicherheitstechnik Kraftfahrzeuge HDIGerling Industrie Versicherung AG, Überlegungen zur Schadenabwicklung in Eigenregie vor und zeigte anhand von Beispielen, wie schnell man auf eine Bearbeitungszeit von bis zu vier Stunden pro Kfz-Schaden kommen kann. Damit einhergehend sowie dem Arbeitszeitverlust, Gehalts- und Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Umsatzverlusten und höheren Beiträgen für die Versicherungen entstehen zusätzliche indirekte Kosten des Schadens in Höhe von bis zu 1.650 Euro. Um diese Kosten so gering wie möglich zu halten, sind viele Optimierungen notwendig. Dazu zählen zum Beispiel effiziente Abläufe, Kostenreduktion durch optimale Reparatursteuerung und ein bundesweit unterstütztes Werkstattnetz.

Viel besser ist es aber, Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Schadenkosten zu reduzieren. Um dies zu bewerkstelligen, kann das sogenannte Riskmanagement genutzt werden. Sascha Marc Kepper von der LeasePlan Deutschland GmbH zeigte, welche Möglichkeiten und Instrumente genutzt werden können, um Risiken zu minimieren. Zum Beispiel kann mit der Ermittlung des Fahrer-Risikoindexes, der Durchführung von E-Learning-Programmen und individuellen Fahrertrainings sowie einer attraktiven Motivation das Unfallrisiko gesenkt werden. Die Ein- und Durchführung dieser Maßnahmen ist allerdings laut Kepper stark von der Unternehmenskultur abhängig, und genau hier muss unter Umständen zuvor maßgebliche Überzeugungsarbeit und gegebenenfalls Change Management betrieben werden. Eine große Hürde stellt für den einen oder anderen Fuhrparkbetreiber oft der „Return on Investment“ dar, da sich dieser meist erst langfristig einstellt und nicht immer im ersten Jahr absehbar ist. Dieser Vortrag stieß besonders bei Thomas Grundmann, der unter anderem für den Fuhrpark der M+W Group verantwortlich ist, auf großes Interesse. Normalerweise besucht er laut eigener Aussage solche Veranstaltungen nicht, da diese oft nicht in angemessenem Verhältnis zur entgangenen Arbeitszeit stehen. „Allein schon wegen des Vortrags von Herrn Kepper hat sich diese Veranstaltung für mich gelohnt“, sagte Grundmann und wies darauf hin, dass es sich bei solchen Veranstaltungen ähnlich dem „Return on Investment“ verhält, und man schwer abschätzen kann, welche der gesammelten Informationen und Ideen sich auf lange Zeit als sinnvoll und lohnenswert herausstellen werden.

Nach der Mittagspause und der Möglichkeit mit Ausstellern und Kollegen ausführlich zu fachsimpeln, sorgte Jan Ditgen alias Dr. Jens Wegmann mit seiner Comedy-Rede dafür, dass die Anwesenden humorvoll Kraft und Sauerstoff für die folgenden Vorträge tankten. An den humorvollen Vortrag anschließend erläuterten Wilhelm Winter und Claudia Doetsch, von der Van Ameyde Germany AG, das Vorgehen bei Unfällen im Ausland unter Verwendung der Internationalen Versicherungskarte und der 4. Kraftfahrzeughaftpflicht- Richtlinie, kurz 4. KH-Richtlinie, sowie des europäischen Unfallberichtes. Auslandsunfallschäden betragen zwar nur 0,5 Prozent der Unfälle, aber gerade die Abwicklung dieser können sich aufgrund unterschiedlicher Sprachen und Regelungen besonders in die Länge ziehen. Mit diesen Möglichkeiten soll versucht werden, die vorhandenen Unterschiede zu kompensieren und die gesamte Prozedur zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Im darauf folgenden Vortrag zum Dienstwagenüberlassungsvertrag und zur Haftung des Fahrers trug Dr. Christoph Hartleb vor und zeigte, wie wichtig es ist, die entsprechenden Verträge genauestens anzupassen. Mit der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining zum Beispiel bewegt sich der Fahrer in einer Grauzone. Obwohl dies sicherlich zum Nutzen der Firma als auch des Fahrers ist, bedarf die Nutzung einer vorherigen konkreten Überprüfung der Bestimmungen des Leasingvertrages. Ebenso wichtig ist es, dass der Arbeitgeber das Rauchen oder den privaten Transport von Tieren in der Vereinbarung regelt. Aber auch die Regelung des Personenkreises für die Überlassung zur privaten Nutzung des Fahrzeuges sollte im Vorhinein festgelegt sein. All dies sind nur Beispiele, die in einem Dienstwagenüberlassungsvertrag Anwendung finden können, und sollten, um bei der Rückgabe des Fahrzeugs oder einem möglichen Schaden Handlungssicherheit zu schaffen.

„Nicht ohne meinen Anwalt“ hieß es im abschließenden Vortrag der Veranstaltung. Matthias Höfflin von Prellwitz, Klett & Kollegen erklärte das richtige Verhalten bei Verkehrsunfällen. Dazu zählt natürlich in erster Linie die Absicherung des Unfallortes, aber auch das weitere Vorgehen nach der Versorgung möglicher Verletzter ist wichtig. Laut Höfflin sollte man immer daran denken, sich mit den eigenen Aussagen nicht selbst zu belasten, wenn zum Beispiel nicht sicher ist, ob ein Mitverschulden an einem Unfall auszuschließen ist. Fahrer sollten in diesem Fall von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen und nie ein Schuldanerkenntnis abgeben. Des Weiteren sollten Fahrer immer, wenn die Polizei bereits anwesend ist, darauf bestehen, dass diese den Unfall aufnimmt. Für einen Fuhrparkmanager ist es im Falle eines Unfalls sinnvoll, einen eigenen Sachverständigen zu beauftragen, da oft „versicherungsfreundliche“ Gutachten durch Gutachter der gegnerischen Versicherung erstellt werden. Bei drohenden Bußgeldern oder einer Ermittlung wegen Straftaten empfiehlt Höfflin eine Beratung beim Anwalt, um sich durch überflüssige Angaben nicht selbst zu belasten.

Die thematisch stringente Vortragsreihe und die informativen Gespräche mit Vortragenden und Ausstellern sind seit einigen Jahren ein Erfolgsrezept für die von LeasePlan durchgeführten Veranstaltungen. So sieht es auch Gunter Glück und sagte: „Bei anderen Veranstaltungen haben Sie oft sieben bis acht Themen an einem Tag, und diese liegen inhaltlich oft weit auseinander. Wir widmen uns vier bis fünf Stunden intensiv und konzentriert einem Themenbereich, dies allerdings aus verschiedenen Perspektiven, und ich denke, dass gerade dies den Charme der Veranstaltung ausmacht.“