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„Attraktives Eigentragungsmodell“

Interview mit Gerhard Künne (Geschäftsführer Volkswagen Leasing GmbH) zum Produkt KaskoDepot

Flottenmanagement: Die Versicherung von Fahrzeugflotten ist für beide Seiten, Fuhrparkbetreiber wie Versicherer, in der Regel kein einfaches Geschäft, ist doch die Stabilität der Geschäftsbeziehung wesentlich abhängig von der Stabilität beziehungsweise Optimierung der Schadenquote im jeweiligen Fuhrpark. Es kommt erschwerend hinzu, dass das Feld der Anbieter von Flotten-Versicherungen über die Jahre geschrumpft ist. Wie beurteilen Sie seitens Volkswagen Leasing die generelle gegenwärtige Entwicklung auf diesem Markt?

Gerhard Künne: Wir machen die Beobachtung, dass sich die Schadenquoten am Markt der Flottenversicherungen zunehmend spreizen. Auf der einen Seite gibt es viele Kunden mit sehr guten Schadenquoten, die durch den konsequenten Einsatz eines umfassenden Riskmanagements ihre Fuhrparkschäden kontinuierlich im Blick behalten und gezielt Maßnahmen ableiten. Auf der anderen Seite stehen Fuhrparkbetreiber, die dieses Potenzial noch nicht im Fokus haben. Aufgrund dieser Tendenzen wird es so immer schwieriger, Flottenversicherungen profitabel zu halten und angemessene Prämien beim Kunden durchzusetzen. Die Folge: Einige Anbieter verzichten auf Neugeschäft oder erhöhen die Kfz-Versicherungsbeiträge spürbar. Höhere Versicherungsbeiträge werden von den Flottenbetreibern wiederum im Rahmen von Flottenmanagement- Ausschreibungen immer wieder auch in TCO-Bewertungen mit angebracht. Dadurch sind auch wir als Leasinggesellschaft immer wieder mit dieser Problematik konfrontiert. Diese Entwicklung wird dazu führen, dass sich Fuhrparkbetreiber immer häufiger die Frage stellen müssen, welche Risiken ausgelagert werden sollten und welche nicht. Das gilt besonders für Frequenzschäden und die damit verbundenen Risiken. Denn diese können häufig auch sehr gut über Ressourcen des jeweiligen Flottenbetreibers abgedeckt werden als über eine klassische Versicherungslösung.

Flottenmanagement: Andererseits ist auch der Trend feststellbar, dass die Full-Service- Leasinggeber in den letzten zehn, 15 Jahren ihr Produkt-Portfolio, ihre Services und Dienstleistungs- Angebote für Flottenbetreiber stetig erweitert haben. So weit es die Optimierung von Schadenquoten anbelangt, kommt hier auch verstärkt Consulting auf den Feldern Schadensmanagement und Riskmanagement zum Zuge; nicht zuletzt gewinnen sie so weitere wichtige Informationen über das einzelne Fuhrparkgeschehen. Inwieweit ist Volkswagen Leasing bereits auf diesen Feldern engagiert?

Gerhard Künne: Mit der Einführung des Kasko- Depots hat die Volkswagen Leasing in der Tat auch ein neues Reporting geschaffen. Dieses ist die Grundlage für ein professionelles Schadenreporting und Riskmanagement. Es werden umfassende Informationen zur Schadenhäufigkeit und den verschiedenen Schadenarten zur Verfügung gestellt. Somit geben wir dem Fuhrparkmanager ein Instrument an die Hand, auf Basis dessen sich entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten lassen. Zum Beispiel könnte bei übermäßig vielen Abbiege- und Auffahrschäden der Einsatz eines Fahrertrainings die Schadenquote senken. Bei vielen Rangierschäden sollten die Fahrzeuge hingegen standardmäßig mit einer Park Distance Control ausgestattet werden. Der Clou an dem Report ist die Benutzerfreundlichkeit. Er ist einfach zu lesen und wird dem Kunden als pdf-Dokument zur Verfügung gestellt. Unsere FleetCARS-Kunden können den Report sogar tagesaktuell online abrufen.

Flottenmanagement: Letztlich ist nur die Haftpflichtversicherung der Fahrzeuge eine gesetzliche Pflichtversicherung, dennoch bestehen viele Leasinggeber in den meisten Fällen auch auf dem Abschluss einer Vollkasko-Versicherung für geleaste Fahrzeuge. Wie wird das seitens Volkswagen Leasing generell gehandhabt, gibt es Ausnahmefälle, in denen Ihr Unternehmen nicht auf dem Abschluss von Kasko-Versicherungen besteht, wenn ja, woran machen Sie das fest?

Gerhard Künne: Wir bieten unseren Kunden verschiedene Optionen bei der Absicherung von Fuhrparkschäden an. Sofern eine klassische Versicherungslösung bevorzugt wird, ist aber der Abschluss einer Vollkaskoversicherung gemäß unserer Rahmenbedingungen Pflicht. Durch die Nutzung des KaskoDepots können unsere Kunden aber auch flexibler mit der Thematik umgehen. So wäre es zum Beispiel denkbar, für regional eingesetzte Fuhrparks eine Kombination aus Teilkaskoversicherung und KaskoDepot zu nutzen. Während die Teilkasko für die Absicherung gegen Elementarschäden aufkommt (beispielsweise von Hagelschäden, die eine regional genutzte Flotte komplett treffen können), lassen sich über das KaskoDepot selbst verursachte Schäden am eigenen Fahrzeug abdecken. Oder der Kunde teilt seinen Fuhrpark entsprechend der Schadenquoten in mehrere Gruppen ein, die dann unterschiedlich abgesichert werden – entweder über das KaskoDepot oder über die klassische Kaskoversicherung. Der Einsatz des KaskoDepots für den gesamten Fuhrpark ist ebenfalls eine denkbare Variante. Welche Lösung für den Kunden individuell am besten geeignet ist, muss aber immer im Einzelfall nach eingehender Prüfung entschieden werden. Unsere Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stehen hier mit Rat und Tat zur Seite.

Flottenmanagement: Können Sie bitte einmal im Detail erläutern, was Ihr Unternehmen zur Entwicklung des alternativen Modells KaskoDepot bewegt hat, was es beinhaltet und welche Fuhrparkbetreiber dieses Produkt in Anspruch nehmen können?

Gerhard Künne: Wie bereits erwähnt, ist der Markt der Flottenversicherungen in Bewegung geraten. Vor allen Dingen die steigenden Unterhaltskosten einer Fahrzeugflotte erfordern neue Wege. Fuhrparkmanager erkennen zunehmend das Kostensenkungspotenzial, das mit der Abkehr von traditionellen Versicherungslösungen einhergeht. Diesen Trend hat die Volkswagen Leasing erkannt und mit der Entwicklung des KaskoDepots ein attraktives Eigentragungsmodell als Ergänzung zu bestehenden Versicherungsangeboten entwickelt. Ziel war es, die Expertise der Volkswagen Financial Services AG in mehreren Bereichen sinnvoll zu bündeln. Dazu gehören die Volkswagen Bank im Bereich Konto- und Depotführung, der Volkswagen Versicherungsdienst im klassischen Versicherungsgeschäft und die Volkswagen Leasing im Bereich Flottenleasing und Fuhrparkmanagement.

Depotführung, Schadenabwicklung und Flottenmanagement: Das sind die drei Elemente des KaskoDepots. Anstelle einer herkömmlichen Kaskoversicherung bildet der Kunde für die Kaskoschäden seiner Fahrzeugflotte ein eigenes Depot. Aus dem Depot managen wir die anfallenden Schäden. Die Höhe der Einzahlungen richtet sich nach den individuellen Schadenverläufen des jeweiligen Fuhrparks. Dabei kann der Kunde die Depotrate unterjährig anpassen und somit schnell auf die spezifische Schadensituation seines Fuhrparks reagieren. Wir empfehlen ab einer Fuhrparkgröße von zirka 100 Fahrzeugen den alternativen Einsatz des KaskoDepots zu bewerten. Denn je größer der Fuhrpark ist, desto größer ist auch die Risikostreuung bei Schäden einzelner Fahrzeuge.

Flottenmanagement: Seit wann ist das Produkt „KaskoDepot“ auf dem Markt, wie wird es in Ihrem Kundenkreis angenommen, über welche konkreten Vorteile für die Flottenbetreiber, die es anwenden, können Sie in Summe berichten?

Gerhard Künne: Das KaskoDepot wurde von uns mit Beginn des Jahres 2011 eingeführt. Wir haben dabei bewusst von einer groß angelegten Launch-Kampagne abgesehen, da sich dieses Angebot mit den individuellen Fuhrparkanforderungen auseinandersetzen muss. Eine fundierte Bewertung unserer Vertriebsmitarbeiter gemeinsam mit dem Fuhrparkmanager ist daher unabdingbar. Aktuell haben wir ein Fuhrparkvolumen von rund 6.000 Fahrzeugen in den Prüfungen.

Die Vorteile für Flottenbetreiber sind vielfältig. Erst einmal wird beim KaskoDepot die spezifische Situation des Fuhrparks besser berücksichtigt als dies bei klassischen Versicherungslösungen der Fall wäre. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass der Kunde keine Versicherungssteuer in Höhe von 19 Prozent bezahlen muss, wie es bei klassischen Versicherungen der Fall wäre. Denn da es sich beim KaskoDepot um eine Dienstleistung handelt, entfällt diese. An ihre Stelle tritt lediglich die Umsatzsteuer auf die Handling- Fee, die der Kunde wiederum aufgrund seiner Vorsteuerabzugsfähigkeit bei seinem zuständigen Finanzamt geltend machen kann. Hinzu kommt, dass der Kunde administrativen Aufwand im Schadenmanagement einspart.

Wir übernehmen die komplette Depotverwaltung sowie die gesamte Schadenabwicklung. Und schließlich bieten wir dem Kunden im Rahmen des KaskoDepots ein professionelles und transparentes Schadenreporting an. Dadurch kann der Fuhrparkmanager gezielt Präventionsmaßnahmen zur Optimierung seiner Schadenquote ableiten. Alles in allem sind wir der Überzeugung, dass wir unseren Kunden mit dem KaskoDepot eine sehr gute Alternative zur klassischen Versicherung mit wichtigen Benefits offerieren.

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