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Flottenmanagement: Wie lange bereits und zu welchem Zweck nutzen Sie die Elektro-Transporter von Iveco?

Jörg Assmann: Seit Januar 2011 werden in Berlin drei Iveco Daily E 35 S in der Paketzustellung eingesetzt.

Heinrich Siller: Seit dem 15.10.2011 ist das Fahrzeug in der Zustellbasis Gelting im Regeleinsatz in der Paketzustellung.

Flottenmanagement: Welchen Eindruck konnten Sie im Alltagseinsatz von den Elektrofahrzeugen gewinnen?

Jörg Assmann: Im täglichen Einsatz sind die elektrisch betriebenen Iveco Daily unproblematisch und einfach zu bedienen. Unsere Zusteller haben sich sehr schnell an dieses noch neue Antriebskonzept gewöhnt. Gerade für das permanente Anfahren und Anhalten – bis zu 200 Mal – während der Zustelltour sind die Iveco Daily Electric ideal.

Heinrich Siller: Das Fahrzeug ist im Nahbereich voll einsatzfähig. In der Paketzustellung in einem reinen Wohngebiet gab es bislang keinerlei Probleme. Die verminderte Zuladung, wegen der schweren Batterien, führte auch im Starkverkehr nicht zu Problemen, weil die Sendungsmenge in reinen Wohngebieten, hier mit vielen hohen Wohnblocks, natürlich niedriger ist als zum Beispiel in Geschäftsvierteln.

Flottenmanagement: Welche Vorteile beziehungsweise welche Nachteile spüren Sie?

Jörg Assmann: In den Innenstädten kommen die Vorteile von Elektrofahrzeugen voll zum Tragen: Durch ihren Einsatz treten kaum Schadstoffbelastungen auf, und die fahrtypischen Geräuschemissionen werden auf ein Minimum reduziert. So ist es möglich, einen der Iveco Daily sogar in der Fußgängerzone der Spandauer Altstadt in Berlin einzusetzen. Der Nachteil eingeschränkter Reichweite spielt auf den kurzen Distanzen in Berlin keine Rolle.

Heinrich Siller: Die Lärmentwicklung ist gleich Null, lediglich ein leises Summen ist zu hören. Deshalb muss der Fahrer sich darauf einstellen, dass Fußgänger nicht auf das Fahrzeug reagieren, weil sie es nicht hören. Das Anfahren geschieht dadurch, dass das Fahrzeug zur Steigerung der Reichweite abgeregelt ist, langsamer, ein Kavalierstart wäre nicht möglich. Dadurch gewinnen allerdings manche Fahrer den Eindruck, dass sie Zeit verlieren, was aber eine rein subjektive Empfindung sein dürfte. Der Stammfahrer in diesem Bezirk beispielsweise empfindet ganz anders. Er ist der Meinung, dass mit diesem Fahrzeug während der Zustellung weniger Hektik aufkommt. Die Fahrer bemängeln, dass die Leistung der Heizung nicht ausreicht, um im Winter den Innenraum auf eine angemessene Temperatur zu bringen.

Flottenmanagement: Auf welchen Strecken fahren Sie den Iveco Daily Electric ?

Jörg Assmann: An sechs Tagen in der Woche sind die Iveco Daily Electric in Berlin zwischen ihren Einsatzstellen – den Zustellbasen – und den Zustellbezirken unterwegs. Dazu kommt noch die eigentliche Zustelltour, so dass sich täglich eine Gesamtentfernung von bis zu 30 Kilometer ergibt.

Heinrich Siller: Bei uns verläuft der Weg zum Bezirk über circa vier Kilometer Landstraße, der Bezirk selbst besteht ausschließlich aus reinem Wohngebiet.

Flottenmanagement: Wie oft wird der Akku geladen, wo erledigen Sie dies?

Jörg Assmann: Die Fahrzeuge werden vorsorglich jede Nacht an Ladestationen bei den Zustellbasen angeschlossen, auch wenn auf Grund der Ladekapazität der Natriumnickelchlorid-Batterien ein zweitägiger Rhythmus möglich wäre.

Heinrich Siller: Der Akku wird bei uns täglich über Nacht geladen. Dazu ist an einem Ladetor eine Steckdose angebracht worden.

Flottenmanagement: Welche Reichweite hat das Fahrzeug reell?

Jörg Assmann: Nach den vorliegenden Erfahrungen sind je nach Jahreszeit Reichweiten von bis zu 100 Kilometer realistisch.

Heinrich Siller: Die Werksangabe von rund 80 Kilometer dürfte realistisch sein. Die tägliche Wegstrecke bei uns beträgt rund 25 Kilometer. Danach liegt die Ladung der Batterie bei 50 bis 60 Prozent. Zu berücksichtigen ist dabei, dass jetzt im Winter den ganzen Tag die Heizung läuft.