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Flottenmanagement: Herr Dr. Liedl, Sie haben mit dem Citroën C-Zero für den Fuhrpark von Steria Mummert Consulting ein Elektrofahrzeug getestet. Inwieweit drückt sich hierin aus, dass eine konkrete Fuhrparkanforderung in einer bestimmten Region passend mit einem Elektrofahrzeug abgedeckt werden könnte, inwieweit blickt Steria Mummert Consulting mit solchen Tests bereits in Richtung Zukunftsfähigkeit des Fuhrparks?

Dr. Reinhard Liedl: Steria Mummert Consulting möchte, so weit als eben möglich, ein umweltfreundliches Unternehmen sein. Wo wir andererseits die CO2-Belastung aber nicht reduzieren können, wollen wir das zumindest durch entsprechende Aktivitäten andernorts kompensieren. Bei einer solchen Blickrichtung steht auch unser Pkw-Fuhrpark mit rund 400 Fahrzeugen automatisch im Fokus. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen klassischen Außendienst-Fuhrpark, dennoch stehen für unsere Berater immer wieder auch längere Fahrstrecken an. Für diesen Bedarf sind die heutigen Elektrofahrzeuge technologisch noch nicht weit genug, in dieser Beziehung setzen wir auf CO2-optimierte Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben. Für unsere drei größten Geschäftsstellen in Hamburg, Frankfurt und München prüfen wir gerade konkret, ob wir in den innerstädtischen Bereichen auch den Einsatz von Elektrofahrzeugen entsprechend organisieren könnten.

Flottenmanagement: Wie sind Sie auf den Citroën C-Zero gekommen, nach welchen Kriterien haben Sie diese Auswahl getroffen?

Dr. Reinhard Liedl: Es wurden unterschiedliche sachliche Auswahl-Kriterien in Zusammenarbeit mit Alphabet formuliert, darunter Reichweite, ein gewisser Nutzwert, Design und andere.

Flottenmanagement: Herr Leipold, wie ist einmal die Geschäftsbeziehung zwischen Steria Mummert Consulting und Alphabet entstanden, was ist hier wesentlich im Einzelnen vereinbart worden, wie gestaltet Alphabet die Betreuung des Kunden?

Frank Leipold: Die Kundenbeziehung kam letztendlich 2008 als Ergebnis einer Ausschreibung des gesamten Steria Mummert Consulting- Fuhrparks zustande. In Konkurrenz zu einigen Wettbewerbern erhielten wir den Zuschlag. Nach Abschluss eines Rahmenvertrages, in dem auch festgelegt ist, wie die Zusammenarbeit aussehen soll, starteten wir am 1. Juni 2008. Natürlich war Steria Mummert Consulting mit allein knapp 400 Fahrzeugen im Premium-Bereich für uns schon längere Zeit ein hochinteressantes Unternehmen. Mittlerweile befinden sich davon schon etwa 320 Fahrzeuge in der Betreuung durch Alphabet. Neben dem klassischen Full-Service-Leasing mit so wesentlichen Elementen wie Technik-Service, Reifen-Service und Tankmanagement konnten wir hier noch diverse andere Dienstleistungen vereinbaren. Die spannende Herausforderung für uns bestand darin, hier die Themen Fahrer- Direktkommunikation, Online-Konfigurator und Online-Reportings jeweils unter Einbeziehung der individuellen Anforderungen seitens Steria Mummert zu installieren. Insbesondere setzt Steria Mummert dabei auch auf unser CO2-Reporting. Nicht zuletzt war seitens des Kunden eine enge, verbindliche Betreuung und Abstimmung gewünscht, die Alphabet dank der dezentralen Ausrichtung, hier über unsere Geschäftsstelle in Hamburg, bestens leisten kann.

Flottenmangement: Inwieweit sind alternative Antriebe im Allgemeinen und die Elektromobilität im Besonderen in der Kunden-Beratung schon zuvor Gesprächsthemen gewesen, was bringt Alphabet in solche Gespräche ein?

Frank Leipold: Zunächst einmal steht das Thema CO2-Reduzierung generell bei Steria Mummert Consulting seit Beginn unserer Zusammenarbeit auf der Agenda. Es war beispielsweise eine spezielle Forderung im Rahmen der Ausschreibung, dass wir in der Lage sein müssten, CO2-Reports zu erstellen. Sie werden seither von Steria Mummert Consulting online bei uns abgerufen. Generell geht Alphabet auch in dieser Beziehung auf die Kunden zu, unsere Beratung geht hier deutlich über die Modellauswahl hinaus. Beispielsweise bieten wir im Rahmen dieses zentralen Themas auch ein eigenes Eco-Safety-Training an, das Aufschluss darüber gibt, wie mit nur wenigen Maßnahmen die Durchschnittsverbräuche im Fuhrpark um 20 Prozent reduziert werden können. In puncto Elektromobilität konnten wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Steria Mummert entsprechende Testfahrten vereinbaren. Steria Mummert Consulting interessiert sich auch für Elektromobilität, wir messen diesem Thema zukünftig eine große Bedeutung zu.

Flottenmanagement: Kam in diesem Fall der Anstoß der Thematik von Steria Mummert Consulting oder ist Alphabet proaktiv auf den Kunden zugegangen?

Frank Leipold: In dem Fall kam tatsächlich der Anstoß von Alphabet. Wir arbeiten auf diesem Feld mit Citroën zusammen und haben hier in Norddeutschland für diverse Alphabet-Kunden eine entsprechende Roadshow organisiert. Steria Mummert ist ein prädestinierter Kunde für Tests mit Elektrofahrzeugen. Schon durch die Car Policy, die einen Fokus auf CO2-Effizienz legt, bietet dieses Unternehmen optimale Voraussetzungen. Zudem ist hier das Umweltmanagement-System nach ISO 14001 zertifiziert, Steria Mummert Consulting bemüht sich nicht nur um eine Reduktion des CO2-Ausstoßes, sondern ist seit 2010 zertifiziert für CO2-neutrales Reisen mit Flugzeug und Pkw.

Flottenmanagement: Herr Dr. Liedl, welche Erfahrungen haben Sie nun während des Tests gesammelt, gibt es einen Kriterien-Katalog für die Auswertungen der Ergebnisse?

Dr. Reinhard Liedl: Unser Kriterien-Katalog umfasst die Aspekte Reichweite, Flexibilität im Hinblick auf vorhandene Lade-Stationen, Dauer der einzelnen Lade-Vorgänge, Strom-Verbrauch und natürlich auch klassische wie Fahrverhalten beispielsweise oder Stauraum für Gepäck. Hauptthema bleibt für uns die Reichweite, die hier letztendlich noch geringer als angegeben ausfiel. Vielleicht war aber auch meine Fahrweise, umgekehrt betrachtet, schlechter als unterstellt. Auf jeden Fall war es für die Fahrweise förderlich, dass hier direkt der Energie-Verbrauch zu sehen war, so dass ich in meinem Verhalten darauf reagieren konnte. Im Stadtverkehr beeindruckte der Citroën C-Zero mit gutem Anzug, das ist einfach der Vorteil des Elektroantriebs, der die Kraft sofort auf die Straße bekommt.

Flottenmanagement: Was würden Sie vor dem Hintergrund, dass diese Art Antrieb noch in den Kinderschuhen steckt, für ein Zwischen-Resümée ziehen wollen?

Dr. Reinhard Liedl: Im Einsatz für unsere Berater, im großflächigen Einsatz, kommt der Elektroantrieb wegen derzeit unzureichender Reichweiten noch nicht in Frage. Abgesehen davon käme es auch noch darauf an, wie dicht Deutschland im Hinblick auf Lade-Stationen vernetzt würde. Als Poolfahrzeug für den innerstädtischen Gebrauch hingegen könnten wir uns den Einsatz von Elektrofahrzeugen jetzt schon vorstellen. Hier prüfen wir zurzeit unseren konkreten Bedarf.

Flottenmanagement: Herr Leipold, wie werden Sie seitens Alphabet die Test-Ergebnisse auswerten und als Dienstleister die Thematik Elektromobilität weiter begleiten?

Frank Leipold: Das Testprojekt ist mit mehreren Kunden durchgeführt worden. Insofern bündeln wir jetzt die Ergebnisse im Hinblick auf die Fragen Einsatzmöglichkeiten mit der vorhandenen Technik, Reichweiten, Länge der Auflade-Prozesse und einiges mehr. Wir fungieren hier als Schnittstelle zwischen Großflotten-Betreibern und Fahrzeugherstellern. Da wir uns in unserer Dienstleister-Funktion einfach näher am Kunden befinden, vermitteln wir den Herstellern detaillierte Erfahrungswerte und Kundenbedürfnisse, die diese nicht so oder nicht so schnell gewinnen können. Darüber hinaus arbeiten wir natürlich intensiv an Lösungen zur Verbesserung der Infrastruktur, der Nutzungsmöglichkeiten, aber auch an Leasing-Modellen für Lade-Stationen. Das zeigt sich auch daran, dass Alphabet eine eigene Kompetenzstelle für E-Mobilität geschaffen hat. Auch in dieser Beziehung sehen wir unsere Geschäftsstelle in einer Art Speerspitzen-Funktion, um den Markt zu sensibilisieren und – wie im Falle Steria Mummert Consulting – das Feedback unserer Kunden abzurufen. Das Thema ist schlichtweg zu wesentlich, als dass es einfach so nebenher laufen könnte. Insofern haben wir die Weichen sicher richtig gestellt.