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Die Automobilindustrie boomt wie schon lange nicht mehr, der Absatz rennt, nicht nur in den aufstrebenden Schwellenregionen wie Asien oder Südamerika, sondern auch im guten alten Europa – so auch in Deutschland. Und die Prognosen für 2013 stehen weiter auf Sturm – im positiven Sinne.

Das bringt den Herstellern auch das nötige Geld in die Kassen, um in die Revolution des Antriebs zu investieren und die Elektrifizierung voranzutreiben. Alternative Antriebsformen, die Unabhängigkeit des Automobils vom Erdöl – seit Jahren prophezeit und doch lange in der Realität undenkbar – werden langsam greifbar. Der Siegeszug der Elektromobilität schreitet voran. Aus dem – damals auch sensationell gut vermarkteten – Toyota Prius Hybrid hat sich eine riesige Modellfamilie fast aller Hersteller mit hybridem und zunehmend auch rein elektrischem Antrieb entwickelt. Und das nicht nur für PKW, sondern auch im Transportersegment. Eine aktuelle Übersicht finden Sie in unserem Elektro-Special (ab Seite 62).

Elektrifizierung im Fahrzeug ersetzt aber nicht nur einfach Kraftstoff durch Strom, auch Beziner und Dieselfahrzeuge profitieren: Nebenaggregate wie Wasserpumpe, Ölpumpe oder Servopumpe für die Lenkung werden nicht mehr permanent über den Motor, sondern nur noch bei Bedarf von der Batterie mit Kraft versorgt. Hinzu kommt die Bremsenergierückgewinnung, bei der die Bremskraft zumindest teilweise in nützlichen Strom umgewandelt wird, statt sinnlos als Wärme zu verpuffen. Das Start-Stopp- System, ebenfalls elektrisch gesteuert, hilft beim Kraftstoffsparen in herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen.

Apropos grün: Auch unser Redaktionsbeiratstreffen in diesem Herbst war von grünen Gedanken inspiriert. CO2 einzusparen ist der Trend der Zeit, und das nicht nur, weil weniger CO2 auch weniger Kraftstoff und damit weniger Kosten bedeutet. Nachhaltigkeit wird in der gesamten Fuhrparkbranche immer mehr vom Schlagwort zur Überzeugung. Allerdings, mindestens zwei andere Punkte sind noch wichtiger: Zum einen sind Kosten doch immer das große Thema: Nur weil jetzt CO2 gespart werden soll, steigt das Budget des Fuhrparks nicht an. Daher müssen Ökologie und Ökonomie immer in Geichklang gebracht werden. Sei es durch pfiffige Produkte der Industrie oder durch die Leitfunktion der entsprechenden Besteuerung.

Zum anderen ist der Motivationseffekt, den ein Dienstwagen für den Fahrer haben soll, fast das Wichtigste überhaupt. Denn letztlich geht es ja bei dem Dienstwagen in erster Linie um den Mitarbeiter, der motiviert und an das Unternehmen gebunden werden soll. Das geht nur, wenn diesem das entsprechende Fahrzeug auch Spaß macht. Sobald die Elektrofahrzeuge dies uneingeschränkt bewirken, werden sie nicht mehr aufzuhalten sein.

Ralph Wuttke
Chefredakteur