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Im Laufe eines Dienstfahrzeuglebens, das sind in etwa zwei bis vier Jahre, verändert sich einiges in der Straßenlandschaft. In Europa, so behauptet Falk, ändern sich im Jahr hunderttausende von Straßenkilometern (das betrifft etwa 15 Prozent des Straßennetzes), und viele davon befinden sich in Deutschland. Ab einer bestimmten Fahrzeugklasse aufwärts rechnen sich fest eingebaute Navigationsgeräte, die den Restwert steigern. Hier stellt sich dann die Frage, ob innerhalb der Laufzeit ein Software-Update durchgeführt werden sollte. Wir haben uns bei den Fahrzeugherstellern einmal umgehört, welche Updates sie für Fahrzeuge ab Baujahr 2008 anbieten, zu welchem Preis und wie diese durchgeführt werden sollen.

In der Regel kosten die Updates Geld. Je nach Hersteller und Navigationsgerät liegen die Kosten zwischen 59 Euro (SD-Navigation, Mazda3) und 330 Euro netto (Porsche Cayenne, Panamera). Dazwischen werden Lösungen auf CD, DVD, SD-Karte, USB-Stick sowie als Download aus dem Internet angeboten (siehe Kasten). In der Regel umfasst das Angebot Kartenmaterial für Europa, zusätzlich können „Stauwarner“ mitbestellt werden. Für die Bestellung sowie das Aufspielen der Updates verweisen die Hersteller an ihre Händler. Bei BMW können die Daten vom Kunden selber mittels des Freischaltcodes und der DVD beziehungsweise des USB-Sticks (erhältlich bei BMW Händler / Niederlassung) im Fahrzeug aufgespielt werden. Dieser Vorgang dauert knapp zwei Stunden. Beim BMW Service Partner erfolgt dies über den Tester, dauert circa eine Stunde, ist hingegen kostenpflichtig.

Wer auf mobile Navigationsgeräte oder sogar Smartphone-Navigation setzt, kann mit wesentlich günstigeren Kosten rechnen. Ab 50 Euro netto für ein Update beziehungsweise 76 Euro, solange es Updates für das jeweilige Gerät gibt, nimmt Garmin. Bei Falk erhält man beispielsweise ein Zweijahresabo mit vier Europa-Updates für 84 Euro. Ein DACH-Update (Deutschland, Österreich, Schweiz) kostet bei TomTom 38 Euro, das für Europa liegt bei 59 Euro. Bei Navigon liegt der Preis für ein Europa- Update ebenfalls bei 59 Euro, bei Medion gibt es dies ab 50 Euro. Smartphone-Navigation kann sogar um einiges günstiger sein: Die Kartensoftware sowie Updates bei Nokia werden kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenfalls gibt es für das iPhone mit Telekom-Vertrag die Navigon- Navigationssoftware inklusive Updates kostenlos im Appstore. Für kleines Geld können diverse Softwares plus Kartenmaterial geladen werden (zum Beispiel skobbler GPS Navigation 2 für 1,30 netto plus fünf Euro netto Europakarte).

Wer Kosten und Nutzen gegenüberstellt, kommt oft zum Schluss, dass sich Updates der Festeinbauten innerhalb der Dienstfahrzeuglaufzeit nicht lohnen. Dass der Dienstwagennutzer tatsächlich in ein Gebiet gerät, dessen Straßennetz derart neugestaltet wurde, erweist sich gemäß einer Umfrage unter Fuhrparkleitern als relativ gering, denn oft befahren sie dasselbe Gebiet. Wer optimistisch ist, geht davon aus, dass jeder Autofahrer über ein wenig Orientierung verfügt, zumindest Straßenschilder lesen kann. Aber das scheint im Zeitalter der Digitalisierung nicht voraussetzbar zu sein, digitale Demenz hat dieses Phänomen einmal jemand genannt. Je nachdem, wie die Ausstattung der Dienstwagen und der Fahrer vorgesehen ist, könnte daher auch die Maßgabe sein: Navigationsfesteinbau ja, Update nein, und für den Notfall eine aktuelle Smartphone-Navigation, wenn nicht einfach Google Maps schon ausreicht. Und zur Not, die Zeit muss dann noch sein: Sprechenden Menschen kann geholfen werden.